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06.02.2013 - 16:51 Uhr


Gomes und Acquah für mehr Defensiv-Stabilität

Heurelho Gomes soll die Gegentorflut bei den Hoffenheimern stoppen

Für Tottenham stand der Brasilianer in der Premiere League 95 Mal zwischen den Pfosten

Afriyie Acquah soll im defensiven Mittelfeld der TSG für mehr Stabilität sorgen. Noch muss der Afrikaner aber auf sein Debüt warten

München - 44 Gegentore hat die TSG 1899 Hoffenheim in den 20 bisherigen Saisonspielen kassiert. Kein Wunder also, dass die Kraichgauer in der Winterpause gezielt nach neuem Personal für die Defensive gefahndet haben - und unter anderem in England und Italien fündig wurden.
Mit Heurelho Gomes von Tottenham und Afriyie Acquah aus Palermo verstärkte sich die TSG einerseits mit einem Torwart-Routinier, anderseits mit einem Talent fürs defensive Mittelfeld. bundesliga.de stellt die beiden Neuzugänge vor.
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Heurelho Gomes: Von der Tribüne ins TSG-Tor

Am Samstag um 15:31 Uhr schrieb Heurelho Gomes Geschichte. Er lief als erster brasilianischer Keeper in der Bundesliga auf. Der Last-Minute-Transfer debütierte nur gut 48 Stunden nach seiner Vertragsunterzeichnung und war somit mal wieder die Nummer 1 in einem Club. Bei seinem Stammverein Tottenham Hotspur stand der 31 Jahre alte Schlussmann zuletzt auf dem Abstellgleis und war nur noch die Nummer 3. Lediglich in den Pokalwettbewerben der laufenden Spielzeit schaffte es Gomes in den Kader, in der Premier League jedoch kein einziges Mal. Sein letztes Spiel in Englands Eliteliga absolvierte der Keeper am 7. Mai 2011. Umso bemerkenswerter war sein Einstand beim 2:1-Sieg über Freiburg. "Gomes war gut und zeigte eine starke Ausstrahlung", lobte Coach Marco Kurz im Anschluss an den ersten "Dreier" in der Rückserie.

Als Ersatzmann für den zuletzt in die Kritik geratenen Tim Wiese erfüllte Gomes seine Aufgabe mit Bravour. Besonders bei hohen Bälle überzeugte der 1,91-Meter-Hüne. In diesem Bereich unterliefen Wiese in der Vergangenheit mehrere Fehlgriffe. "Mit Heurelho Gomes bekommen wir einen Torhüter, der sowohl national als auch international eine Menge Erfahrung auf höchstem Niveau gesammelt hat", sagte Hoffenheims Manager Andreas Müller über den elfmaligen brasilianischen Nationalspieler, für den Hoffenheim die dritte Station in Europa ist. Im Sommer 2004 wechselte der damals 23-Jährige von Cruzeiro Belo Horizonte zur PSV Eindhoven und wurde auf Anhieb Stammkeeper, blieb in seiner Premieren-Saison zwischenzeitlich für 971 Minuten unbezwungen. Nach vier Jahren und vier Meistertiteln heuerte Gomes bei Tottenham an und erkämpfte sich prompt einen Stammplatz. Den verlor er in der Saison 2011/2012 allerdings an den US-Amerikaner Brad Friedel.

Doch zurück in die Gegenwart und die heißt Hoffenheim, wo Gomes' Leihvertrag bis zum Saisonende läuft. "Er wird seinen Beitrag dazu leisten, dass die TSG in der Bundesliga bleibt. Davon bin ich überzeugt", sagte Müller. Die Integration wird dem Neuzugang durch die Landsleute Chris, Roberto Firmino und Igor de Camargo, der einen belgischen Pass besitzt, erleichtert, die alle schon länger in Deutschland bzw. bei der TSG spielen. Sagen wollte Heurelho Gomes am Samstag unmittelbar nach seiner Bundesliga-Premiere noch nichts. Drei Punkte und einen Eintrag ins Geschichtsbuch - das sollte fürs Erste auch mal reichen.

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Afriyie Acquah: Über Belfast in die Bundesliga

Noch nicht in die Bundesliga-Statistik eintragen konnte sich bislang die neue Hoffenheimer Mittelfeldhoffnung Afriyie Acquah. Gegen Frankfurt stand das Talent zumindest schon mal im Kader. Trotz seiner erst 21 Jahren hat der Ghanaer schon einiges erlebt - auch abseits des Rasens. Bevor sich Acquah in 44 Serie-A-Spielen für Palermo und Parma einen Namen machte, musste sich der Afrikaner erst einmal in den staubigen Straßen der ghanaischen Hauptstadt Accra durchbeißen - bis die nordirische "Glentoran Academy" auf ihn aufmerksam wurde. Im Jahr 2005 erlöste die Akademie Ebenezer Afriyie Acquah, wie er mit vollem Namen heißt, aus der Not als Straßenkind und bot dem damaligen Teenager eine Perspektive als Profifußballer in Europa.

Die hat er nun auch in Hoffenheim, wo die Verantwortlichen von ihm überzeugt sind. "Afriyie Acquah hat trotz seines jungen Alters die Klasse und vor allem den Willen, der TSG einen entscheidenden Schritt weiterzuhelfen", erklärte Manager Andreas Müller. Die Stunde des Neuzugangs könnte auch bald schlagen, schließlich fallen mit Sebastian Rudy und Sejad Salihovic gleich zwei defensive Mittelfeldspieler wegen Verletzungen längerfristig aus.

Dass man mit Acquah aber nicht nur kurzfristig plant, zeigt die Vertragsdauer. Das Talent bekam einen Kontrakt bis zum Sommer 2017. In der italienischen Serie A war er zuletzt von seinem Stammclub Palermo, für den er im Februar 2011 debütierte, an Parma ausgeliehen. Acquah brachte es auf 13 Einsätze für den Verein aus der Region Emiglia-Romagna. Nun aber ist der Kraichgau seine neue Heimat. Hier wurde schon sein Landsmann Isaac Vorsah vom Talent zum gestandenen Bundesligaspieler geformt. Diese Entwicklung traut Glentoran-Academy-Gründer Christopher Forsythe auch Acquah zu und vergleicht ihn mit einem Ghanaer von Real Madrid. "Ich bin hoffnungsvoll, dass er ein Großer wie MichaeI Essien werden kann. Er hat alle Qualitäten dazu".

Christoph Gailer

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