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15.06.2013 - 12:19 Uhr


Bärenstarke Aufsteiger zu Saisonbeginn? Von wegen!

Statistisch gesehen sind Aufsteiger an den ersten fünf Spieltagen nicht erfolgreicher als an den verbleibenden 29 (© Imago)

Ausnahmen gibt es trotzdem immer wieder: Eintracht Frankfurt hatte nach fünf Spieltagen in der abgelaufenen Saison stolze 13 Zähler auf dem Konto

Auch der 1. FC Kaiserslautern erwischte in der Spielzeit 1997/98 einen brillianten Saisonstart - am Ende gewannen Ciriaco Sforza (l.) und Co. sogar die Meisterschaft

München - Flanke Sforza, Kopfball Schjönberg, Tor. Der 1. FC Kaiserslautern geht in der 80. Minute im Münchner Olympiastadion mit 1:0 in Führung. Die "Roten Teufel" verteidigen tapfer, retten den Vorsprung über die Zeit und entführen sensationell als Aufsteiger drei Punkte beim amtierenden Meister FC Bayern. So geschehen am ersten Spieltag der Saison 1997/98.
Dieser Überraschungscoup verlieh den Pfälzern offenbar Flügel, denn in den ersten sieben Partien blieb der FCK - trainiert von Otto Rehhagel - ungeschlagen und feierte sechs Siege. Nach 34 Spieltagen durften Andreas Brehme, Harry Koch, Ratinho und Co. gar die Meisterschale gen Himmel strecken.

Keine bessere Ausbeute zu Saisonbeginn



Jener Husarenstreich der Lauterer dient wunderbar als Beleg dafür, wozu ein unbekümmerter und selbstbewusster Aufsteiger fähig sein kann, insbesondere in der Anfangsphase einer Saison, wenn die Euphorie aus dem Aufstiegsjahr noch allgegenwärtig ist und die Spieler wie eine Droge zu Höchstleistungen antreibt.

Doch was den Rehhagelschen "Teufeln" vor etwa 15 Jahren glückte, ist keinesfalls die Regel. Durchschnittlich fällt die Punkteausbeute der Bundesligaaufsteiger an den ersten fünf Spieltagen nicht wesentlich üppiger aus als an den verbleibenden Spieltagen. 1,104 Zähler sammelten die Neulinge im Schnitt in den ersten fünf Partien, 1,097 Punkte waren es an den Spieltagen sechs bis 34.

Remis am ersten Spieltag vermeiden



Die Differenz ist minimal. Von den großen Erfolgen der Aufsteiger zu Saisonbeginn kann also nicht die Rede sein. Der gefährliche, beinahe mit übermenschlichen Kräften ausgestattete Aufsteiger, den man lieber im Spätherbst als gleich im Sommer als Gegner hätte, existiert nicht. Er ist ein Mythos, ein Fabelwesen der Fußballwelt.

Ganz real ist dagegen die Abstiegsgefahr, in der die Liganeulinge Jahr für Jahr naturgemäß schweben. In der 50-jährigen Historie der Bundesliga sind 51 von 129 Aufsteigern direkt wieder abgestiegen. Die Abstiegswahrscheinlichkeit eines Aufsteigers liegt damit bei knapp 40 Prozent.

Kurios: Spielt ein Neuling zum Saisonauftakt remis, steigt die Abstiegsgefahr rein statistisch gesehen. Bei einer Niederlage sinkt sie dagegen. Aufsteiger täten also gut daran, nicht auf Unentschieden, sondern auf Sieg zu spielen. Doch nicht jeder hat einen Michael Schjönberg in seinen Reihen.

David Schmidt
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