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06.02.2013 - 09:03 Uhr


Kein Beinbruch

Bayer Leverkusen um Torjäger Stefan Kießling muss nach dem 2:3 gegen Borussia Dortmund und der ersten Heimpleite der Saison wieder aufstehen

Immerhin hatte die "Werkself" gegen den Meister dank eines Doppelpacks von Stefan Reinartz (2. v. l.) einen 0:2-Rückstand aufgeholt, sich dann aber...

...im direkten Gegenzug das entscheidende dritte Gegentor durch Robert Lewandowski (r.) eingefangen

Leverkusen - So schön kann Fußball sein. Das Verfolgerduell zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund hielt, was sich alle davon erhofft hatten. Es war eine packende Partie zweier Teams auf Augenhöhe, es war ein spektakulärer Schlagabtausch voller Emotionen mit fünf Toren, zwei Elfmetern, sechs gelben Karten, wunderschönen Treffern und haarsträubenden Fehlern. Es war alles drin in diesem Spiel, dessen einziges Manko war, dass es eigentlich keinen Sieger verdient hatte.
So aber feierte der Deutsche Meister einen wichtigen 3:2-Auswärtssieg beim derzeit härtesten Konkurrenten im Kampf um Platz 2. Der BVB zog dadurch etwas glücklich an der "Werkself" vorbei, deren tolle Aufholjagd nach dem frühen 0:2-Rückstand letztlich nicht belohnt wurde.

"Unglaublich bitter für uns"



"Es war unglaublich bitter für uns", ärgerte sich Andre Schürrle. "Wir waren über 60 Minuten das bessere Team und hatten Möglichkeiten, um sogar fünf Tore zu erzielen. Wenn wir cleverer spielen, können wir mindestens Unentschieden spielen. Wir waren alle obenauf, dann kam das dumme Ding."

"Das dumme Ding" war ein missglückter Rückpass von Philipp Wollscheid auf Torhüter Bernd Leno, den dieser von Dortmunds Jungstar Mario Götze bedrängt nicht klären konnte. BVB-Torjäger Robert Lewandowski war der Nutznießer dieses Fauxpax. Der Pole schob nur 60 Sekunden nach dem Leverkusener Ausgleich zum Siegtor für die "Schwarz-Gelben" ein.

Fokus auf das Derby



"Jetzt sind wir Platz 2 los. Aber das ist kein Beinbruch. Unser Potenzial ist riesig", meinte Schürrle. Das sah auch Rudi Völler so. "Schade. Wir haben besser gespielt als in vielen Spielen, die wir gewonnen haben", fand Bayers Sportchef nach der ersten Heimniederlage der Saison. "Leider stehen wir mit leeren Händen da. Aber wenn wir so spielen, werden wir in der Rückrunde noch viele Spiele gewinnen. Unser Tabellenplatz ist kein Zufall. Wir gehören da hin."

Wichtig wird jetzt sein, dass die Mannschaft die Niederlage wegsteckt und ihren Weg unbeirrt weitergeht, auch wenn schon am kommenden Samstag der nächste Rückschlag droht. Landet die "Werkself" im rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach nämlich keinen Dreier, könnte sie von Eintracht Frankfurt überholt werden, sofern die Hessen ihr Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg gewinnen. Dann würde man sich plötzlich nur noch auf Platz 4 wiederfinden.

Enges Rennen um den Einzug in die "Königsklasse"



Das Szenario ist keineswegs so unwahrscheinlich. Der Kampf um die Champions-League-Plätze verschärft sich. Die noch vor zwei Wochen von Bayer durch einen 3:1-Erfolg im direkten Duell um sechs Punkte distanzierte SGE hat sich eindrucksvoll wieder zurückgemeldet.

"Die Frankfurter sind gut, die darf man nicht unterschätzen. Sie stehen zurecht oben. Das wird noch eine spannende Saison", orakelte Leverkusens Kapitän Simon Rolfes, der auch auf das enorm schwere Auftaktprogramm verwies, das sein Team bereits meistern musste.

Bayer ist im Soll



Die unmittelbaren Konkurrenten aus Frankfurt und Dortmund kann die Elf des Trainerduos Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski bereits von der Liste der Rückrundengegener streichen, dazu den unbequemen SC Freiburg. Vier Punkte und damit einen mehr als in der Hinrunde hat Leverkusen dabei geholt. Die Mannschaft ist im Soll und hat deutliche Fortschritte gemacht, wie Stefan Reinartz findet.

"Wir waren in allen drei Rückrundenspielen auf der Höhe. Das war in den ersten Spielen der Hinrunde überhaupt nicht der Fall", meinte der defensive Mittelfeldspieler, dem gegen Dortmund der erste Doppelpack seiner Bundesliga-Karriere gelang. Knüpft die Bayer-Truppe auch in den kommenden Wochen an diese gezeigten Leistungen an, erscheint es schwer vorstellbar, dass Leverkusen am Saisonende nicht unter den ersten Drei landet.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski
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