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04.01.2013 - 10:13 Uhr


Arkadiusz Milik: Der nächste Lewandowski für Bayer?

Arkadiusz Milik kommt mit der Empfehlung von zwölf Toren in 40 Spielen nach Leverkusen

Erster Arbeitstag: Zum Einstand muss der Pole (r.) gleich mal beim Leistungstest überzeugen - unter den Augen von Sportchef Rudi Völler

In Polens Nationalelf spielte der 18 Jahre alte Angreifer (l.) bislang vier Mal. Gegen Mazedonien gelang Milik dabei sein erster Treffer

München - Die Scoutingabteilung von Bayer Leverkusen ist seit Jahrzehnten dafür bekannt, ein ausgesprochen gutes Auge für Talente zu haben. So holte Ex-Manager Reiner Calmund mit Andreas Thom einst den ersten DDR-Nationalspieler in den Westen. Bei der "Werkself" starteten auch die Weltkarrieren der Brasilianer Lucio und Emerson. Diesen Schritt soll nun ein junger Pole machen, der von vielen europäischen Topclubs umworben wurde, aber am Ende dennoch am Rhein landete: Arkadiusz Milik.
Am Mittwoch trat der Mittelstürmer seinen ersten Arbeitstag in Leverkusen an, als die "Werkself" ins Jahr 2013 startete. Und das Medieninteresse an Milik war beinahe so groß wie jenes zahlreicher europäischer Topclubs in den vergangenen Wochen. Vom FC Arsenal über Inter Mailand bis Olympique Lyon - alle hatten "Arek", wie er von den Kollegen gerufen wird, angeblich auf dem Zettel. Aus der Bundesliga sollen Borussia Dortmund, der VfB Stuttgart und Hannover 96 an dem Polen interessiert gewesen sein, doch Bayer bekam den Zuschlag. "In Leverkusen finde ich einfach für mich das beste Paket vor, das hat den Ausschlag gegeben", erklärte der Neuzugang.

Völler schwärmt von Milik



"Er hatte viele Anfragen. Aber uns ist es gelungen, ihn davon zu überzeugen, dass er bei uns genau richtig aufgehoben ist", sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler nicht ohne Stolz. Als "derzeit vielleicht größtes Talent Polens" preist der ehemalige DFB-Teamchef den jungen Angreifer. Daher sicherten sich die Rheinländer die Dienste Miliks gleich bis zum Sommer 2018. Bayer hofft mit der Verpflichtung auf einen ähnlichen Coup, wie er dem BVB vor zwei Jahren mit Robert Lewandowski gelungen ist. Parallelen zu Dortmunds Topstürmer drängen sich auf, Lewandowski war im Sommer 2010 mit ähnlichen Vorschusslorbeeren in die Bundesliga gewechselt. In der polnischen Ekstraklasa erzielte Milik in 40 Begegnungen für Gornik Zabrze zwölf Treffer. Lewandowski wurde in Polen nacheinander Torschützenkönig in der 3., 2. und 1. Liga.

Für den 18 Jahre alten Milik ist der Wechsel ins Ausland wie einst für Lewandowski der erste große Karriereschritt. Der erste Eindruck stimmt Milik positiv: "Solche Möglichkeiten wie hier kenne ich von meinem alten Verein nicht. Ich freue mich unheimlich auf die nächste Zeit bei Bayer 04." Bei der Eingewöhnung in Leverkusen erhofft sich der Nationalspieler (vier Einsätze, ein Tor) Unterstützung durch einen Landsmann. Sebastian Boenisch soll Milik vor allem beim Erlernen der deutschen Sprache behilflich sein, ebenso bei der Wohnungssuche, die nach der Rückkehr aus dem Trainingslager beginnen soll.

"Ich will von Kießling lernen"



Zunächst aber steht für den Linksfuß die Akklimatisierung innerhalb der Mannschaft sowie der Bundesliga auf dem Programm - ein halbes Jahr früher als geplant. Wie Völler verriet, war der Milik-Transfer nämlich erst für den Sommer 2013 geplant, doch aufgrund der rasanten Entwicklung des Spielers, griff Bayer schon jetzt zu. "Er ist trotz seines jungen Alters von der Physis her schon sehr kompakt und hat zuletzt noch mal einen großen Sprung in seiner Entwicklung gemacht", erklärte der Weltmeister von 1990. "Wir trauen ihm zu, dass er in der Rückrunde schon eine starke Alternative in unserem Angriff sein kann."

Die Nummer eins im Sturm bleibt aber vorerst Stefan Kießling - das weiß und akzeptiert der Neuzugang aus Polen: "Ich werde viel von ihm lernen können. Und wenn ich meine Chance in den Spielen bekommen werde, will ich zeigen, dass Bayer 04 mich zu Recht geholt hat." Wie stark sein Konkurrent Kießling ist, konnte Milik bei seiner Stippvisite im letzten Hinrundenspiel gegen den Hamburger SV (3:0) sehen. Kießling erzielte einen Doppelpack. "Das Offensivspiel hat mir super gefallen. Da bekommt man als Stürmer viele Torchancen", sagte der Youngster, der auf baldige Tore im Bayer-Trikot mit der Rückennumer 16 hofft. Es gilt schließlich, dem Vergleich mit Lewandowski gerecht zu werden. Der BVB-Torjäger brauchte damals übrigens eine ganze Saison, um sich in der Bundesliga zu behaupten. Er hatte Lucas Barrios vor sich - einen ähnlich starken Konkurrenten, wie es Kießling für Milik ist.

Christoph Gailer
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