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Bundesliga

31.03.2013 - 13:45 Uhr


Doppelpack beim gefühlten Abschied

Max Kruse (l., mit Matthias Ginter) erzielte gegen Mönchengladbach seine Saisontore acht und neun

Ginter herzt Kruse, der mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack Freiburg auf Tabellenplatz 7 schoss

Bald in einem Team? Gladbachs Martin Stranzl, der wegen einer gebrochenen Nase mit Maske spielte, konnte Kruses Treffern am Samstag wenig abegwinnen

Freiburg - Dank zweier Tore von Max Kruse gewinnt der SC Freiburg 2:0 gegen Mönchengladbach. Für den Matchwinner war die Partie etwas Besonderes, wie er nach dem Schlusspfiff zugab. Schließlich seien ihm noch nie zuvor zwei Tore in einem Bundesligaspiel gelungen.
Der Mann des Spiels fand, dass viel zu viel Aufhebens um ihn gemacht werde. "Meine Person stand in den letzten Tagen ein bisschen zu sehr im Fokus", sagte Max Kruse, der mit seinen beiden Toren (69./90.+2) die Partie gegen Borussia Mönchengladbach entschieden hatte. Kruse, dessen Wechsel zu ebenjenen Gladbachern in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden dürfte, lässt in Freiburg viele Fans zurück.

"Den Kruse, den habt ihr nicht verdient", sang die SC-Kurve deshalb schon nach dem ersten Treffer, einem brillant ins Toreck geschlenzten Schuss aus 17 Metern. Als der ehemalige St. Paulianer mit seinem zweiten Tor den 2:0-Endstand hergestellt hatte, gab es Standing Ovations des gesamten Stadions. Doch in den Applaus mischte sich auch Wehmut: Zu gerne hätten es Fans und Offizielle im Breisgau gesehen, wenn der 25-Jährige die vertraglich zugesicherte Ausstiegsklausel nicht ziehen würde und doch noch ein Jahr beim SC bleiben würde.

"Nichts endgültig entschieden"



Dass das passiert ist allerdings eher unwahrscheinlich. Zwar betonte Kruse, um den sich nach dem Spiel die Reporter scharten, es sei "noch nichts endgültig entschieden", einige Formulierungen wie "Ich bin mir sicher, dass ich mich sportlich verbessern werde", deuteten aber darauf hin, dass die Zeichen auf Abschied stehen.

Das sehen auch die Freiburger Offiziellen so. Manager Dirk Dufner ("müsste lügen, wenn ich diesen Transfer infrage stellen würde") hatte zuletzt den wahrscheinlichen Abgang des Goalgetters nicht mehr dementiert. Und nach dem vollauf verdienten Freiburger Sieg war auch Trainer Christian Streich anzumerken, dass er die Hoffnung auf den Verbleib eines seiner begabtesten Kicker fahren lassen hat: "Wie Max das erste Tor gemacht hat, zeigt natürlich seine ganze Klasse", betonte der Trainer mit traurigem Blick.

In der Tat hatte Kruse in einer Überzahlsituation das Naheliegendste - den Pass auf den besser postierten Jonathan Schmid - unterlassen und stattdessen den Ball vorbei am verdutzten Keeper Marc-Andre ter Stegen neben den Pfosten gesetzt (69.). Weniger spektakulär, aber ebenfalls wichtig dann der zweite Treffer, als er nach einem Querpass des eingewechselten Ivan Santini in der Nachspielzeit den 2:0-Endstand herstellte.

Vollzogen sei der Transfer aber noch nicht, wie Max Eberl, Sportdirektor der Borussia, im Doppelpass bei "Sport1" betonte: "Wir würden den Spieler gerne nach Gladbach holen, aber es ist noch nichts unterschrieben. Der Junge hat Charakter bewiesen, indem er gestern das Spiel gegen uns entschieden hat. Das zeigt die Klasse des Spielers."

Zwei besondere Spiele



"Ich sehe mich nicht als Matchwinner und habe ja immer betont, dass ich in jedem Spiel alles geben werde", wimmelte Kruse nach der Partie alle Komplimente ab. "Ein besonderes Spiel" sei die Partie aber dennoch gewesen. "Schließlich war heute das erste Mal, dass ich zwei Tore in einem Bundesligaspiel geschossen habe."

Schon am kommenden Spieltag steht für Kruse das nächste besondere Spiel auf dem Plan: Am Samstag Abend trifft der SC im hohen Norden auf den HSV, also den Verein, dem Kruse als Junge die Daumen hielt: "In Hamburg war an jedem Wochenende Fußball", erinnert sich Kruse, "mit meinem Vater bin ich zum HSV und alleine als Millerntor. Ich habe die Rivalität nie so verbissen gesehen wie viele Fans."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf
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