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16.04.2013 - 17:18 Uhr


Ginter: "Fahren mit breiter Brust nach Stuttgart"

Matthias Ginter (2. v. r.) gehört zur Stammelf des SC Freiburg - der Innenverteidiger absolvierte seit Januar 2012 bisher 31 Bundesliga-Spiele

Ginter (2. v. r.) bei der Ehrung der besten Jugendspieler, wo er die Fritz-Walter-Medaille erhielt

Nachdem Freiburg im Viertelfinale des DFB-Pokals beim 1. FSV Mainz 05 siegreich war, soll nun in Stuttgart das Ticket nach Berlin gelöst werden

Freiburg - Mit einem Paukenschlag hat Matthias Ginter am ersten Rückrunden-Spieltag der vergangenen Saison seine Bundesliga-Karriere gestartet. Zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag wurde der Abwehrspieler vom damals neuen Cheftrainer Christian Streich gegen den FC Augsburg eingewechselt, zwei Minuten vor Schluss erzielte er per Kopf den 1:0-Siegtreffer. Es war der Beginn einer unfassbaren Aufholjagd des vermeintlich abgeschlagenen Tabellenletzten und der Start einer viel versprechenden Profilaufbahn.
Inzwischen hat es der Kapitän der U-19-Nationalmannschaft als Innenverteidiger zur Stammkraft gebracht. Mit dem aktuellen Tabellenfünften gastiert Ginter, der 2012 mit der Fritz-Walter-Medaille als bester Jugendspieler ausgezeichnet wurde, an diesem Mittwoch im Halbfinale beim Landesrivalen VfB Stuttgart (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Und dieser Wettbewerb ist seine Spezialität. Der 19-Jährige hat in seinem ganzen Leben noch kein Pokalspiel verloren.

bundesliga.de: Herr Ginter, Glückwunsch zur Qualifikation für die Europa League.

Matthias Ginter: Soweit ist es ja noch nicht.

bundesliga.de: Aber so gut wie: Fünfter in der Bundesliga und dann sind ja die nächsten Siege im Halbfinale und im Endspiel des DFB-Pokals sicher. Sie haben ja schließlich noch kein Pokalspiel verloren.

Ginter: Das stimmt. Dass ich mit der U 19 zwei Mal den DFB-Pokal gewonnen habe, freut mich und es wäre schön, wenn ich weiter kein Pokalspiel verlieren würde. Aber natürlich kann man sich darauf nicht verlassen.

bundesliga.de: Am Mittwoch geht es beim VfB Stuttgart um den Einzug ins Finale in Berlin. Was erwarten Sie in diesem Landesderby?

Ginter: Es gibt keinen Grund, uns zu verstecken. Wir haben Selbstvertrauen nach unseren zuletzt drei Siegen und fahren mit breiter Brust nach Stuttgart. Aber der VfB weiß auch um seine Chance.

bundesliga.de: Das badisch-schwäbische Duell gibt es ja gleich doppelt. Am Sonntag spielt der Sport-Club in der Bundesliga in Stuttgart. Spürt man den Unterschied zwischen einem Punkt- und einem Pokalspiel?

Ginter: Klar, im Pokal gibt es keine Unentschieden. Da geht es um alles oder nichts. In so einem Halbfinale steht ja viel auf dem Spiel.

bundesliga.de: Die Fahrt nach Berlin vor allem. Sie haben mit der U 19 zwei Mal im Olympiastadion gewonnen. Wie war das?

Ginter: Es war ein Riesenereignis für so einen kleinen Verein wie den SC Freiburg. Es ist ja nicht der Normalfall, dass der SC zwei Mal hintereinander ins Finale kommt. Das ganze Drumherum, die Veranstaltungen in Berlin und der Fokus, der auf einen gerichtet ist, das ist alles schon etwas Besonderes. Es gibt ja nichts Besseres für einen Fußballer als ein Finale.

bundesliga.de: Vor eineinhalb Jahren haben Sie noch in der Jugend gespielt, und dort ihre Spielpraxis ja im Mittelfeld gesammelt. Seit einem Jahr sind Sie aber Stammkraft in der Innenverteidigung. Ist das Ihre Lieblingsrolle?

Ginter: Ja, schon. Ich spiele am liebsten in der Innenverteidigung, kann aber auch als Sechser spielen. Aber ich fühle mich in der Innenverteidigung einfach wohler, weil ich das ganze Spiel vor mir habe. Ich denke, dass ich hier meine Stärken am besten einbringen kann. Ich bin kein Spieler, der auf der Zehn einen Traumpass schlägt. Ich denke, das sieht man auch, dass ich mich hinten wohler fühle.

bundesliga.de: Jan Rosenthal und Max Kruse werden den SC am Saisonende verlassen, auch um Daniel Caligiuri werben andere Clubs. Muss man davon ausgehen, dass auch Matthias Ginter den Club verlässt?

Ginter: Nein, normal nicht. Es gibt eigentlich keinen Grund dafür. Ich habe in Freiburg alles, was ich brauche. Ich spiele Bundesliga und bekomme Spielpraxis. Das ist für einen jungen Spieler wie mich das Wichtigste, dass ich regelmäßig spiele. Ich fühle mich beim SC ja auch sehr wohl.

bundesliga.de: Dass Trainer Christian Streich über die Entwicklung enttäuscht ist, verstehen Sie schon?

Ginter: Ja, klar. Sein Ärger ist verständlich, dass diese Offensivspieler gehen, die eine richtig gute Saison spielen.

bundesliga.de: Ist es ein Thema in der Mannschaft, dass drei Stammkräfte vor dem Absprung stehen?

Ginter: Natürlich redet man ein bisschen darüber. Aber es ist in der Kabine kein ständiges Thema. Klar ist es auf der einen Seite ärgerlich, dass diese Spieler gehen. Aber für sie ist es einfach der nächste Schritt in ihrer Karriere. Man sollte ihnen deshalb auch keine Steine in den Weg legen. Natürlich tut es ein bisschen weh, aber es werden bestimmt ein paar Neuzugänge kommen und dann muss man halt sehen, wie die sich hier zurechtfinden.

bundesliga.de: Sie haben die Fritz-Walter-Medaille erhalten und sind als Jugendspieler DFB-Pokalsieger geworden. Was ist wichtiger?

Ginter: Das lässt sich nicht wirklich vergleichen. Auf den Pokalsieg hat man ein ganzes Jahr hingearbeitet. Für die Fritz-Walter-Medaille habe ich mich nicht explizit im Training angestrengt. Das ist ein großer Bonus, auf den ich aber nicht speziell hingearbeitet habe. Auf den Pokalsieg schon.

Aus Freiburg berichtet Reinhard Sogl
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