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Bundesliga

01.01.1970 - 01:00 Uhr


FC Bayern auf Rekordjagd

Der FC Bayern holt aus den ersten acht Saisonspielen 24 Punkte und stellt damit eine neue Bestmarke auf

Schalke 04 behält im Revierderby gegen Borussia Dortmund die Oberhand

Nur vier Tage später gelingt den "Schwarz-Gelben" die Wiedergutmachung - gegen keinen geringeren Gegner als Real Madrid

München - Die Bayern stellen einen neuen Startrekord auf. Schalke 04 gewinnt nicht nur das Derby, sondern avanciert zum Bayern-Verfolger-Nummer 1. In Wolfsburg wird Felix Magath entlassen. Und die deutsche Nationalmannschaft liefert ein Länderspiel ab, von dem man vermutlich auch noch in 50 Jahren sprechen wird.
Der Monat begann für den deutschen Rekordmeister nicht allzu erfreulich. Erst reagierte Bayern-Coach Jupp Heynckes öffentlich gegen die von Sportdirektor Matthias Sammer nach dem Sieg in Bremen geäußerte Kritik. Dann unterlagen die Münchener überraschend in der Champions League beim Nobody BATE Borisov mit 1:3.

Acht Spiele - acht Siege



Vier Tage später hatten sich nach dem schmucklosen 2:0-Sieg gegen Hoffenheim alle wieder lieb. Es war der siebte Sieg in der Bundesliga nacheinander und die Einstellung des Startrekords, den die Bayern selbst, der 1. FC Kaiserslautern und Mainz 05 hielten. Doch damit begnügten sich die Münchener nicht. Am 8. Spieltag gastierten sie beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, der eine Woche zuvor ebenso wie Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt, die erste Saisonniederlage kassiert hatte.

Die Bayern nahmen die Aufgabe ernst und überrollten die Fortuna mit 5:0. Mit 24 Punkten aus den ersten acht Spielen waren die Münchener nun alleiniger Rekordhalter. Noch weiter ausbauen konnten sie die Bestmarke jedoch nicht. Am 9. Spieltag verloren sie ausgerechnet gegen ihren Lieblingsgegner Bayer Leverkusen daheim mit 1:2. Beide Treffer der "Werkself" waren halbe Eigentore, und besonders das zweite ein Fall fürs Kuriositätenkabinett. Sidney Sam köpfte Jerome Boateng an, der den Ball ins eigene Tor abfälschte.

Nutznießer der ersten Niederlage des Tabellenführers war der FC Schalke 04, der den Rückstand auf die Spitze dank einer Siegesserie auf nur noch vier Punkte verkürzte. Die "Knappen" gewannen erst das Prestigeduell beim Reviernachbarn Borussia Dortmund mit 2:1, anschließend in der Champions League bei Arsenal London mit 2:0 und letztlich auch noch gegen den 1. FC Nürnberg mit 1:0. Es sah gut aus für die "Königsblauen".

BVB triumphiert gegen Real



Auch Borussia Dortmund erholte sich schnell von der Derbyschmach und triumphierte nur wenige Tage später in der Champions League gegen das Superstarensemble von Real Madrid mit 2:1. Wie die Schalker übernahm der BVB damit mit sieben Punkten die Führung in der Hammergruppe vor Real, Ajax und Manchester City. Auch die Bayern, die zwei ihrer drei Spiele für sich entscheiden konnten, waren wieder auf Kurs.

In Wolfsburg gab es die erste Trainerentlassung der Saison. Eine 0:2-Heimniederlage gegen den SC Freiburg hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Felix Magath, der dreieinhalb Jahre zuvor noch der gefeierte Meistertrainer war, musste nach dem 8. Spieltag gehen. Die "Wölfe" standen auf dem letzten Platz, hatten nur fünf Punkte auf dem Konto und eine Torbilanz von 2:15.

Sein Nachfolger wurde Lorenz-Günther Köstner, der bereits vor zwei Jahren als Nothelfer einen guten Job beim VfL erledigt hatte. Köstner baute die Mannschaft wieder auf, setzte bedingungslos auf den von Magath zuletzt nicht mehr berücksichtigten Spielmacher Diego und feierte einen Einstand nach Maß. In Düsseldorf gewann Wolfsburg mit 4:1, weniger Tage später auch im Pokal gegen den FSV Frankfurt.

Leverkusen arbeitet sich nach oben



Ansonsten hatte sich Bayer Leverkusen in der Tabelle stetig nach oben gearbeitet, der Hamburger SV und der VfB Stuttgart waren nach ihren Fehlstarts ebenso wieder in der Spur wie Borussia Mönchengladbach. Krass abgebaut hatte dagegen der 1. FC Nürnberg, der nach sieben Punkten aus den ersten drei Spielen nur einen weiteren Punkt holte. Im Tabellenkeller steckten nach wie vor der FC Augsburg und die SpVgg Greuther Fürth fest.

In der 2. Runde des DFB-Pokals blieben die Überraschungen diesmal aus. Im einzigen Duell zweier Bundesligisten bezwang Fortuna Düsseldorf den rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach nach einem Tor des Ex-Borussen Nando Rafael äußerst schmeichelhaft mit 1:0 nach Verlängerung. Kein weiterer Bundesligist schied aus, lediglich Union Berlin (0:2 bei Kickers Offenbach) und der MSV Duisburg (0:1 beim Karlsruher SC) erwischte es bei klassentieferen Gegnern.

In der Europa League lief es für Bayer Leverkusen und Hannover 96 prima, die Gladbacher meldeten sich nach einem Fehlstart mit einem 2:0-Erfolg gegen Olympique Marseille zurück. Nur der VfB Stuttgart war noch sieglos und vom Ausscheiden bedroht.

Geschichtsträchtiges 4:4 gegen Schweden



Und dann war da noch das vielleicht verrückteste Länderspiel aller Zeiten. Die deutsche Nationalmannschaft hatte nach vier mehr oder weniger schwachen Länderspielen in Serie in Irland Wiedergutmachung betrieben und die Elf von Giovanni Trapattoni in Dublin nach Doppelpacks von Marco Reus und Toni Kroos sowie Treffern von Mesut Özil und Miroslav Klose mit 6:1 gedemütigt.

Vier Tage danach empfing Deutschland in Berlin Schweden, das sich auf den Färöer zu einem 2:1-Sieg gemüht hatte. 60 Minuten zelebrierte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw Traumfußball. Nach einer Viertelstunde hatte Miro Klose per Doppelpack die 2:0-Führung besorgt, Per Mertesacker erhöhte vor der Pause auf 3:0, Mesut Özil danach auf 4:0. Der Drops war gelutscht dachten alle im Stadion, alle vor dem Fernseher und auch alle deutschen Nationalspieler. War er aber nicht.

Haller verstorben



Das erste Gegentor der Schweden durch Zlatan Ibrahimovic (62.) wurde als Ehrentreffer abgetan, der zweite durch Mikael Lustig nur zwei Minuten mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen. Nach dem dritten Schweden-Streich durch Johan Elmander eine Viertelstunde vor Schluss brach Panik aus. Nichts ging mehr und 4:4-Ausgleich der Skandinavier in der Nachspielzeit durch Rasmus Elm war fast die logische Konsequenz. Dieses 4:4 ging in die Geschichte ein, denn noch nie zuvor hatte eine deutsche Nationalmannschaft einen derartigen Vorsprung noch hergeschenkt.

Eine traurige Nachricht kam aus Augsburg. Helmut Haller, Vizeweltmeister von 1966, war am 11. Oktober im Alter von 73 Jahren gestorben. Betrüblich war auch der Tod der Sportreporterlegende Harry Valerien, der 88 Jahre alt wurde.


Das Spiel des Monats Oktober, 9. Spieltag: Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach 2:3 (0:0)



22 Spiele lang war Hannover 96 im eigenen Stadion unbesiegt geblieben. Und es deutete wenig darauf, dass diese imponierende Serie, die aktuell längste aller Bundesligisten, an diesem Sonntag reißen sollte. Erst recht nicht, nachdem die Niedersachsen nach einer eher durchschnittlichen torlosen ersten Spielhälfte nach dem Seitenwechsel mächtig aufdrehten.

Jan Schlaudraff (49.) und Mame Biram Diouf (53.) schossen 96 mit 2:0 in Führung. Hannover diktierte das Spielgeschehen, Gladbachs Trainer Lucien Favre handelte. In der 69. Minute brachte er mit Mike Hanke und Peniel Mlapa zwei Stürmer. Postwendend gelang der Borussia durch Alvaro Dominguez nach Vorlage von Juan Arango der Anschlusstreffer.

Arango bereitete auch den Ausgleich von Roel Brouwers (77.) vor und vollstreckte zwei Minuten später höchstpersönlich per Freistoß zum 3:2 für die Borussia. Hannover konnte nichts mehr entgegen setzen, die schöne Serie war Geschichte.

Tobias Gonscherowski


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