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10.01.2013 - 12:24 Uhr


Hoffenheims Usain Bolt

Luis Advincula (l.) soll das Flügelspiel der Hoffenheimer beleben

Zuletzt spielte der Peruaner in der Heimat bei Sporting Cristal in der Haupstadt Lima

Mit der Nationalmannschaft holte der 22 Jahre alte Advincula (l.) bei der Copa America 2011 den 3. Platz

München - In 9,58 Sekunden sprintete Usain Bolt bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin über 100 Meter zum Weltrekord. Ganz so fix ist Hoffenheims Neuzugang Luis Advincula nicht, trotzdem nennen ihn seine Landsleute "Bolt". In Hoffenheim soll der flinke Peruaner das erlahmte Flügelspiel des Tabellen-Sechzehnten beleben.
"Er ist unglaublich schnell und spielt sehr hart", erklärte 1899-Manager Andreas Müller die Vorzüge des ersten Winter-Neuzugangs. Davon konnte sich der 50-Jährige beim ersten Tespiel-Auftritt 2013 selbst ein Bild machen. Advincula debütierte am Dienstag beim 1:0 gegen Sparta Rotterdam. Coach Marco Kurz setzte den 1,77 Meter großen Profi als Rechtsaußen ein. Dort ist er als Ersatz für Boris Vukcevic eingeplant, dessen Comeback nach einem schweren Autounfall nicht absehbar ist.

Der Farfan-Kumpel bekommt Zeit



"Er gehört zu den 50 besten Spielern Südamerikas", sagte Müller bei der Verpflichtung, ohne dabei allerdings zu viel Druck auf den Neuzugang aufbauen zu wollen. "Wir können nicht davon ausgehen, dass er sofort einschlägt." Wie Müller verriet, war Advincula ein Schnäppchen, im Kraichgau hat er einen Vertrag bis zum Sommer 2016 unterzeichnet. Ein großes Plus für die TSG könnte Advinculas Vielseitigkeit werden. Der peruanische Meister von 2012 mit Sporting Cristal Lima kann sowohl auf dem linken als auch dem rechten Flügel - defensiv und offensiv - eingesetzt werden.

Dass es in der Bundesliga etwas intensiver und schneller zur Sache geht, weiß Hoffenheims Nummer 25 bereits aus Gesprächen mit Landsmann Jefferson Farfan vom FC Schalke: "Wir sind Freunde. Er sieht Hoffenheim als Mannschaft mit guter Perspektive."

Glücksbringer kommen bald nach



Für den 20-maligen Nationalspieler Advincula ist Hoffenheim die erste Station im Ausland. Seine Transferrechte lagen bei Tavriya Simferopol, doch gespielt hat der Allrounder für den ukrainischen Erstligisten nie. Vom Kraichgau hat er bisher auch noch nicht so viel gesehen. Am Freitag fixierte Müller den Advincula-Transfer, am Samstag absolvierte der Neuzugang den obligatorischen Medizin-Check und am Sonntag ging es bereits ab ins Trainingslager nach Portugal. Wichtigster Ansprechpartner ist momentan Physiotherapeut und "Teilzeitübersetzer" Michael Grau-Stenzel, der dem Neuzugang die Aufgaben im Training auf Spanisch erklärt.

Advincula hofft nun, dass seine Familie - Frau Josseline und der 17 Monate alte Sohn Luis Fabianno - bald nach Deutschland nachkommt. Seine "Glücksbringer" nennt der erste Peruaner in Hoffenheims Bundesliga-Historie die beiden. "Deshalb trage ich bei Spielen ein T-Shirt mit Fotos von ihnen unterm Trikot", erklärte der Copa-America-Teilnehmer von 2011. Beim südamerikanischen Equivalent zur Europameisterschaft wurde "Bolt" mit Peru Dritter.

Glaube an Gott, Wissen um Klassenerhalt



Im Kraichgau muss er sich in den nächsten Wochen aber erst einmal alleine zurechtfinden. Kraft schöpft der Südamerikaner dabei aus dem Glauben. Er trägt eine Kette mit Madonnen-Anhänger und Kreuz um den Hals. "Die habe ich in Mexiko gekauft. Es ist die Jungfrau von Guadalupe", erklärt der Neu-Hoffenheimer.

Keine Frage des Glaubens ist für den Neuzugang das Erreichen des Saisonziels. "Ich glaube nicht nur, dass wir den Klassenerhalt schaffen, ich weiß es!" Sollte dieser gelingen und seine Familie ins Kraichgau kommen, dann wäre "mein Glück perfekt". Auch ohne Weltrekord wie Usain Bolt.

Christoph Gailer
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