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19.05.2013 - 18:26 Uhr


Die Puppen tanzen weiter durch die Bundesliga

Der FC Augsburg spielt auch in der Saison 2013/2014 erstklassig. Im Abstiegs-Showdown setzen sich die Schwaben durch

Schlüsselszene: Alexander Manninger (l.) pariert beim 3:1-Erfolg des FCA gegen Fürth in der Anfangsphase einen Elfmeter von Edgar Prib. Der Keeper soll unbedingt gehalten werden

Augsburgs Manager Sport, Stefan Reuter (r.), ist einer der Väter des Augsburger Klassenerhalts

Augsburg - Nach dem finalen Pfiff von Schiedsrichter Tobias Welz in der Augsburger Arena gab's kein Halten mehr. Ersatzspieler, Betreuer, Medizinmänner und Co. streiften sich Shirts über mit dem Aufdruck "Die Puppen tanzen weiter durch die Bundesliga. Erstklassig", stürmten aufs Feld und eröffneten die Riesenparty.
Einer allerdings fehlte zunächst: Markus Weinzierl. Der FCA-Trainer hatte das Ende der Partie Hannover 96 gegen Fortuna Düsseldorf (3:0) abgewartet - in der Befürchtung, dass der Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt in den letzten Minuten das Blatt noch wenden würde. Erst dann ging's mitten hinein ins Vergnügen, um zusammen mit den anderen den Gewinn des eben erst errungenen Titels zu feiern.

Dank des 3:1-Erfolgs gegen die SpVgg Greuther Fürth kletterten die Schwaben auf Rang 15, den ersten Platz, der den Nicht-Abstieg garantiert. Und wer den belegt, ist Kellermeister.

Manninger-Transfer als Wegweiser



Den Grundstein für den späteren Sieg legte Alexander Manninger, der schon nach vier Minuten bei der Elfmeter-Wiederholung die Oberhand gegen den zunächst erfolgreichen Schützen Edgar Prib behielt. Sicher wäre es ungerecht, den Last-Minute-Klassenerhalt allein an dem erst im Winter gekommenen österreichischen Ex-Nationaltorhüter festzumachen.

Doch dass der FCA als Wiederholungstäter in Aktion treten konnte, wie schon in der vergangenen Saison das Wunder vollbrachte, nach verkorkster Vorrunde das rettende Ufer noch zu erreichen, war maßgeblich mit das Verdienst des 35-Jährigen. "Wir wurden in der Hinrunde unter Wert geschlagen, wussten, dass wir mehr können", sagte Alexander der Große nach geschlagener Schlacht.

Weinzierl adelt seinen Keeper



Nur allzu gern würden die Augsburger auch in die Meisterschaftsrunde 2013/14 mit Manninger gehen. Problem: Noch ist der Vertrag nicht verlängert. "Wir werden tausendprozentig anstreben, ihn zu halten", verriet Markus Weinzierl, der noch an Ort und Stelle erste Versuche startete, den Österreicher zum Bleiben zu bewegen.

"Er hat in der Rückrunde als Torwart eine Stellung eingenommen, die unheimlich wichtig war für uns, auch für die Mannschaft sehr, sehr wertvoll war", fuhr der Chefcoach fort und bezeichnete den Schlussmann als "Ausnahmeprofi, was die Einstellung angeht. Er ist der Erste der kommt und der Letzte der geht."

Comeback von Manager Stefan Reuter?



Auch Stefan Reuter wird alles unternehmen, um diese Personalie zu einem für den FCA positiven Ende zu bringen. Unmittelbar nach dem Abpfiff befand sich der Geschäftsführer Sport allerdings auf der Flucht vor Bierduschen. Obwohl er später mit durchnässter Kleidung erschien, hatte er sich den Respekt von Daniel Baier erworben.

"Reuter ist trotz seines Alters noch schneller als mancher Spieler bei uns", flachste der Mittelfeldmann. "Deshalb müssen wir darüber nachdenken, ob er noch einmal die Fußballschuhe anzieht."

Historisches geschafft



Auch Markus Weinzierl saß - trotz der noch deutlich erkennbaren Anspannung - der Schalk im Nacken. Das Ziel in der nächsten Saison müsse sein, "besser zu starten als heuer", merkte der Coach an, um sogleich ins humorige Fach zu wechseln: "Ich könnte ja sagen, mein Trainingsplan war von Anfang an auf die Rückrunde ausgelegt, und am Schluss wird abgerechnet."

Wer noch einmal nachrechnet, kommt zu dem Ergebnis, dass die Mannschaft in der ersten Halbserie nur neun seiner insgesamt 33 Saisonpunkte geholt hat. Mithin ist es ihr gelungen, sich ins Geschichtsbuch des deutschen Fußballs zu kicken. Bis dahin hatte es kein Bundesligist mit einer derart katastrophalen Vorrundenbilanz geschafft, die Klasse zu halten.

Aus Augsburg berichtet Reinhart Kruse
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