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25.04.2013 - 16:58 Uhr


Abstiegs-Check Fortuna Düsseldorf: Bereit für den Endspurt

Andreas Lambertz (r., gegen Rafael van der Vaart) will mit Foruna Düsseldorf nach zuletzt acht Spielen ohne Sieg endlich wieder punkten

Fortuna-Trainer Norbert Meier: "Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, dann ist dies genauso viel wert wie der Aufstieg"

Routinier Andriy Voronin könnte für die Düsseldorfer im Saisonendspuert ein entscheidender Faktor sein

Düsseldorf - Vier Endspiele bleiben Fortuna Düsseldorf noch, um sich mit letzter Kraft über die Ziellinie zu retten. Mittlerweile acht Spiele ohne Sieg - aber immer noch mit drei Punkten Vorsprung und der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber Verfolger Augsburg - hat das Team von Trainer Norbert Meier als Fünfzehnter den Klassenerhalt weiterhin in eigener Hand. "Aber wir sollten endlich mal wieder gewinnen", fordert Mittelfeldspieler Oliver Fink. Doch die Aufgabe am kommenden Samstag hat es in sich.
Drei Tage nach der 4:1-Champions-League-Gala gegen Real Madrid gastiert Borussia Dortmund in der Düsseldorfer Arena. "Hoffentlich powern sie sich gegen Real so aus, dass sie es gegen uns etwas ruhiger angehen lassen", hofft Stürmer Stefan Reisinger. Möglich, dass er Recht behält und BVB-Coach Jürgen Klopp seinen Stars eine Pause gönnt und die zweite Reihe zum Einsatz kommen lässt. Dass es aber auch gegen eine vermeintliche B-Elf unangenehm werden kann, hat zuletzt der FC Augsburg zu spüren bekommen, als Dortmunds "zweiter Anzug" zwischen den Champions-League-Duellen mit dem FC Malaga die Schwaben mit 4:2 nach Hause schickte.

Fans stehen hinter der Mannschaft



Fortuna baut jedoch im Heimspiel auf einen wichtigen Vorteil: die Unterstützung der Fans. Während sich bei anderen Teams, die weit hinter den Erwartungen zurückliegen (Bremen, Hoffenheim, Hamburg), Unmut unter den Zuschauern breit macht, kann sich die Fortuna der Unterstützung ihrer Anhänger sicher sein.

Denn allen war von Anfang an klar, dass es in der Aufstiegssaison - trotz des guten Saisonstarts - nur um den Klassenerhalt gehen würde. "Wenn wir das schaffen, dann ist dies genauso viel wert wie der Aufstieg", betont Trainer Norbert Meier immer wieder.

Das Restprogramm stellt die Fortunen nicht vor unlösbare Aufgaben. Nach dem Heimspiel gegen den BVB geht es nach Frankfurt, danach kommt Nürnberg und das Saisonfinale steigt in Hannover. Augsburg, das 18 seiner 27 Punkte in der Rückrunde holte, spielt am Samstag gegen Stuttgart, muss noch nach Freiburg und zum FC Bayern und empfängt am letzten Spieltag Greuther Fürth. Dass Hoffenheim (muss noch nach Bremen und Dortmund) der Fortuna bei sechs Punkten Rückstand und der klar schlechteren Tordifferenz noch gefährlich werden kann, ist eher unwahrscheinlich.

"Können Dortmund schlagen"



Um das Ziel Klassenerhalt aus eigener Kraft zu erreichen, müsste jedoch langsam wieder ein "Dreier" her. Der letzte Sieg datiert vom 22. Spieltag, 1:0 zuhause gegen Greuther Fürth. Seitdem wartet die Meier-Elf, die am vergangenen Spieltag beim 1:2 in Hamburg überdies noch sehr unglücklich agierte, auf ein Erfolgserlebnis.

"Vor ausverkauftem Haus können wir auch Dortmund schlagen, aber wir müssen einfach die Fehler abstellen, um wieder das zu zeigen, was uns in der Vorrunde stark gemacht hat", so Stefan Reisinger, Doppeltorschütze beim 2:2 gegen Werder Bremen im letzten Heimspiel.

"Wir hauen uns die Dinger selber um die Ohren und das bricht uns momentan regelmäßig das Genick. Verzweifeln lässt es uns aber nicht. Jeder weiß um die Situation und wir brennen auf das Spiel gegen Dortmund", gibt sich Axel Bellinghausen kämpferisch. Die Stimmung im Team sei nach wie vor sehr gut.

Nur neun Punkte in der Rückrunde



Auch die Statistiken machen dem Team offenbar keine Angst, obwohl die Fortuna in der Rückrundentabelle Platz 17 belegt, nur neun Punkte aus 13 Spielen holte und 25 Gegentore kassierte. Nur Werder Bremen hat in der Rückserie mehr Treffer bekommen.

Die Klopp-Elf kommt mit der Empfehlung von zuletzt fünf Bundesliga-Siegen in Serie mit insgesamt 21 Toren an den Rhein. Eigentlich beste Voraussetzungen für Düsseldorf, als klarer Außenseiter befreit aufzuspielen und zumindest einen ähnlichen Achtungserfolg wie beim 1:1 im Hinspiel in Dortmund anzupeilen.

Kruse wieder fit



Hierfür kann Trainer Norbert Meier wohl wieder auf zwei zuletzt schmerzlich vermisste Akteure zurückgreifen. Sowohl Stürmer Robbie Kruse als auch Defensivspezialist Adam Bodzek stiegen in dieser Woche wieder ins Training ein. "Ich habe keine Schmerzen mehr und kann spielen, wenn der Trainer mich aufstellt", sagte der Australier Kruse, der gegen den HSV wegen einer Knieblessur aussetzen musste, am Mittwoch nach der Übungseinheit. Ob ein Einsatz für Bodzek, der vier Wochen wegen eines Blutergusses gefehlt hatte, doch noch zu früh kommt, wird sich kurzfristig entscheiden.

Voronin könnte helfen



Eine weitere Alternative könnte Altstar Andriy Voronin sein, der in Hamburg erstmals seit dem 11. Spieltag wieder zu einem Kurzeinsatz kam und einen guten Eindruck hinterließ. Seine Klasse und Erfahrung könnten im Saisonendspurt noch wertvoll sein.

Trotz der langen Sieglosserie hatte sich die Fortuna kämpferisch zuletzt nichts vorzuwerfen. Nun gilt es, sich für den großen Einsatz wieder zu belohnen, um auf der Ziellinie nicht noch abgefangen zu werden. Schließlich soll nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr bald die nächste große Party in Düsseldorf steigen.


Darum reicht's am Ende für die Fortuna:

  • Die Fortuna nutzte von allen Mannschaften ihre Großchancen am besten - aus 68 Prozent der Großchancen resultierte ein Tor.

  • Keine Überraschungen aus der Distanz - nur die Bayern kassierten weniger Weitschussgegentore (eins) als Düsseldorf (zwei).

  • Düsseldorf hat es in der eigenen Hand, benötigt zehn Punkte für den direkten Klassenerhalt und sieben für Platz 16. Aus den letzten vier Hinrundenspielen holte Düsseldorf sieben Punkte.


Deshalb geht's eine Liga nach unten:

  • Kein Team holte in der Rückrunde weniger Punkte als Düsseldorf (nur neun; wie Greuther Fürth). Nach der Hinrunde hatte der Aufsteiger noch neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, jetzt sind es nur drei.

  • Aus den ersten drei Auswärtsspielen in dieser Saison holte Düsseldorf sieben Punkte, von den letzten zwölf Gastspielen brachte die Fortuna nur noch zwei Punkte mit.

  • In der Hinrunde kassierte Düsseldorf nur 22 Gegentore (sieben Zu-Null-Spiele) - in der Rückrunde schon 25 (nur Bremen mehr - nur ein Zu-Null-Spiel der Fortuna).


Der große Formcheck - so sieht's bei den Konkurrenten aus



Bremen | Hoffenheim | Augsburg



Aus Düsseldorf berichtet Markus Hoffmann
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