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22.05.2013 - 11:54 Uhr


Hoffenheim selbstbewusst: "Unser Weg ist noch nicht zu Ende"

Nach dem 2:1-Auswärtssieg beim Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund, geht 1899 Hoffenheim voller Euphorie in die Relegationsspiele

Trainer Markus Gisdol: "Die Mannschaft hat sich die Chance verdient. Unser Weg ist noch nicht zu Ende"

Stürmer Sven Schipplock war am Aufwärtstrend der TSG in den letzten Wochen maßgeblich beteiligt

Zuzenhausen - Die Gallier bei Asterix und Obelix fürchten sich ja vor nichts. Fast nichts zumindest. Nur die Vorstellung, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte, versetzt sie in Angst. So unverletzlich fühlt sich die TSG 1899 Hoffenheim vor dem ersten Relegationsspiel um den Verbleib in der Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern am Donnerstag in Sinsheim zwar nicht. Dafür hat TSG-Trainer Markus Gisdol zu viel Respekt vor der Mannschaft des FCK.
"Die Chancen stehen in diesem Duell 50 zu 50", sagt Gisdol und weist die Favoritenrolle von sich. Allerdings sagt er auch: "Wir werden unser Ding durchziehen, egal ob da etwas vom Himmel fällt, oder sonst etwas passiert." Seine Mannschaft schaue nicht mehr nach links oder rechts, nur noch gerade aus: "Für uns gilt es, das kleine Fußball-Wunder zu vollenden."

"Das Wunder von Hoffenheim"



Der wundersame 2:1-Auswärtssieg beim Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund am allerletzten Ligaspieltag brachte den Badenern nach einer chaotischen Saison doch noch unerwartet die beiden Playoff-Spiele gegen die Herausforderer aus der Pfalz. In Hoffenheim ging dieses Ereignis bereits als "Das Wunder von Hoffenheim" in die Vereinsannalen ein. Seit Markus Gisdol vor sieben Wochen die Mannschaft als vierter Trainer vom gescheiterten Marco Kurz übernahm, lebt dieser Kader wieder. Und nicht zu Unrecht sagt Gisdol: "Die Jungs haben sich die Chance verdient, die sie nun nutzen wollen." Dieses tolle Erlebnis in Dortmund sei nicht in zwei Tagen zu verarbeiten, findet der Trainer.

Den Rückenwind und die Euphorie durch den Erfolg wollen die Hoffenheimer nun in die Relegation mitnehmen. Dabei mag Gisdol die Bedeutung des Heimspiels nicht höher hängen als die des Auswärtsspiels. Er hofft aber, dass die neue, positive Stimmung aus der Sinsheimer Arena "einen kleinen Hexenkessel" machen wird: "Wir brauchen jede Stimme, jede Emotion und die ganze Begeisterung, die möglich ist." Bei Training nach dem Erfolg von Dortmund empfingen 300 Fans die Mannschaft am Trainingsplatz in Zuzenhausen und feierten die Spieler. "Sensationell" sei das gewesen, sagt Gisdol: "Aber unser Weg ist noch nicht zu Ende."

Die Moral stimmt



Der Trainer versucht alle negativen Aspekte auszublenden. Nach all den Peinlichkeiten während dieser chaotischen Saison, habe man nichts mehr zu verlieren, findet er. Der Druck sei nun nicht größer als vor dem Spiel in Dortmund. "Wir sind schon zwei Mal abgeschrieben worden und doch wieder zurückgekommen", erinnert Gisdol an zwei prägende Momente der letzten Wochen. In Bremen lag die Mannschaft mit 0:2 nach 80 Minuten zurück und schaffte noch ein 2:2. Und in Dortmund lag die TSG nach 80 Minuten mit 0:1 hinten und schaffte noch die sensationelle Wende.

In beiden Spielen war Sven Schipplock maßgeblich als Einwechselspieler am positiven Ausgang beteiligt: In Bremen erzielte der 23 Jahre alte Angreifer beide Tore, gegen Dortmund holte er den zweiten Elfmeter heraus, den Sejad Salihovic zum 2:1 verwandelte. Als er gegen den HSV von Beginn an spielte, ging es schief und durch das 1:4 schien am vorletzten Spieltag der Abstieg besiegelt. Schipplock ist mit seiner unkonventionellen und draufgängerischen Spielweise ein idealer Joker, der auch in der Relegation ein wichtiger Faktor werden könnte.

Zunächst aber werden wohl die freischaffenden Offensivkünstler Firmino und Kevin Volland im Angriff beginnen. Firmino ist übrigens bei der nächsten gelben Karte gesperrt. Nur Tobias Weis wird verletzt ausfallen. Dass die lange verletzten Salihovic und Sebastian Rudy oder die zuletzt angeschlagenen Volland und David Abraham kräftemäßig Probleme bekommen werden, glaubt Gisdol dank des Erfolges in Dortmund nicht: "So ein Erlebnis lässt die Schmerzen vergessen."

Aus Zuzenhausen Tobias Schächter
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