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15.04.2013 - 15:42 Uhr


Augsburgs Korea-Connection: Pfund im Abstiegskampf

Durchatmen: Augsburgs Trainer Markus Weinzierl nach dem Sieg über Frankfurt mit Dong-Won Ji

Der 21 Jahre alte Südkoreaner (M.) trifft gegen die Eintracht gleich doppelt

Sein Landsmann Ja-Cheol Koo hat wie Ji in dieser Saison drei Treffer erzielt, ist derzeit aber verletzt

Augsburg - Der FC Augsburg und seine Asiaten: Erst Hajime Hosogai, dann Ja-Cheol Koo und schließlich Dong-Won Ji - allesamt Volltreffer. Der Japaner Hosogai, Anfang 2011 zum damaligen Zweitligisten gewechselt, hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg und dann - wie auch der ein Jahr später gekommene Südkoreaner Koo - am Klassenerhalt.
Koos Landsmann Ji gehört seit dem 1. Januar dieses Jahres zum kickenden FCA-Inventar. Und der 21-jährige Offensivmann ist der derzeit einzige aus dem Trio, der sich aktiv für das Kellerkind einbringen kann. Während Hosogai seit Saisonbeginn das Trikot seines einstigen Leihgebers Bayer Leverkusen trägt, fehlt Ja-Cheol Koo verletzt. Ein Bauchmuskelriss, erlitten bei Südkoreas 2:1-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Katar Ende März, hat die Korea-Connection gesprengt, lässt ein Mitwirken bis auf Weiteres nicht zu.

Weinzierl "froh, beide zu haben"



"Wir sind froh, dass wir beide Südkoreaner haben", bezog Trainer Markus Weinzierl nach dem im Abstiegskampf eminent wichtigen 2:0-Sieg am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt in das Lob für Ji auch dessen Landsmann mit ein. Ji hatte in seinem zwölften Einsatz für den FCA seine bislang stärkste Leistung abgeliefert, die gegnerische Abwehr ein ums andere Mal schlecht aussehen lassen und mit zwei Schüssen ins Glück (27., 55. Minute) sein Torkonto auf drei Treffer erhöht.

Als der Südkoreaner außerdem unmittelbar vor dem Pausenpfiff Frankfurts Keeper Oka Nikolov überwand, entschied Schiedsrichter Guido Winkmann auf gefährliches Spiel und erkannte das Tor folglich nicht an. "Der Schiedsrichter hat gesagt, mein Fuß sei zu hoch gewesen", beantwortete Ji nach dem Abpfiff die entsprechende Frage eines Journalisten auf Englisch.

Reuter meidet konkrete Zielsetzung



Zuletzt war der dynamische und trickreiche Profi, der beim 2:1-Sieg gegen 1899 Hoffenheim am 23. Februar erstmals im FCA-Dress getroffen hatte, nicht immer vom Glück begünstigt gewesen. Am vergangenen Wochenende bei Borussia Dortmund, wo es eine 2:4-Niederlage setzte, scheiterte er mit einem tollen Knaller am ebenso toll reagierenden Schlussmann Mitchell Langerak, davor, beim Heim-0:2 gegen Hannover, am Lattenkreuz. "Dass es jetzt wieder geklappt hat, freut mich ganz besonders für ihn", sagte Augsburgs Geschäftsführer Sport Stefan Reuter. "Beide Dinger hat er mit sehr viel Schmackes reingeschossen."

Dank des Doppeltorschützen ist der Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz 17 (belegt von 1899 Hoffenheim) auf drei Punkte angewachsen und der Rückstand auf den 15. Rang (Düsseldorf), den ersten Nichtabstiegsplatz, auf drei Zähler geschrumpft. Wohin geht jetzt der Blick: Nach unten? Nach Oben? Weder noch, denn: "Das hat uns nicht gut getan", sagte Reuter und meint damit: Sich auf einen konkreten Platz zu fixieren. Nach dem 1:0-Sieg in Bremen am 24. Spieltag war vollmundig verkündet worden, dass nun Rang 15 attackiert werde - und prompt setzte die Mannschaft die darauf folgende Heimpartie gegen den 1. FC Nürnberg mit 1:2 in den Sand.

Ji und Koo weiterhin in Augsburg?



Vom Klassenerhalt ist der Manager dennoch felsenfest überzeugt. Und auch für Dong Won Ji gibt es keinen Zweifel daran, dass der FC Augsburg über die laufende Saison hinaus der Eliteklasse angehören wird. "Natürlich schaffen wird das", machte der Südkoreaner am Sonntag in Zuversicht. "Wir haben jetzt noch fünf Spiele und sind ein starkes Team."

Apropos über die laufende Saison hinaus: Für wen er und sein Landsmann Koo 2013/14 die Kick-Stiefel schnüren werden, steht noch in den Sternen. Koo ist eine Leihgabe des VfL Wolfsburg, an Ji hält der englische Premier-League-Club AFC Sunderland die Transferrechte. Gefragt sein wird also Reuters Verhandlungsgeschick.

Aus Augsburg berichtet Reinhart Kruse
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