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Bundesliga

14.10.2012 - 18:01 Uhr


Grün-weiße Hoffungsschimmer

Mit vereinten Kräften - Mergim Mavraj (r., mit Torhüter Max Grün) vermisst bei Fürth noch die Stärke im Kollektiv

Neuzugang Zoltan Stieber (l., mit Heinrich Schmidtgal) konnte gegen den HSV sein Potential andeuten, braucht allerdings noch Eingewöhnungszeit

Engagiert an der Seitenlinie, ruhig in der Analyse - Trainer Mike Büskens gerät bei Fürth nicht in Panik

München - 0:3, 0:2, 0:2 und 0:1 - die Resultate des Bundesliga-Neulings SpVgg Greuther Fürth in der heimischen Trolli-Arena lesen sich ernüchternd. Nach dem 7. Spieltag stehen die "Kleeblätter" mit vier Punkten auf dem letzten Tabellenplatz - den Fürthern deswegen schon die Bundesligatauglichkeit abzusprechen, wäre allerdings verfrüht.
Das Team von Trainer Mike Büskens hat zwar mit den ersten vier Heimspielen ohne Torerfolg einen neuen Negativ-Rekord in der Bundesliga aufgestellt und dabei keinen Punkt vor eigenem Publikum geholt. Doch das passierte schon anderen Teams, die später die Klasse hielten. Sowohl der Karlsruher SC 1963/64 als auch 1860 München 1994/95 verloren jeweils zu Saisonbeginn ihre ersten vier Heimpartien, stiegen aber am Ende nicht ab. Eine Statistik, die den Fürthern Mut machen sollte - selbst nach dem jüngsten Rückschlag gegen Hamburg. "Es ist bitter, wenn du aus so einem Spiel nichts mitnimmst", sagte Büskens nach der 0:1-Niederlage gegen den HSV. "Aber es ist so, dass es in der Bundesliga auf Kleinigkeiten ankommt."

Hack: "Haben eine gute Mannschaft"



Diese "Kleinigkeiten" betreffen zunächst einmal die Durchschlagskraft in der Offensive: Fürth erzielte erst zwei Tore - Felix Klaus´ Siegtreffer in Mainz ist strenggenommen das einzige selbsterzielte Tor der Franken, denn in Wolfsburg überwand Emanuel Pogatetz seinen eigenen Torwart Diego Benaglio. Die Offensivkräfte Olivier Occean und Dani Schahin verließen im Sommer das Frankenland in Richtung der Mit-Aufsteiger Frankfurt beziehungsweise Düsseldorf, um dort auf Torejagd zu gehen. Neuzugänge wie Edu, Zoltan Stieber, Ilir Azemi oder der momentan wegen einer Schulterverletzung fehlende Djiby Fall haben ihr Potenzial zwar schon angedeutet, brauchen aber noch Zeit.

"Wir haben eine gute Mannschaft und es war unsere Aufgabe, die in der Breite zu verstärken", sagte Präsident Helmut Hack im Interview mit dem "kicker". "Die Neuen können erst reinkommen und helfen, wenn die Alten funktionieren." Zumindest in der Defensive ist dies bereits zu erkennen. Mit elf Gegentoren liegen die Fürther nur knapp über dem Ligaschnitt. Schlussmann Max Grün zählt mit 71 Prozent abgewehrten Torschüssen zu den besseren seiner Zunft. Da stimmt die Tatsache optimistisch, dass in der Bundesliga-Historie häufiger die Mannschaft mit der schlechtesten Defensive, als die mit der schwächsten Offensive abstieg.

Tabellenplatz hat keine Aussagekraft



Insgesamt sieht auch Mergim Mavraj noch Steigerungspotential, gerade im Hinblick auf die mannschaftliche Geschlossenheit. "Wir sind auf das Kollektiv angewiesen. Wir alle funktionieren noch nicht so als Kollektiv", sagte der Fürther Kapitän im Anschluss an das Spiel gegen den HSV. "Die hochkarätigen Chancen entstehen durch Fehler. Die Kunst ist es, diese Fehler zu minimieren."

Dem momentanen Tabellenstand sollte dabei keine allzu große Bedeutung beigemessen werden. Denn weniger als die Hälfte der Teams, die zum gleichen Zeitpunkt der Saison den letzten Tabellenrang belegten, stiegen am Ende ab - in den beiden vergangenen Spielzeiten schafften sogar die Schlusslichter zur Winterpause (Mönchengladbach 2010/11 und Freiburg 2011/12) am Saisonende den Klassenerhalt. Das Auftaktprogramm mit den "Schwergewichten" FC Bayern und FC Schalke hatte es zudem in sich.

Büskens "verfällt nicht in Hektik"



Kein Grund also, Unruhe aufkommen zu lassen. Geht es nach Präsent Hack, besteht diese Gefahr bei Trainer Büskens nicht. "Er verfällt nicht in Hektik, das imponiert mir. Er analysiert die Situation ganz ruhig. Er verkörpert die Souveränität und Gelassenheit, die wir brauchen", sagte Hack über Büskens.

Auch in der 2. Bundesliga brauchte Büskens Zeit, die Mannschaft zu formen. Als Nachfolger von Benno Möhlmann stabilisierte er zunächst die Defensive, was sich allmählich auch auf die Offensive auswirkte - eine verbesserte Torausbeute war die Folge. So stellten die Fürther am Ende ihrer Aufstiegssaison das mit Abstand beste Heimteam: Die "Kleeblätter" gewannen 14 von 17 Heimspielen, schossen dabei die meisten Tore (46) und kassierten mit nur zwölf Treffern die wenigsten - gelingt es auch im Oberhaus annähernd zu diesen Werten zurückzufinden, ist der Klassenerhalt möglich.

Maximilian Lotz
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