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09.01.2013 - 15:38 Uhr


Katerstimmung bei Schalke - "Chapeau" für den FCB

Bitter: Roman Neustädter (r.) und seinen Schalkern steht nach dem 0:5 gegen die Bayern noch viel Arbeit bevor

Christian Fuchs trainiert noch mit Freitag mit seinen Schalkern in Katar - am Montag steht ein weiterer Test gegen Paderborn auf dem Programm

Bei den Bayern herrscht nach dem souveränen 5:0-Testspielsieg Zufriedenheit - am Samstag wartet der FC Basel

Doha - Der Stachel sitzt tief: Beim FC Schalke 04 herrscht nach dem bitteren 0:5 (0:4) im Trainingslager in Katar gegen Bayern München Katerstimmung. Und das nur eineinhalb Wochen vor dem Rückrundenstart gegen Hannover 96.
"Viele von uns haben mit Sicherheit nur sehr wenig Schlaf gefunden in der Nacht nach der Partie, da wir uns einfach extrem über unsere Leistung geärgert haben", sagt Roman Neustädter. Auch Cheftrainer Jens Keller ist mit der Vorstellung seiner Mannschaft - besonders in den ersten 45 Minuten - alles andere als zufrieden. "Sicher waren wir müde und hatten personelle Probleme, aber nichtsdestotrotz hat mir die Einstellung nicht gefallen", sagt Keller: "Das war viel zu wenig. Ich will ein anderes Bild von der Mannschaft sehen."

"Viel zu große Räume für die Bayern"



Thomas Müller (10., Foulelfmeter und 20.) und Mario Mandzukic (33. und 43.) sorgten mit ihren Doppelpacks bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Dabei hatten sich die "Königsblauen" für das Spiel viel vorgenommen, wollten den Tabellenführer früh attackieren und gleichzeitig die Kompaktheit der Defensive wahren. "Da das Pressing aber in den ersten Minuten so gut funktionierte, wollte der eine oder andere dann wahrscheinlich zu früh zu viel", analysiert Neustädter den Spielverlauf. "Dadurch waren die einzelnen Mannschaftsteile zu weit auseinander und es haben sich viel zu große Räume für die Bayern ergeben."

So sieht es auch Kapitän Benedikt Höwedes: "So darf man sich auch in einem Testspiel nicht präsentieren, so viele eklatante Fehler darf man sich nicht leisten", sagt der Nationalspieler. "In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass es so nicht weitergeht und wir nicht mehr so hoch attackieren dürfen." Da ist es freilich ein schwacher Trost, dass die Schalker nach dem Seitenwechsel "nur" noch das 0:5 durch Mario Gomez (63.) kassierten.

Schalker Lazarett gut gefüllt



Bis zum 18. Januar hat Keller Zeit, den Tabellensiebten wieder auf Kurs zu bringen. So recht weiß bei den Schalkern, die sich noch bis Freitag in Doha vorbereiten, derzeit aber niemand, wohin der Weg führen wird. Noch hat der neue Trainer, der kurz vor der Winterpause die Nachfolge des entlassenen Huub Stevens angetreten hat, seinen Optimismus aber nicht verloren. Wenn alle Spieler da seien, "ist das sicher realisierbar", sagt er. Doch: "Wenn der eine oder andere noch ausfällt, wird es sicher eng."

Derzeit ist es sogar sehr eng. Ibrahim Afellay (Sehneneinriss) und Christoph Moritz (Außenband-Anriss) fallen mehrere Wochen aus. Kyriakos Papadopoulos (Knie-OP) fehlt schon länger. Atsuto Uchida, Christoph Metzelder und Marco Höger sind angeschlagen, sie fehlten gegen die Bayern ebenso wie Jefferson Farfan (Trainingsrückstand). Die Rückkehr von Uchida und Höger ist offen. Und zu allem Überfluss sind Klaas-Jan Huntelaar und Jermaine Jones beim Start gegen Hannover gesperrt.

Dennoch gibt es auch für Verteidiger Christian Fuchs keinen Grund, in Panik zu verfallen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in der Rückrunde wieder an bessere Leistungen anknüpfen können", sagte der Österreicher. "Allerdings wissen wir auch, dass wir uns weiter steigern müssen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen."

Bayern: Basel, Unterhaching, Fürth



Auch beim Gegner Bayern München verfolgt man ehrgeizige Ziele - nach der überragenden Hinrunde und der überzeugenden Vorstellung gegen Schalke könnte die Stimmungslage bei den Bayern derzeit nicht besser sein. "Chapeau. Die Mannschaft hat das großartig umgesetzt. Sie ist jeden Tag mit einer super Einstellung ins Training gegangen. Von Umfang, Einstellung, Qualität und Intensität des Trainings war das überragend", lobte Trainer Jupp Heynckes nach einer "extrem harten" Vorbereitungswoche mit 14 Einheiten und zwei Spielen im sommerlichen Doha.

Viel Zeit zum Verschnaufen gönnt der 67-Jährige seiner Mannschaft nach der Rückkehr im winterlichen München aber nicht. Zwar gibt Heynckes am Donnerstag frei, "aber dann werden wir uns weiter mit dieser Drehzahl vorbereiten", sagte er, "Doha war nur eine Teiletappe." Heißt: Freitag zwei Mal Training, Samstag in Basel und Sonntag in Unterhaching vor dem Rückrunden-Auftakt gegen Greuther Fürth jeweils ein Spiel. "Wir können uns weiter verbessern, Dinge perfektionieren. Wir haben noch einiges zu arbeiten."
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