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30.11.2012 - 10:42 Uhr


Bayern vs. Dortmund: Stärken und Schwächen der Rivalen

Am Samstag kommt es zum Gipfeltreffen zwischen Bayern München und Borussia Dortmund

Mit 40 Treffern stellt der Rekordmeister den mit Abstand gefährlichsten Angriff der Bundesliga

Torgefahr verkörpert allen voran Mittelstürmer Mario Mandzukic: Der Kroate hat in der laufenden Saison bislang neun Mal getroffen

Sein Gegenüber steht ihm in Nichts nach: BVB-Torjäger Robert Lewandowski (r.) gelangen in dieser Spielzeit ebenfalls neun Treffer

München - Die ganze Bundesliga hat wochenlang darauf hingefiebert, am Samstag ist es soweit: Im Topspiel des 15. Spieltags empfängt der aktuelle Herbstmeister FC Bayern den amtierenden Meister Borussia Dortmund (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).
Es kommt zum Duell der Superlative: Bayern stellt den besten Angriff und die beste Abwehr, Dortmund folgt in beiden Kategorien auf Platz zwei. Vor dem Gipfeltreffen analysiert bundesliga.de, welche Daten und Statistiken für die jeweiligen Clubs sprechen und wo die Stärken und Schwächen der Kontrahenten liegen.
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Geballte Offensivkraft aus dem Mittelfeld - Bollwerk in der Defensive

Die Angreifer liegen beim FC Bayern voll im Soll. Schon zehn Mal haben Mario Mandzukic und Konsorten eingenetzt. Geballte Offensivkraft kommt auch - oder vor allem - aus dem Mittelfeld. 27 Tore erzielten Thomas Müller und Co. in der laufenden Saison. Die Bayern-Mittelfeldspieler glänzten auch häufig als Vorbereiter. Sage und schreibe 30 Tore hat das Herzstück des FCB schon aufgelegt - Ligabestwert. Zudem ist der Herbstmeister schwer auszurechnen: Kein Team hat mehr unterschiedliche Torschützen als die Bayern (zwölf).

Die Abwehr der Bayern ist ein wahres Bollwerk: Nur fünf Gegentore kassierten die Münchner bisher. Ein Kind des Zufalls ist dieser Wert nicht, denn gegnerische Mannschaften feuerten lediglich 106 Schüsse auf das Tor der Bayern ab. Zum Vergleich: Der Hamburger SV - Letzter in diesem Ranking - ließ seinen Gegnern viel mehr Freiräume. Adler flogen 232 Schüsse um die Ohren. Die Heynckes-Elf ließ zudem die wenigsten Gegentreffer sowohl durch Angreifer (zwei) als auch durch Mittelfeldspieler (drei) zu. Nur 36 Mal kamen Stürmer gegen den Rekordmeister zum Abschluss.

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"Lewa" in Topform - BVB-Abwehr solide

Neun Tore haben die Angreifer von Borussia Dortmund auf dem Konto. Besser gesagt, neun Tore hat Robert Lewandowski auf dem Konto. Und genau das ist das Problem: Der Pole ist richtig stark, doch sonst hat der BVB im Angriff wenig Alternativen. Die Mittelfeldspieler der Borussia glänzten mit 16 Treffern und 16 Vorlagen. 32 Scorerpunkte sind ein guter Wert, doch das Bayern-Mittefeld hat fast doppelt so viel (57). Die Abwehr strahlt bei Dortmund Torgefahr aus: Die BVB-Verteidiger trafen bereits vier Mal. Einzig die Verteidiger von Borussia Mönchengladbach sind mit acht erzielten Toren noch gefährlicher.

Tolle Defensive - nur Bayern ließ weniger Gegentore zu (fünf) als Dortmund (15). Der BVB macht es den Gegnern sehr schwer: 130 Schüsse flogen auf den Kasten von Roman Weidenfeller. Durchschnittlich ließen die Mannschaften in der Bundesliga 176 Schüsse zu. Die gegnerischen Angreifer haben gegen die Klopp-Truppe wenig zu bestellen. Nur Bayern ließ weniger Gegentore durch Stürmer zu (zwei) als Dortmund (drei).

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Starke Flügelzange - Gute Ordnung bei Standards

Der FC Bayern ist die erfolgreichste Konter-Mannschaft der Bundesliga. Der Rekordmeister erzielte zehn Tore nach Gegenangriffen. Aus dem laufenden Spiel heraus trafen die Münchner schon 34 Mal. Bei Standardsituationen dagegen hat der Tabellenprimus Probleme. Nur 15 Prozent der Standards landeten im gegnerischen Tor, darunter waren zwei Elfmeter. Auf einen direkt verwandelten Freistoß warten Bastian Schweinsteiger und Co. in der laufenden Saison noch immer. Über die Außenbahnen rollt bei den Bayern der Rubel. 219 Flanken schlugen die Flügelspieler in die Zentrale, 13 Tore resultierten daraus.

Bayern überzeugt mit einer schnellen Rückwärtsbewegung: Die Mannschaft von Jupp Heynckes musste noch kein Gegentor nach einem Konter hinnehmen. Nur der FC Augsburg ließ weniger Torschüsse nach Konterangriffen zu (acht) als der Rekordmeister (zehn). Bei Standards stimmt die Zuordnung. Kein Team kassierte weniger Gegentore nach ruhenden Bällen als Bayern (zwei). Die Münchner sind zum Beispiel bei Eckbällen noch ohne Gegentreffer.

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Sand im Kontergetriebe - Stabil bei ruhenden Bällen

Man müsste meinen, das Umschaltspiel ist das Dortmunder Prunkstück in der Offensive. Doch in dieser Saison hakt es in dieser Beziehung noch beim amtierenden Meister. Der BVB ist die Mannschaft mit den wenigsten Kontertorschüssen (zehn). Aus dem Spiel heraus ist der BVB stark - 23 Mal hat die Elf von Trainer Jürgen Klopp auf diese Weise schon getroffen. Sehr viele Chancen erarbeiten sie sich auch nach Standards: Die Westfalen kamen ligaweit am häufigsten nach Ecken oder Freistößen zum Schuss (72 Mal). 91 Ecken hat die Borussia schon geschlagen - nur Bayern mehr (98). Dabei sprang allerdings nur ein Tor heraus.

Auch Dortmund hat bei Standardsituationen des Gegners die Lage im Griff. Kein Team ließ weniger Gegentore nach ruhenden Bällen zu als der BVB (zwei). 35 Torschüsse gestatteten Mats Hummels und Kollegen den Gegnern nach einer Standardsituation. Bayern hat in dieser Statistik die Nase vorn (31). Die "Schwarz-Gelben" müssen sich nur ein einziges Gegentor nach einem Freistoß ankreiden lassen.

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Zeitunabhängige Torfabrik - Abwehr ohne Schwächephasen

Bayern stellt mit 40 Toren den gefährlichsten Angriff der Bundesliga. Ob in der Anfangsviertelstunde, der ersten Hälfte insgesamt, nach der Pause oder in der Schlussphase des Spiels: Die Münchner liegen in allen Statistiken vorne. Fünf Tore erzielten Schweinsteiger und Kollegen in der Anfangsviertelstunde. In der ersten Spielhälfte trafen die Bayern 17 Mal. Ligadurchschnitt sind 9,3 Tore. Der Rekordmeister netzte in den letzten 30 Minuten zwölf Mal ein. Letzter in diesem Ranking ist die SpVgg Greuther Fürth, die nur drei Treffer markierte. In der Schlussviertelstunde drehten die Bayern in aller Regelmäßigkeit auf. Neun Mal zappelte das Leder beim Gegner im Netz.

Die Bayern-Abwehr steht zu jeder Phase des Spiels extrem sicher. Wenn es eine leichte Schwächephase in der FCB-Defensive gibt, dann ist es die Viertelstunde nach der Pause. Zwischen Minute 46 und 60 kassierten die Münchner drei Gegentore - das ist aber immer noch der Spitzenwert in der Bundesliga. In der Schlussviertelstunde kassierten die Bayern einen Gegentreffer - damit liegen sie mit Stuttgart gleichauf.

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BVB-Angriff lässt in Halbzeit 2 nach - Defensive zu Beginn schläfrig

Genau wie der FC Bayern traf auch Dortmund fünf Mal in der Anfangsviertelstunde. In den ersten 30 Minuten erzielte der BVB neun Treffer. Insgesamt schossen die "Schwarz-Gelben" in der ersten Spielhälfte 16 Tore, einzig der FC Bayern eines mehr. In Durchgang zwei baute die Klopp-Truppe ab. Sieben Tore gelang der Borussia in der letzten halben Stunde. Den Bayern glückten fünf mehr in der gleichen Zeitspanne.

Die Borussia kommt in der laufenden Saison bislang etwas schläfrig aus der Kabine. In der Anfangsviertelstunde kassierte der Deutsche Meister schon vier Gegentreffer - nur der zwölftbeste Wert in der Bundesliga. Ebenso auffällig: Der Wert nach der Pause. Den Westfalen tut die Halbzeit nicht gut, denn in den 15 Minuten nach dem Pausentee offenbarte die Abwehr um Mats Hummels und Neven Subotic ebenfalls Schwächen. Zehn Gegentreffer fing sich die Borussia in dieser Zeitspanne ein. Stark ist die Klopp-Elf in der Schlussviertelstunde: Lediglich drei Bälle musste Weidenfeller zwischen Minute 75 und 90 aus dem Netz holen.

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