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02.11.2012 - 23:30 Uhr


Fußball-Wahnsinn, Teil 2?

Nach dem legendären 4:4 in der Vorsaison kommt es am Samstag zur Neuauflage des Duells Borussia Dortmund gegen VfB Stuttgart

Seinen Ausgleichstreffer werde er "nie vergessen", sagt Stuttgarts Christian Gentner, der im März dieses Jahres den 4:4-Endstand erzielte

Beim BVB werden Mats Hummels (2.v.l.) und Sebastian Kehl (2.v.r.) auflaufen können - der Einsatz der beiden war nach dem Pokalspiel gegen Aalen gefährdet

München - Acht Tore, der Stuttgarter Ausgleich in letzter Sekunde, eine Achterbahn der Emotionen - das 4:4 zwischen Borussia Dortmund und dem VfB ging in die Bundesliga-Annalen ein. Am Samstag kommt es zur Neuauflage (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Und die Vorzeichen stehen nicht schlecht, dass sich der Wahnsinn wiederholen könnte.
Es ist der 30. März 2012, exakt 22:17 Uhr, als im Dortmunder Signal-Iduna-Park alle Dämme brechen. Christian Gentner heißt der Mann, der den Fußball-Wahnsinn mit seinem 4:4-Ausgleich zum Höhepunkt treibt und dem VfB Stuttgart bei den unfassbar starken Dortmunder Power-Playern einen niemals erwarteten Punktgewinn beschert.

"Da geht dir das Zäpfchen ab"



Ein gutes halbes Jahr ist es also her, als Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart mit einem sagenhaften Spektakel Geschichte geschrieben haben. Acht Tore, Spannung, Dramatik, ständig wechselnde Führungen, Aluminiumtreffer ohne Ende - die beiden Teams ließen nichts aus, um Verantwortliche, Fans und auch Journalisten in eine Art kollektiven "Unfassbarkeits-Zustand" zu versetzen. "Da geht dir das Zäpfchen ab." Die Analyse des VfB-Sportdirektors Fredi Bobic traf damals den Kern des Irrsinns.

Und heute? Da stehen die Vorzeichen für eine Neuauflage gar nicht mal so schlecht. Die Dortmunder haben sich im Liga-Alltag gefangen, brillieren in der Champions League und marschieren auch im DFB-Pokal souverän durch die Runden. Aber auch die Stuttgarter müssen sich nicht verstecken. Der komplizierte Saisonbeginn ist Geschichte, seit einigen Wochen packen sich die Schwaben ordentlich Punkte auf ihr Konto, in der Europa League ist Luft nach oben, dafür flutscht es wunderbar im DFB-Pokal.

Der VfB kommt ausgeruht



Den FC St. Pauli hat der VfB locker besiegt, und das Beste daran: Leitfiguren wie Martin Harnik, Vedad Ibisevic, Serdar Tasci oder eben jener Gentner bekamen Zeit zum Verschnaufen. "Es war gut, heute nicht über die volle Distanz gehen zu müssen", sagte der Mittelfeldspieler am Mittwochabend nach der Partie gegen St. Pauli zu bundesliga.de. Schon da war klar: It's Dortmund-time!

Seinen Ausgleichstreffer werde er "nie vergessen", bekannte Gentner mit einem beinahe schon sphärischen Lächeln im Gesicht. "Kämpfen, dagegen halten, voller Einsatz" - das waren die Schlagworte, die Gentner hinsichtlich der Reise nach Westfalen einfielen. Es liegt Elektrizität in der Luft, Samstag, 15:30 Uhr - brennt es dann wieder im Signal-Iduna-Park?

Natürlich ist der VfB Außenseiter. Trainer Bruno Labbadia standen jedenfalls die Sorgenfalten im sonnengebräunten Gesicht, als er von dem Ausflug seiner beiden Trainer Eddy Sözer und Andreas Menger berichtete. Die hatten sich auf den Weg nach Aalen gemacht, um dort die Borussia unter die Lupe zu nehmen. Resultat: "Es ist einfach klasse, wie souverän die Dortmunder das nach Hause gespielt haben", sagte Labbadia. "Wenn man sieht, welche personellen Alternativen sie haben, da können wir natürlich nicht mithalten."

Hummels und Kehl sind fit



Wobei der VfB seine Stammelf gefunden zu haben scheint, teaminterne Hierarchien haben sich in den letzten Wochen entwickelt. Außenverteidiger Gotoku Sakai ist bis Samstag wieder fit, der langfristige Ausfall von Cacau scheint derzeit sogar verkraftbar zu sein.

Und auch bei den Dortmundern ist alles im Lack. Nationalverteidiger Mats Hummels ist einsatzbereit, und auch der angeschlagene Sebastian Kehl kann von Beginn an anführen. BVB-Trainer Jürgen Klopp tat im Vorfeld alles, um die Emotionen zu zügeln. "Es wird ein schwieriges Spiel, aber ob's spektakulär wird - abwarten", wollte der 45-Jährige nichts versprechen.

Das ist auch besser so, schließlich ist der 30. März 2012 wirklich nur äußerst schwer zu toppen. Das wird auch ein Julian Schieber wissen. Der hatte damals die Dortmunder mit mörderischen Sololäufen und zwei Traumtoren zur Verzweiflung getrieben. Dortmund sah deshalb nur eine Chance: Ihn kaufen, so kann er ihnen am Samstag, am Tag X, wenigstens nicht mehr gefährlich werden.

Jens Fischer



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