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26.11.2012 - 12:11 Uhr


Ein Sieg, der nur bedingt zufrieden stimmt

Freude mit angezogener Handbremse: Bayer Leverkusen hat sich beim 2:1-Zittersieg in Hoffenheim nicht mit Ruhm bekleckert

"Wir spielten nicht das, was wir spielen wollten", sagte Bayer-Trainer Sascha Lewandowski

Die Hoffenheimer (hier mit Sejad Salihovic) sind durch die Heimniederlage auf den Relegationsplatz 16 abgerutscht

Sinsheim - Natürlich freute sich Sascha Lewandowski über die drei Punkte, die Bayer Leverkusen gerade durch den 2:1-Auswärtserfolg bei der TSG 1899 Hoffenheim eingefahren hatte. Aber mit der Art und Weise, wie dieser Sieg zustande kam, war der Sprecher des Bayer-Trainergespanns Lewandowski/Hyypiä an diesem Sonntag nicht zufrieden.
"Wir spielten nicht das, was wir spielen wollten", erklärte Lewandowski. Vor allem nach der 2:0-Führung zur Pause habe seine Mannschaft in den zweiten 45 Minuten dann "die Bälle sehr schnell verloren" und sei unter "Dauerdruck" geraten.

"Den Sieg über die Zeit retten"



Keine Frage: Torwart Bernd Leno war bester Leverkusener. Am Ende brachte das Trainerteam in Routinier Manuel Friedrich noch einen Verteidiger, um "den Sieg noch über die Zeit zu retten", wie Lewandowski erklärte. Er fügte aber hinzu: "Das kann natürlich nicht unser genereller Anspruch sein."

Trotz der komfortablen Halbzeitführung schafften es die Leverkusener nicht, in der zweiten Hälfte ihre Konter zu Ende zu spielen. Lediglich zwei Freistöße sorgten für Gefahr: Der Ball knallte nach Andre Schürrles Freistoß an die Latte (66.), nach Gonzalo Castros Versuch ging die Kugel knapp über das Tor (68.). "Ich glaube, wir waren uns in der zweiten Halbzeit mit dem 2:0 zu sicher. Im Endeffekt können wir sehr glücklich sein, dass wir das Ergebnis über die Zeit geschaukelt haben", erklärte Lars Bender, der sein Team schon nach 15 Minuten in Führung gebracht hatte. Kapitän Simon Rolfes hatte schön per Kopf vorgelegt, Bender kühl aus fünf Metern vollstreckt.

Bayer effizient



Positiv gesehen, darf man die Leverkusener Leistung allerdings auch als effizient bewerten. Mit der zweiten Torchance gelang ihnen in der 38. Minute das 2:0. Ein schöner Doppelpass zwischen Daniel Carvajal und Castro, schloss Carvajal sicher ab. Auch punktemäßig ist dieser Sieg viel Wert für Bayer.

Mit nun 24 Punkten auf Platz 5 liegen die Rheinländer nur einen Punkt hinter dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Und der Abstand auf den SC Freiburg auf Rang 6 beträgt immerhin fünf Punkte, auf Werder Bremen auf Rang 7 schon sechs Zähler. Diesen Vorsprung zu verteidigen, ist das Ziel im kommenden Auswärtsspiel bei Werder. Dazu aber, findet Trainer Lewandowski, müsse sich seine Mannschaft schnell verbessern.

Derdiyok und Schipplock beleben die Offensive



Das gilt auch für die TSG 1899 Hoffenheim, die durch die Niederlage auf Relegationsrang 16 zurückgefallen ist. Nur zwölf Punkte aus 13 Spielen sind eine bittere Ausbeute für die mit Europapokal-Ambitionen in die Saison gestarteten Badener. Wie schon bei der Heimniederlage zuvor gegen den VfL Wolfsburg und in vielen Partien zuvor, spielten die Hoffenheimer eine ganz schlechte und dann eine passable bis gute zweite Halbzeit.

Der Anschlusstreffer durch Fabian Johnson nach einer Stunde Spielzeit war verdient. Das Spiel wurde auch deshalb in der zweiten Halbzeit besser, weil in Eren Derdiyok für Joselu und Sven Schipplock für Vincenzo Grifo zwei echte Mittelstürmer ab Minute 46 auf dem Platz standen, die die Leverkusener Abwehrspieler stark beschäftigten. Doch die vorhandenen Chancen zum Ausgleich vereitelte entweder Leno im Leverkusener Tor, oder die Hoffenheimer vergaben sie fahrlässig - so wie Schipplock in der 73. Minute, als er freistehend aus zehn Metern über das Tor schoss.

Nun geht es am Mittwoch nach Nürnberg, bevor am kommenden Wochenende Bremen in die Arena nach Sinsheim kommt. Besonders in Nürnberg darf sich die Mannschaft keine Niederlage leisten, da die Franken nur einen Punkt besser in der Tabelle stehen. "Nun", sagt Trainer Markus Babbel "zählen nur noch Ergebnisse". Nicht mit dabei sein, wird bis zur Winterpause Kapitän Tim Wiese, der sich vor der Partie eine Knieverletzung zugezogen hat. Koen Casteels, der junge Belgier, war aber ein sehr guter Vertreter.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter
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