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20.11.2012 - 16:30 Uhr


Ein fast perfektes Comeback

So trauert man einer vergebenen Chance nur hinterher, wenn es sonst wieder richtig läuft: Dortmunds Kuba gegen Fürth

Anfang Oktober hatte sich der Pole (u.) beim Spiel in Hannover schwer verletzt und war seitdem ausgefallen

Ein Klick führt zur Spielmatrix von Kuba (r.) beim 3:1 gegen den Aufsteiger und Zoltan Stieber

"Beim nächsten Mal bin ich wieder an der Reihe", sagt Kuba über den Elfmeter, den er diesmal Robert Lewandowski überließ

München - "Wo liegt Kuba?" Dieses Wortspiel konnte sich Jürgen Klopp nicht verkneifen. Borussia Dortmunds Trainer braucht natürlich keine Nachhilfe in karibischer Geographie, sondern bezog sich auf seinen wieder genesenen Rechtsaußen Jakub "Kuba" Blaszczykowski.
Ein Journalist wollte wissen, wie fit der Pole nach seiner Verletzung und 83 intensiven Comeback-Minuten gegen Fürth sei, also antwortete der BVB-Coach nur: "Ich habe ihn gerade in der Kabine gar nicht gesehen und nur gefragt: 'Wo liegt Kuba?'"

Erschöpft, glücklich, abergläubisch



Denn der war nach seiner Rückkehr zwar erschöpft - aber auch "sehr glücklich". Nach seiner sechswöchigen Zwangspause hatte der Mittelfeldmotor wieder ein Feuerwerk abgebrannt wie zu besten Zeiten: 9,82 Kilometer abgespult, die meisten Torschüsse abgegeben, 61 Prozent der Zweikämpfe gewonnen, ein Tor vorbereitet und einen Strafstoß herausgeholt. Ein eigenes Tor wäre das i-Tüpfelchen auf sein Traum-Comeback gewesen.

Und Kuba wäre sogar Dortmunds etatmäßiger Elfmeterschütze. Doch da hielt sich der Auswahlkapitän ganz an eine alte Fußballregel: "Ich bin selbst gefoult worden. Dann ist es immer besser, wenn man nicht selbst antritt." So traf Nationalmannschafts-Kollege Robert Lewandowski vom Punkt. Blaszczykowski: "Ich bin dann beim nächsten Mal wieder an der Reihe."

Die Schmerzen sind noch da



Im Mittelpunkt stand nach dem souveränen 3:1 über den Aufsteiger dennoch der Rückkehrer, endlich durften die Borussen-Fans wieder die perfekt harmonierende rechte Meister-Seite mit Kuba und seinem zweiten Landsmann im Team, Lukasz Piszczek, bestaunen. Dass Blaszczykowski quasi aus dem Reha-Zentrum in die Startelf gespült wurde - damit hatten vor dem Fürth-Match noch die wenigsten gerechnet. Aber er war bereit. "Ich hatte vorher noch etwas Angst", sagt der 26-Jährige, "aber ich bin froh, dass ich zeigen konnte, dass ich während meiner Verletzungspause nicht so viel verloren habe."

Vor sechs Wochen hieß die bittere Diagnose nach dem Hannover-Spiel noch Teilriss des Syndesmose- und Außenbandes im linken Sprunggelenk. Und ganz überstanden ist die Blessur noch nicht: "Ich habe teilweise noch Schmerzen. Es wird sicher noch etwas Zeit brauchen, bis ich ganz ohne Beschwerden bin."

Denn die Borussia braucht einen fitten Blaszczykowski. Mit ihm in der Startformation hat der Doublesieger in dieser Saison kein einziges Spiel verloren. Ohne ihn als Starter gab es in fünf Spielen nur zwei Siege, ein Remis und es zwei Niederlagen. Überhaupt ist 2012 Kubas Jahr. Seine sagenhafte Bilanz: 21 Scorerpunkte in 24 Pflichtspielen, inklusive herausgeholter Elfmeter wie gegen Fürth.

Gegen Ajax wieder in der Startelf?



Schon am Mittwoch könnte er dann auch wieder selbst antreten: In der Champions Leauge kann der BVB mit nur einem Zähler in Amsterdam die nächste Runde buchen und es scheint kaum vorstellbar, dass Klopp bei den Niederländern auf Blaszczykowski in dieser Form verzichtet. "Wir werden das noch besprechen", sagt der Mittelfeldmann selbst, "aber prinzipiell fühle ich mich gut und würde mir zutrauen, auch gegen Ajax zu spielen. Wie lange, muss man dann sehen."

Lewandowski hatte das enge Hinspiel, noch ohne Blaszczykowskis Hilfe, erst sehr spät entschieden. "Sie haben schon in Dortmund gezeigt, dass sie ein richtig guter Gegner sind", sagt Blaszczykowski. "Da haben sie uns das Leben sehr schwer gemacht." Der Meister der Eredivisie ist ein anderes Kaliber als die Fürther, vielleicht braucht Klopp Kuba also wieder sehr lange auf dem Platz. Und vielleicht ist der Coach anschließend auch wieder zu Wortspielen aufgelegt.

Christoph Gschoßmann
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