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26.06.2013 - 22:21 Uhr


Bayerns Auftakttraining in der Allianz Arena: Gemächlicher Start für Guardiola

Pep Guardiola hat am Mittwochnachmittag sein erstes Training als Chefcoach des FC Bayern München geleitet

Der Spanier (l., hier mit Emre Can) gab die meisten Kommandos schon auf Deutsch und suchte immer wieder das Gespräch mit seinen neuen Spielern

Nationalspieler Thomas Müller (l.) zeigte sich zufrieden mit dem Auftakttraining in der Allianz Arena: "Wir haben viel mit dem Ball gearbeitet. Es hat Spaß gemacht"

München - Vor einer großen Kulisse, allerdings ohne spektakuläre Knalleffekte hat Pep Guardiola am Mittwochnachmittag sein erstes Training als Chefcoach des FC Bayern München geleitet. An die 10.000 Anhänger hatten sich bei wenig sommerlichen Temperaturen in der Allianz Arena versammelt, um der Auftakteinheit beizuwohnen und dem stark dezimierten Team des Triple-Siegers immer wieder Applaus zu spenden.
Um exakt 17:02 Uhr hatte Guardiola in kurzer schwarzer Hose und weißer Trainingsjacke den Rasen betreten und seine Assistenten erst einmal mit dem Aufwärmprogramm beauftragt, das er selbst mit in den Taschen vergrabenen Händen komplett vom Rand beobachtete. Nach einer Viertelstunde "Sechs gegen Zwei", zu dem drei große Kreise gebildet wurden, ging es für den gesamten Kader in den Sechzehner vor der Südkurve.

Guardiola dirigiert auf Deutsch



Nachdem Guardiola das Geschehen bis dahin eher von außen beäugt hatte, wurde der ehemalige spanische Nationalspieler dort nun selbst aktiv: Bei kurzen Doppelpassstafetten an der Strafraumgrenze gab der einstige Mittelfeldstratege erst den Ballverteiler, ehe die Spieler zu einem Parcours über die gesamte Platzlänge durchstarten mussten. Mit dem Leder am Fuß blühte der 42-Jährige sichtlich auf und dirigierte mit großer Leidenschaft, bevor er nach etwa 40 Minuten zur Verschnaufpause bat und zu einer ersten, gestenreichen Manöverkritik anhob.

Und diese zeigte Wirkung, denn danach ging es zwar mit der gleichen Versuchsanordnung, jedoch deutlich mehr Tempo und Biss weiter - von einem möglichen Schlendrian nach drei Titeln und zahllosen Bestmarken in der vergangenen Saison war jedenfalls nichts zu erkennen. "Wir haben viel mit dem Ball gearbeitet. Es hat Spaß gemacht", zeigte sich Thomas Müller später zufrieden. Die Kommandos habe der Katalane dabei schon "zu 80 Prozent auf Deutsch" gegeben.

Ribery schwärmt



Doch nicht nur die Sprachkenntnisse, auch der Stil Guardiolas kam an. "Der Trainer hat eine wahnsinnig umgängliche Art, ist sehr kommunikativ. Ich glaube, das ist für uns alle sehr angenehm", erklärte der vom 1. FSV Mainz 05 verpflichtete Jan Kirchhoff, der als einziger Neuzugang dabei war. Franck Ribery schwärmte vor allem vom großen Fußballsachverstand des Mannes, der mit dem FC Barcelona in nur vier Jahren sage und schreibe 14 Titel gewonnen hatte: "Du fühlst sofort, was er machen will."

Zum Abschluss ließ Guardiola, der immer wieder das Gespräch mit einzelnen Akteuren suchte, in kleinen Feldern noch einmal die Ballbehauptung und das Passspiel in Bedrängnis einstudieren, um die Mannschaft dann nach einigen Fitness- und Dehnübungen sowie einer letzten kurzen Ansprache um 18:29 Uhr unter dem Beifall der Fans in den wohlverdienten Feierabend zu entlassen.

Chance für den Nachwuchs



Schon am Donnerstag wird erneut im Stadion trainiert - bis Guardiola alle Stars beisammen hat, werden trotzdem noch einige Wochen vergehen: Neben den drei Confed-Cup-Startern Dante, Luiz Gustavo und Javier Martinez steigen die Nationalspieler Arjen Robben, David Alaba, Daniel van Buyten und Xherdan Shaqiri ebenfalls später ein. Dazu sind Mario Götze (Muskelbündelriss) und Holger Badstuber (Kreuzbandriss) nach wie vor verletzt, während Bastian Schweinsteiger (Fuß-OP) erst nach und nach wieder eingreifen soll.

Zum Trainingsstart machte Guardiola die Not deshalb zur Tugend und schaute sich neben den bereits bekannten Talenten Emre Can, Pierre-Emile Hojbjerg, Patrick Weihrauch, Lukas Raeder und Mitchell Weiser auch sieben mögliche Newcomer aus der Regionalliga-Mannschaft an. Das war nicht sonderlich spektakulär, vielleicht aber auch schon ein erstes Zeichen für die Zukunft.

Aus München berichtet Stefan Missy
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