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01.11.2012 - 23:41 Uhr


HSV gegen Bayern: Adler trifft auf Neuer

Rene Adler präsentiert sich aktuell in der Form seines Lebens und blieb in der aktuellen Saison bereits in drei Partien ohne Gegentor

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Adler wieder gemeinsam mit Bayern Münchens Manuel Neuer (r.) in der Nationalmannschaft steht

Adler (r.) und der Hamburger SV sind angesichts der zuletzt guten Leistungen und Tabellenplatz 7 gut gelaunt. Jetzt kommen die Bayern

Hamburg - Rene Adler wedelt mit den Armen. Er brüllt, dirigiert seine Vorderleute, gestikuliert noch einmal und verschiebt seine Mitspieler - bis alles seine Ordnung hat. Selbst bei einer Ecke im Training muss alles perfekt sein. Adler überlässt nichts dem Zufall.
Nach langer Leidenszeit ist der 27-Jährige in der Form seines Lebens und brennt auf die Partie am kommenden Samstag (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) gegen den Tabellenführer FC Bayern. Schließlich kommt es auch zum Gipfeltreffen mit Münchens Manuel Neuer, der ihn als deutsche Nummer 1 ablöste.

Adler: "Heiß auf das Spiel"



"Ich bin heiß auf das Spiel. Wir haben drei Punkte zu verlieren und wollen gewinnen", sagt Adler und spielt doch das Duell mit seinem Nachfolger bei der Nationalmannschaft ganz bewusst herunter: "Ganz ehrlich, dieses Duell interessiert mich null Komma null."

Zwar könne er verstehen, dass das direkte Aufeinandertreffen der derzeit wohl besten Torhüter der Bundesliga großes Interesse nach sich zieht, aber für ihn selbst sei das kein Thema: "Wenn mir jemand anbietet, dass ich im Vergleich mit Manuel schlechter aussehe, wir aber das Spiel gewinnen, dann würde ich sofort unterschreiben." Mit Neuer habe er bei der Nationalmannschaft stets ein kollegiales Verhältnis gehabt: "Klar wollten wir beide spielen, aber an dieser Konkurrenzsituation sind wir gewachsen."

Neuer lobt den Konkurrenten



Kampfansagen? Forderungen nach zuletzt überragenden Leistungen nach einer einer Rückkehr in die Nationalmannschaft? So etwas wird man von Adler nicht hören. Der Leisetreter genießt einfach den Augenblick - ohne Schmerzen trainieren zu können und jedes Wochenende seine Leistung zu bringen.

"Ich habe meine Mitte gefunden", sagt Adler gelassen und selbstbewusst, "ich habe einen Fitnesszustand erreicht, den ich noch nie hatte. Es gab noch nie einen besseren Adler als jetzt." Wie vor seiner schlimmen Knieverletzung bleibt er vor dem Gegner lange stehen und bringt ihn so zur Verzweiflung. Mit zehn vereitelten Großchancen (48 Prozent) liegt er im Vergleich aller Bundesliga-Keeper an der Spitze und mit 79 Prozent gehaltenen Torschüssen nur knapp hinter Bayern-Schlussmann Neuer (83 Prozent), der 43 Prozent seiner 198 Bundesliga-Spiele zu Null gestalten konnte (Adler 30 Prozent von 147).

Doch der Hochgelobte bleibt bescheiden. "Das bedeutet, dass wir zu viele Chancen zulassen. Daran müssen wir weiter arbeiten", sagt Adler, der selbst von seinem Konkurrenten in den höchsten Tönen gelobt wird. "Er steht beim HSV im Fokus und hat ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Er ist ein großer Rückhalt für die Mannschaft", sagte Neuer der Sport Bild, "wenn Rene fit ist, ist er auch ein Kandidat für die Nationalelf."

"Eine echte Winner-Mentalität"



Längst fordern Experten eine Rückkehr Adlers in die Nationalmannschaft. Doch das habe sein Schlussmann gar nicht nötig, äußert HSV-Trainer Thorsten Fink. "Das regelt sich von allein über die Leistung", betont der 45-Jährige, "er hat sich in den vergangenen Wochen noch einmal gesteigert. Er ist so gut und hat eine echte Winner-Mentalität. Seine ganze Ausstrahlung gefällt mir. Eigentlich kann ich von ihm gar nicht mehr erwarten."

Nicht nur bei seinem Trainer sorgt Adler für Euphorie. Bei den Fans ist das Autogramm des Kunstliebhabers fast so beliebt wie die Unterschrift von Superstar Rafael van der Vaart, Bei seinem Lieblingsitaliener hängt längst ein Porträt des Torwarts an der Wand, in einem anderen Hamburger Edel-Restaurant werden ihm die Sushi als Buchstaben angerichtet: HSV.

"Der Verein ist in der Stadt omnipräsent", sagt Adler, "die Stadt ist besser drauf, wenn wir gewinnen und es macht Spaß, dazu beizutragen, dass die Leute eine gute Stimmung haben." Und manchmal muss der Leisetreter dafür richtig laut werden.
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