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12.12.2012 - 12:08 Uhr


Köstner, Allofs, Diego und Co: Fixpunkte des Aufschwungs

Lorenz-Günther Köstner (l.) führte die Wolfsburger zurück in die Spur. Spielmacher Diego hat unter dem neuen Coach seine Form wiedergefunden

Bas Dost entwickelt sich unter Köstner zum Toptorjäger, hat schon sieben Mal in der Bundesliga getroffen

Klaus Allofs soll beim VfL in Zukunft für die Ruhe sorgen, die seinen Verein in Bremen lange Jahre ausgezeichnet hat

München - Die Ziele waren hoch, die Ausgaben auch. Felix Magath schickte sich an, den VfL Wolfsburg, sein Meisterteam von 2009, wieder zurück nach Europa zu führen. Doch dieses Vorhaben scheiterte schon nach acht Spieltagen. Nach vier Niederlagen in Folge, nur fünf Punkten und zwei erzielten Toren und Tabellenplatz 18 zogen die VfL-Verantwortlichen die Reißleine und entließen Magath, bis dahin Trainer und Manager in Personalunion. Und dann kam - wieder mal - Köstner.
Der eigentliche Amateurcoach springt beim VfL immer dann ein, wenn es brennt. Mittlerweile steht Wolfsburg wieder auf Platz 14, der 3:2-Coup in Dortmund war die Krönung auf die Erfolge der letzten Wochen. "Der Sieg in Dortmund tut richtig gut. Wir haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Keeper und Kapitän Diego Benaglio.
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Der Feuerwehrmann: Lorenz-Günther Köstner

Lorenz-Günther Köstner ist der genaue Gegenentwurf zu seinem Vorgänger. Im Gegensatz zu Magath setzt Köstner auf eine eingespielte Stammelf, die das Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlt. Mit Köstner holten die Niedersachsen in acht Spielen 14 Punkte und trafen 15 Mal (Tabellenrechner). Köstner sprang schon in der Spielzeit 2009/10 ein, nachdem Armin Veh entlassen wurde. Von den bis heute 23 Begegnungen gewann Köstner zwölf - damit ist er der erfolgreichste Coach der Wolfsburger Bundesliga-Geschichte. "Ich persönlich bin zuletzt wieder gerne in Stadion gegangen und so ist es vermutlich auch den meisten Fans ergangen", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Francisco Javier Garcia Sanz bei der VfL-Weihnachtsfeier.

Der neue Vorstand Sport, Klaus Allofs, bestätigte bei seinem Amtsantritt Köstner vorerst bis zur Winterpause. Der Aufschwung dürfte die Chancen auf eine weitere Zusammenarbeit nicht verschlechtert haben. "Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir auch mit den Spitzenteams der Liga absolut mithalten können. In Dortmund haben wir sowohl nach vorne als auch in der Defensivarbeit die nötige Konsequenz gezeigt", sagte Linksverteidiger Marcel Schäfer. Köstner selbst bleibt zurückhaltend: "Ich werde nichts einfordern."

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Der Ruhepol: Klaus Allofs

Über eine mögliche Weiterbeschäftigung wird Allofs entscheiden, der Mitte November aus Bremen kam. Schon mehrfach bescheinigte Allofs Köstner gute Arbeit. Laut eigener Aussage befindet sich Allofs aktuell auch nicht auf Trainersuche. "Eine gewisse Ruhe sollte jetzt schon einkehren", sagte der 56-Jährige.

Dabei wird ihm selbst in der Winterpause wenig Zeit bleiben, um Ruhe zu finden. Magath hat Allofs einen 35-Mann-Kader hinterlassen, der im Winter verkleinert werden soll. "Man muss erreichen, dass jeder eine Chance hat zu spielen. Das wird keine leichte Sache, aber wir werden eine Lösung finden", meinte Allofs. Nach 13 Jahren in Bremen muss nun auch Allofs beweisen, dass er auch abseits der Weser gute Transfers tätigen kann.

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Die Schlüsselspieler: Diego, Dost und Naldo

Zwei seiner einstigen Bremer Transfers trifft Allofs nun in Wolfsburg wieder. Diego und Naldo blühen aktuell bei den Niedersachsen auf wie einst in den Champions-League-Zeiten bei Bremen.

Zwar begnadigte Magath Diego nach seiner Rückkehr aus Madrid. Doch erst seit Köstner das Kommando übernommen hat, läuft es bei ihm wieder. Beim BVB erzielte Diego - modisch chic mit Schnauzer - einen Treffer und bereitete die anderen beiden vor. Nun träumt er sogar von einer Vertragsverlängerung: "Zunächst müssen wir sehen, dass die aktuelle Saison erfolgreich wird, aber wenn das gut klappt, dann wird auch die Zukunft gut."

Das 3:2 in Dortmund steuerte Bas Dost bei. Sechs seiner sieben Saisontreffer erzielte der Niederländer unter Köstner. Er profitiert insbesondere vom Formanstieg des Brasilianers. "Diego ist technisch super und spielt trotzdem nicht für sich. Er ist ein absoluter Teamplayer", erklärte Dost. Und auch defensiv steht Wolfsburg wieder stabiler, weil ein Neuzugang seiner Bestform immer näher kommt: Naldo. Der Brasilianer kam im August aus Bremen, schwächelte aber zu Beginn. Er räumt nicht nur in der Defensive ab, sondern mischt auch kräftig in der Offensive mit. Gegen Hoffenheim und Dortmund (Topdaten) traf der Brasilianer - beide Begegnungen gewann der VfL.

Christoph Gailer

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