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05.12.2012 - 11:18 Uhr


Bayer Leverkusen: Der Aufschwung und die Gründe

Erfolgslächeln: Bei Bayer Leverkusen läuft es momentan rund - nach vier Siegen in Serie ist die "Werkself" erster Bayern-Verfolger

Architekten des Erfolgs: Teamchef Sami Hyypiä (l.) und Sascha Lewandowski arbeiten als Bayer-Führungsduo an der Entwicklung der jungen Mannschaft

Gonzalo Castro (l.) entwickelt auf Rechtsaußen große Torgefahr - von seiner "Versetzung" profitiert daher die ganze Mannschaft

München - Ende August 2012 machte nach drei Punkten aus drei Spielen und einem 0:3 in Dortmund schon das Wort "Krise" rund um die Bay-Arena die Runde. "Wir trainieren wirklich gut. Es ist eher das Selbstvertrauen, das uns in einigen Szenen fehlt. Warum das so ist, kann ich aber auch nicht sagen", analysierte Andre Schürrle die damalige Situation.
Danach ging es steil bergauf. Acht Siege, drei Remis und nur noch eine Niederlage machten Bayer zum Bayern-Jäger. "Das ist Teil des Geschäfts, auch wenn man sich wünschte, dass die Kritik mehr analytisch ist", sagte Trainer Sascha Lewandowski über die mediale Schelte nach den Startproblemen. Zuletzt holte die "Werkself" vier Siege in Folge - dabei spielte Leverkusen stets mit derselben Startelf. Über eine solche Erfolgsserie konnten sich die Fans das letzte Mal vor über anderthalb Jahren freuen. Für Lewandowski ist die aktuelle Euphorie jedoch kein Grund zur Aufregung: "Der zweite Platz ist eine schöne Momentaufnahme." Mehr aber auch nicht.

Heimstärke und Neuzugänge als Trumpf



Auch in den durchwachsenen Anfangsphase der Saison blieb eine Konstante bestehen: die Heimstärke. Unter dem Trainergespann Lewandowski/Sami Hyypiä, das Anfang April 2012 den glücklosen Robin Dutt ablöste, blieb Bayer saison- und wettbewerbsübergreifend zuhause ungeschlagen. In der laufenden Spielzeit holte Leverkusen zuhause 17 Punkte (fünf Siege, zwei Remis) und spielte dabei gleich vier Mal zu Null. Aber: In Vergleich zu den Heimauftritten hat die Mannschaft auswärts trotz bislang 13 Punkten noch Probleme mit der Balance zwischen offensiver Spielweise und defensiver Stabilität, wie 14 Gegentore nach acht Begegnungen belegen.

Das könnte sich ändern, sobald sich die Defensive noch besser eingespielt hat. Denn Bayer hat im Sommer gerade in der Abwehr sinnvoll eingekauft: Philipp Wollscheid (1. FC Nürnberg) und Daniel Carvajal (Real Madrid) sind echte Verstärkungen. Wie schon zu Nürnberger Zeiten sorgt Wollscheid auch in der Offensive für Gefahr (zwei Saisontore), Carvajal brilliert über die rechte Seite als Vorbereiter (vier Vorlagen). Mit Michael Rensing (Köln) und Sebastian Boenisch (Bremen) holte Bayer wertvolle Ergänzungsspieler mit reichlich Bundesliga-Erfahrung. Rückkehrer wie Jens Hegeler (Nürnberg) und Hajime Hosogai (Augsburg) sorgen ebenfalls für Konkurrenzkampf auf höchstem Niveau. Nur der chilenische Angreifer Junior Fernandes hinkt den hohen Erwartungen hinterher.

Kießling und Castro als Stützen - das Trainerduo auf einer Wellenlänge



Somit liegt die Hauptverantwortung in der Offensive - wie schon in den Vorjahren - fast gänzlich bei Stefan Kießling und er trägt diese. Eine besondere Rolle kommt dem 1,91-Meter-Hünen dabei als "Türöffner" zu, denn schon sechs Mal erzielte er in der laufenden Spielzeit das 1:0.

Einer, mit dem sich Kießling das Toreschießen momentan sehr gut aufteilt, ist Gonzalo Castro, der unter dem neuen Trainerduo als rechter Flügelspieler aufblüht. Der gelernte Rechtsverteidiger trug sich schon fünf Mal in die Torschützenliste ein und bereitete vier weitere Treffer vor. "Ich habe nie ein Geheimnis draus gemacht, dass ich mich im Mittelfeld wohler fühle", sagt der Deutsch-Spanier. Ermöglicht hat dies aber erst der Carvajal-Transfer.

Den größten Anteil trägt aber das Duo Lewandowski/Hyypiä, dies liegt vor allem in der Homogenität der Vorstellungen zwischen dem Fußballlehrer Lewandowski und dem finnischen Ex-Profi Hyypiä. "Wir haben schnell gemerkt, dass wir in vielen Dingen sehr dicht beieinander sind", erklärt Lewandowski. Falls es bei Bayer weiter so gut klappt, würde die "Werkself" wohl auf längere Zeit den Bayern hinterherjagen - und wie man den Rekordmeister schlägt, wissen Kießling und Co. spätestens seit dem 9. Spieltag.

Christoph Gailer
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