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Bundesliga

04.11.2012 - 16:29 Uhr


Anspruch und Wirklichkeit

Zwei Punkte verloren, statt einen gewonnen - Gladbachs Trainer Lucien Favre ist mit dem 1:1 gegen Freiburg unzufrieden

Juan Arango (l. gegen Pavel Krmas) agierte glücklos und spielte die meisten Fehlpässe seiner Mannschaft

Der Treffer von Igor De Camargo kurz nach der Pause reichte nicht für einen Dreier der "Fohlenelf"

Mönchengladbach - Drei Tage nach dem Pokal-Aus in Düsseldorf kam Borussia Mönchengladbach im Heimspiel gegen den SC Freiburg nicht über ein 1:1 (Spielbericht) hinaus und tritt in der Bundesliga weiter auf der Stelle. Der SC Freiburg konnte nach dem Pokalerfolg in Braunschweig auch am Niederrhein punkten. Beide Mannschaften ärgerten sich nach der Partie über den vergebenen Sieg.
Nach einer turbulenten Schlussphase gingen die Meinungen in den Katakomben des Borussia-Parks weit auseinander. Gladbachs Spieler und Verantwortliche haderten vor allem mit der unglücklichen Elfmeter-Situation und den vergeben Chancen während die Freiburger sich aufgrund der größeren Spielanteile in Vorteil sahen. Mit einem Sieg hätte die "Fohlenelf" Anschluss ans obere Tabellendrittel herstellen können. So musste sich das Team von Trainer Lucien Favre mit einer "gefühlten Niederlage" und dem Verbleib in der unteren Hälfte des Tableaus abfinden.

Kruse: "Wären der verdiente Sieger gewesen"



Nach zwei Auswärtssiegen in Liga (2:0 in Wolfsburg) und Pokal (2:0 in Braunschweig) in Folge zeigten sich die Breisgauer trotz des Punktgewinns zerknirscht. "Vom Spielverlauf wären wir heute der verdiente Sieger gewesen, aber insgesamt wollen wir nicht meckern", sagte Max Kruse.

Trainer Christian Streich hätte sich gewünscht "in so einem Spiel auch mal in Führung zu gehen, dann würde es für uns einfacher. So ist es für uns unbefriedigend, denn wir haben letztendlich zu viele Spiele, in denen wir gleichwertig oder besser sind, die wir nicht gewinnen. Das ärgert uns, denn wir brauchen ja Punkte."

Freiburgs guter Saisonstart



Dennoch dürfte Streich mit dem aktuellen Stand - Freiburg liegt mit zwölf Punkten auf Platz 11 - zufrieden sein. Zum Vergleich: In der Vorsaison war der SC nach zehn Spieltagen Tabellenletzter. Am kommenden Spieltag gilt es, gegen den HSV den derzeit guten Eindruck zu bestätigen.

Borussia-Coach Lucien Favre, der die Schlussphase des Spiels von der Tribüne aus verfolgen musste, kritisierte vor allem die mangelnde Chancenverwertung seines Teams. "Wir haben das 1:0 gut herausgespielt, haben es aber im Anschluss leider verpasst, das zweite Tor nachzulegen. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass wir zu viele Ballverluste nach Balleroberung hatten. Am Ende war es dann sehr schwer zu verteidigen und wir haben das 1:1 bekommen", sagte Favre.

Hauptsache nicht verloren



Manager Max Eberl sagte, dass sein Team mit 120 Pokalminuten in den Beinen auf dem schweren Boden im Borussia-Park einfach etwas die Frische gefehlt habe. "Gerade in der schwierigen Phase, in der man körperlich etwas müde ist, wäre es sehr hilfreich gewesen das 2:0 zu machen. Wir waren dran, aber dann ist nach einer Unaufmerksamkeit der Elfmeter entstanden, der zum Ausgleich führt. Aber wir haben einen Punkt geholt und nicht verloren und das ist auch mal wichtig", sagte Eberl.

Es ist offensichtlich, dass sich Gladbach die Punkte in dieser Saison hart erarbeiten muss, wohl auch bedingt durch die ungewohnte Mehrfach-Belastung mit CL-Qualifikation, Europa League und DFB-Pokal. Die Leichtigkeit der Vorsaison ist verschwunden. Die "Fohlen" können die Gegner nicht mehr nach Belieben ausspielen, zu lange dauert das Umschalten aus der Abwehr. Favre hat sein Team zudem zuletzt sehr defensiv ausgerichtet. Kompakt stehen, wenig zulassen und geduldig nach vorne spielen lautet momentan die Devise. Nicht mehr so schön wie früher, aber möglichst genauso effektiv.

Mischung noch nicht gefunden



Wehmütig denken die Fans im Borussia-Park zurück an die vergangene Sensations-Saison, in der Marco Reus und Co. die gegnerischen Abwehrreihen nach Belieben schwindelig spielen konnten. In Luuk de Jong und Granit Xhaka gilt es nun andere Spielertypen zu integrieren.

Favre betont immer wieder, dass sein Team Zeit brauche, um sich einzuspielen. Zu groß sei die Lücke, die Ausnahmekönner Reus hinterlassen habe. Entsprechend musste der Schweizer sein System umstellen, experimentierte zuletzt mit Xhaka oder Patrick Herrmann in zentraler Position. Noch hat er die richtige Mischung nicht gefunden.

In Marseille unbedingt punkten



Am Donnerstag geht es für die "Elf vom Niederrhein" in der Europa League bei Olympique Marseille weiter. "Die Bundesliga ist für uns das Wichtigste, aber wenn wir weiter international dabei bleiben wollen, müssen wir auch dort punkten", so Martin Stranzl. Der Österreicher weiß aufgrund der derzeit vielen Spiele um das schwierige Unterfangen in Südfrankreich.

"Wir wussten schon zu Beginn der Saison, dass wir weniger Zeit zur Erholung haben werden. Damit müssen wir zurechtkommen. Schließlich sind wir Profis", lässt Favre für die Viel-Spieler vom Niederrhein allerdings keine Ausflüchte gelten.

Aus Mönchengladbach berichtet Markus Hoffmann
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