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02.01.2013 - 21:16 Uhr


Die "Kurz-Geschichte" soll ein Happy End bekommen

Marco Kurz soll die TSG zum Klassenerhalt führen. Aktuell rangieren die Kraichgauer am Relegationsplatz

Mit Manager Andreas Müller (l.) hat Kurz 1997 den UEFA-Pokal gewonnen (mit Schalke 04)

Zuletzt war Kurz als Trainer beim 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag, wo er am 20. März 2012 entlassen wurde

Zuzenhausen - Als die Kurz-Geschichte bei 1899 Hoffenheim begann, lag das Happy End für die Profis noch hinter einem Berg von Arbeit verborgen. "Die Spieler werden froh sein, sich mittags ausruhen zu können. Einen freien Tag wird es bis zum Rückrundenstart nicht geben. Und wenn, dann nur, weil die Jungs richtig gut arbeiten", sagte der neue Trainer Marco Kurz vor seiner ersten Einheit im Trainingszentrum des abstiegsgefährdeten Bundesligisten am Mittwoch in Zuzenhausen.
Kurz will mit einer harten Gangart, eiserner Disziplin und Neuzugängen für die mit Abstand schwächste Defensive der Eliteklasse den ersten Abstieg des Klubs verhindern. "Es gibt Richtlinien und einen Verhaltenskatalog. Disziplin und Pünktlichkeit sind selbstverständlich", sagte der 43-Jährige, den die Kraichgauer fünf Tage vor Weihnachten vorgestellt hatten: "Ich brauche keine Träumer, keiner darf sich in die Tasche lügen. Jeder muss seinen Beitrag dazu leisten, damit wir nicht absteigen."

Direkter Klassenerhalt als Ziel



Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, hat sich Kurz ganz im Stil eines Malochers in einem Zimmer auf dem Trainingsgelände einquartiert. Der Nachfolger des erfolglosen Interimstrainers Frank Kramer hat einen Vertrag bis 2014 unterschrieben, er will seinen neuen Schützlingen die richtige Einstellung vorleben. So soll der Herbstmeister von 2008 trotz der sieben Punkte Abstand zum rettenden Ufer doch noch den Relegationsplatz verlassen.

"Unser Ziel ist es, noch eine Mannschaft vor uns zu schnappen", sagte der sechste Hoffenheimer Coach in zwei Jahren, dessen neues Team die schlechteste Hinrunde der Klubgeschichte absolviert hat: "Jetzt müssen die Weichen gestellt werden, damit wir im ersten Rückrundenspiel am 19. Januar gegen Borussia Mönchengladbach seriös um drei Punkte spielen können."

Genau das konnten die Hoffenheimer, die am 3. Dezember Coach Markus Babbel entlassen hatten, in den vergangenen Monaten nicht mehr. Der Club von Mäzen Dietmar Hopp, der in der Hinrunde nur zwölf Punkte gesammelt hat, kassierte zuletzt sechs Pleiten in Folge. Aus den zurückliegenden zwölf Partien holten die Kraichgauer, die drei Zähler vor den direkten Abstiegsplätzen liegen, nur einen Sieg.

Keine Abgänge geplant



Das alles ist Kurz, der im März 2012 nach 16 Spielen ohne Sieg in Folge beim 1. FC Kaiserslautern entlassen worden war, nicht verborgen geblieben. "Wir müssen härter, besser und konstruktiver arbeiten als andere Clubs, um eine großartige Rückrunde zu spielen", sagte der gebürtige Stuttgarter: "Wir müssen der Mannschaft Sicherheit geben, die Ausrichtung und die Leidenschaft müssen erkennbar sein."

Daran will Kurz vor allem ab Montag im Trainingslager in Portugal arbeiten. Für Manager Andreas Müller wäre es "wünschenswert", wenn die Verstärkungen für das defensive Mittelfeld und die Innenverteidigung bereits mit an die Algarve reisen könnten. Abgänge sind keine geplant, allerdings muss die Rolle des zuletzt verletzten und auf die Bank verbannten Kapitäns Tim Wiese geklärt werden.

Die alten Kumpel Müller ("Wir werden genau verfolgen, wer wie mitzieht") und Kurz, die beide in Stuttgart geboren sind und 1997 gemeinsam den UEFA-Cup im Trikot von Schalke 04 gewannen, arbeiten bei all diesen Themen Hand in Hand. Schließlich möchte Kurz nach dem erhofften Klassenerhalt "das Projekt Hoffenheim langfristig wieder in die richtige Spur bringen".
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