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24.05.2013 - 15:47 Uhr


Hübner: "Die Mentalität muss stimmen"

Bruno Hübner freut sich über das Erreichen des Europapokals mit Eintracht Frankfurt - es ist die erste Teilnahme der Hessen seit sieben Jahren

Das Erfolgstrio: Hübner (l.), Trainer Armin Veh und Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen (r.)

Soll die Hessen in der kommenden Saison verstärken: Jan Rosenthal (l.) wechselt vom SC Freiburg an den Main

Frankfurt - Seit Samstag ist die Sensation perfekt: Eintracht Frankfurt spielt in der kommenden Saison im Europapokal! Mit Platz 6 in der Bundesliga hat sich der Aufsteiger aus der hessischen Metropole direkt für die Europa League qualifiziert. Diesen Erfolg darf sich Bruno Hübner, seit Mai 2011 Sportdirektor der SGE, ans Revers heften.
Als der ehemalige Profi des 1. FC Kaiserslautern und SV Wehen vom MSV Duisburg zu den "Adlerträgern" wechselte, war die Mannschaft gerade in die 2. Bundesliga abgestiegen. Hübner holte Armin Veh als Trainer, unter dessen Leitung der sofortige Wiederaufstieg gelang. Vor der neuen Saison verpflichtete er ein Dutzend neue Spieler, die sich fast alle als echte Verstärkungen erwiesen.

Im Interview mit bundesliga.de erklärt der 52--Jährige, worin die Gründe für die starke Saison liegen, nach welchen Kriterien er neue Spieler auswählt und wie die Personalplanung für das kommende Jahr aussieht.

bundesliga.de: Herr Hübner, die Eintracht steht im Europapokal, dagegen sind die Mitaufsteiger SpVgg Greuther Fürth und auch Fortuna Düsseldorf wieder abgestiegen. Was sind die Gründe dafür, dass sich die drei Teams nach dem gemeinsamen Aufstieg so unterschiedlich entwickelt haben?

Bruno Hübner: Ich denke, dass wir frühzeitig erkannt haben, dass wir trotz der vorhandenen Qualität die Mannschaft verstärken müssen. Hier ist es natürlich wichtig gewesen, dass wir bei der Personalpolitik ein glückliches Händchen hatten. (Kadert)

bundesliga.de: Was ist Ihre Erklärung dafür, dass die Neuzugänge der Eintracht bestens eingeschlagen haben?

Hübner: Dass sich eigentlich all unsere Neuverpflichtungen so gut entwickeln würden, konnte man vorher natürlich nicht so erwarten. Aber man muss sehen, dass wir zwei Mal einen kompletten Umbruch hatten und unseren Kader verfeinern mussten. Durch unser Zweitliga-Jahr kannten Armin Veh und ich die Spieler alle in- und auswendig, das war schon ein Vorteil. Ferner hatten wir genaue Vorstellungen über die Spieler, die wir verpflichten wollten.

bundesliga.de: Nach welchen Kriterien hatten Sie diese Neuzugänge ausgewählt?

Hübner: Uns war es unter anderem sehr wichtig, dass die Kombination von Qualität bzw. Talent und Mentalität stimmt. Wir haben eine charakterlich gute Mannschaft und darum war es auch wichtig, dass der Spieler zur Mannschaft passt. Deshalb führen Armin Veh und ich im Vorfeld auch viele Gespräche mit den Spielern und holen uns über unser Netzwerk viele Informationen ein. Denn hat der Spieler nicht die richtige Einstellung, Woche für Woche sein volles Potenzial abzurufen, nützt die ganze Qualität nichts. Außerdem haben wir uns an unserer Philosophie orientiert, offensiven und leidenschaftlichen Fußball zu spielen.

bundesliga.de: Wie hilfreich waren Ihre guten Kenntnisse der 2. Bundesliga?

Hübner: Sehr hilfreich. In der 2. Bundesliga können sich junge Spieler sehr gut entwickeln. Ich kannte alle Spieler in- und auswendig und konnte das Entwicklungspotenzial des einen oder anderen frühzeitig entdecken. Das wiederrum ermöglichte es uns, schon rechtzeitig mit den Verhandlungen zu beginnen. Der eine oder andere Zweitliga-Profi kam ja dann auch zu uns und hat eine tolle Entwicklung genommen.

bundesliga.de: Welcher Neuzugang hat Sie durch seine Entwicklung am meisten überrascht und warum?

Hübner: Im Allgemeinen können wir auf unsere Personalpolitik der letzten ein, zwei Jahre schon stolz sein. Wir haben mit unseren Neuzugängen vieles richtig gemacht, einige haben eine Entwicklung genommen, die so stark vielleicht nicht zu erwarten war.

bundesliga.de: Für die kommende Saison stehen die beiden Freiburger Jan Rosenthal und Johannes Flum als Neuzugänge fest. Wie viele Spieler wollen Sie für welche Positionen noch verpflichten und worauf legen Sie bei der Suche besonderen Wert?

Hübner: Wir wollen uns in den nächsten Jahren in der Bundesliga etablieren, deshalb wollen wir uns vor allem in der Breite noch verstärken. Mit Flum und Rosenthal haben wir schon zwei Spieler verpflichtet, die gut zu uns passen und uns in der neuen Saison weiterhelfen können. Wir haben da schon noch den einen oder anderen weiteren Spieler im Kopf, der unserer ersten Elf Druck machen könnte und ohne großen Qualitätsverlust für entsprechende Pausen für die Stammspieler sorgt.

Das Gespräch führte Reinhard Sogl
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