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06.03.2013 - 11:57 Uhr


Bayer heiß aufs "große Ding"

Stefan Kießling ist mit 16 Toren derzeit der Top-Torjäger der Bundesliga. 2006 kam der heute 29-Jährige vom 1. FC Nürnberg nach Leverkusen

Sascha Lewandowski (l.) und Sami Hyypiä (r.) sind seit 2012 für die "Werkself" verantwortlich. Lewandowski trainierte zuvor die Leverkusener U19

Bei der letzten Champions-League-Teilnahme in der Saison 2011/2012 scheiterte Bayer im Achtelfinale am FC Barcelona. Im Camp Nou setzte es im Rückspiel eine deutliche 1:7-Pleite

Bittere Erinnerungen an 2002: Leverkusen mit Trainer Klaus Toppmöller (l.) und Michael Ballack (r.) verlor im CL-Finale gegen Real Madrid

München - Der Tabellendritte Bayer 04 Leverkusen hat nach dem 2:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart bereits sieben Punkte Vorsprung auf den Viertplatzierten Eintracht Frankfurt. Für Bayer hat der 3. Platz - und die damit verbundene direkte Champions-League-Qualifikation - nach dem Aus im Pokal und in der Europa League nun oberste Priorität. Trotz der guten Ausgangsposition stapelt Teamchef Sami Hyypiä im Gegensatz zu seinen Spielern jedoch weiter tief. Zu Recht?
Mit der spielerischen Leistung im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart war am Samstagabend in Leverkusen wohl keiner so richtig zufrieden, mit dem Ergebnis hingegen schon. 2:1 gewann die "Werkself" letztlich durch Tore von Stefan Kießling und Lars Bender gegen die Schwaben. Mit dem Sieg hat der Tabellendritte aus Leverkusen seine gute Position bestätigt und Verfolger Eintracht Frankfurt weiter auf Distanz gehalten. "Über das Spiel redet keiner mehr, wichtig ist allein, dass wir den Abstand auf Frankfurt vergrößert haben", erklärte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

"Ob ich enttäuscht bin, kann ich erst am 18. Mai sagen"

Bayer-Teamchef Hyypiä verfällt trotz der guten Tabellenposition nicht in Euphorie: "Wir haben vor der Saison gesagt, wir wollen einen Platz erreichen, mit dem wir im internationalen Wettbewerb vertreten sind. Dabei sollte es bleiben." Nichts desto trotz ist nach einjähriger Wettbewerbs-Abstinenz die Champions League das große Ziel. "Wir wollen Platz 3 gerne behalten. Ob ich mit der Europa League enttäuscht wäre, kann ich erst am 18. Mai sagen", so der 39-jährige Finne weiter.

Im Gegensatz zu ihrem Übungsleiter geben sich die Bayer-Spieler weitaus offensiver. "Wir geben Platz 3 nicht mehr her. Es ist unser Anspruch vor Frankfurt und Freiburg zu landen. Fertig", erklärt Top-Torjäger Kießling. Auch Mittelfeldspieler Gonzalo Castro gibt sich kämpferisch: "Platz 4 wäre für mich eine dicke Enttäuschung. Die Champions League ist das große Ding, das ist hier für jeden so."

Auf dem Papier eine tolle Ausgangsposition

Beim Blick in die Geschichtsbücher der Bundesliga stellt man fest, dass der Abstand zwischen dem Dritten und Vierten der Bundesliga nach dem 24. Spieltag nur einmal größer war als es aktuell der Fall ist. In der Saison 2009/2010 hatte der FC Schalke 04 als Tabellendritter acht Punkte Vorsprung vor dem Hamburger SV auf Rang 4. Die "Knappen" wurden am Ende der Spielzeit sogar noch Vizemeister.

In 25 von bisher 49 Bundesliga-Jahren landete der Dritte nach 24 Spieltagen am Ende auch unter den besten drei Mannschaften. Der TSV 1860 München (1965/1966), der VfB Stuttgart (1983/1984, 2006/2007), der FC Bayern München (1985/1986) und der VfL Wolfsburg (2008/2009) schafften sogar noch den ganz großen Coup und holten den Titel. Bei der Dominanz des FC Bayern München wird dieses Kunststück in dieser Saison jedoch kaum machbar sein.

Bayer schon zwei Mal mit Problemen auf der Zielgeraden

Fast genauso oft, nämlich 24 Mal, konnte der Tabellendritte nach dem 24. Spieltag auf der Zielgeraden seinen Platz jedoch nicht halten. Damit hat auch die "Werkself" schon Erfahrung: In der Saison 2007/2008 hatte das Team, das damals von Michael Skibbe betreut wurde, nach 24 Spieltagen acht Zähler Vorsprung auf den Tabellensiebten VfL Wolfsburg. Am Ende der Spielzeit stand Bayer jedoch auf Rang 7. Einen ähnlichen tiefen Sturz erlebte Borussia Dortmund im Jahr 1983. Auch der BVB verlor im Endspurt noch vier Plätze und fiel in den letzten zehn Partien noch von Rang 3 auf 7.

Einen weiteren Einbruch erlebte Bayer in der Spielzeit 1986/1987. Damals mussten sich die Rheinländer - ebenfalls als Tabellendritter des 24. Spieltags - am Ende mit dem 6. Platz zufrieden geben. Insgesamt fünf Mal fiel ein Tabellendritter nach dem 24. Spieltag in der Bundesliga-Geschichte noch auf den 6. oder 7. Platz zurück. Zwei Mal war es Bayer 04 Leverkusen.

Um es in diesem Jahr nicht so weit kommen zu lassen, muss Bayer in den verbleibenden zehn Spielen die zuletzt gute Form weiter bestätigen und mit voller Konzentration zu Werke gehen. Das wissen auch die Spieler. "Wir sehen jetzt jedes Spiel als Finale", erklärt Castro. Das erste dieser Endspiele findet am kommenden Samstag beim 1. FSV Mainz 05 statt.

Sebastian Dirschl
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