Bundesliga
Bundesliga
|
01.02.2013 15:28:35
Weiterempfehlen
Drucken
schliessen x

Name des Absenders
E-Mail Adresse
Name des Empfängers
E-Mail Adresse

In der Mitte steht das Tor!

So werden am Sonntag aller Voraussicht nach die taktischen Grundausrichtungen von Dortmund und Leverkusen aussehen
Köln - Wenn am Sonntag Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund aufeinandertreffen, geht es in der BayArena nicht nur um den zweiten Tabellenplatz. In Leverkusen treffen auch zwei unterschiedliche Systeme aufeinander. bundesliga.de hat die Spielstile beider Teams anhand der Impire-Daten dieser Saison verglichen. Darüber hinaus analysiert Klopps Mentor Wolfgang Frank die taktischen Feinheiten beider Mannschaften.


Angesprochen auf das eher schwache Flügelspiel der Bayern antwortete Franz Beckenbauer noch zu seinen Zeiten als Spieler lapidar: "In der Mitte steht das Tor." Wer möchte Deutschlands Fußball-Kaiser da widersprechen. Auch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen forcieren in dieser Saison vermehrt das Spiel durch die Mitte. Im 4-2-3-1-System des BVB agieren die offensiven Außen deutlich zentraler als noch in der vergangenen Saison.

Realtaktische Grafik belegt: "Kuba" spielt zentraler!


Gerade Jakub Blaszczykowski profitiert von dieser neuen Ausrichtung. Klebte der polnische Nationalspieler früher meistens an der Außenlinie, ist er in dieser Spielzeit häufiger in der Spielfeldmitte zu finden. Dort kommt er nicht selten selber zum Abschluss. Mit acht Saisontoren spielt "Kuba" schon jetzt seine erfolgreichste Bundesliga-Saison. In der realtaktischen Grafik wird deutlich, dass der Pole nur unwesentlich weiter außen agiert, als es Marco Reus auf der linken Seite tut.

Noch zentraler spielen Gonzalo Castro und Andre Schürrle bei Bayer Leverkusen. Bayer verzichtet in seinem System mit doppelköpfiger Raute gänzlich auf offensiv besetzte Außenpositionen. Sowohl im Dortmunder als auch im Leverkusener System entstehen so Räume für die Außenverteidiger. Lukasz Piszczek (fünf Assists) und Daniel Carvajal (vier Assists) gehören zu den besten Vorbereitern der Liga.

Kompaktes Zentrum ist Bayers Erfolgsrezept

Hinter Castro und Schürrle bilden Lars Bender, Stefan Reinartz und Simon Rolfes den defensiveren Teil des Leverkusener Mittelfeldes. Wolfgang Frank sieht in dieser Ausrichtung ein Geheimnis des Leverkusener Erfolgs: "Reinartz, Rolfes und Bender machen es jeder Mannschaft schwer. So kann Bayer perfekten Underdog-Fußball spielen. Aus einem sicher stehenden Zentrum schnell über Castro, Schürrle und Kießling nach vorne."

Reinartz hält als Abräumer vor der Viererkette den Abstand zwischen Abwehr und Mittelfeld gering. Im Schnitt beträgt er bei Bayer nur 13,8 Meter. Das ist der niedrigste Wert der Liga. Borussia Dortmund bietet dagegen mit Mario Götze einen echten Spielmacher auf. Das macht sich auch im Ballbesitz bemerkbar. Während die 55 Prozent Ballbesitz des BVB nur von den Bayern übertroffen werden, hielt Bayer den Ball nur 47 Prozent der Spielzeit in den eigenen Reihen.

Dortmund offensiver ausgerichtet



Dass Dortmund insgesamt offensiver ausgerichtet ist, spiegelt sich auch im taktischen Verhalten der Viererkette wider. 35,1 Meter betrug in dieser Saison der durchschnittliche Abstand zwischen Torlinie und Verteidigern. Nur Bayern München verteidigte noch höher. Wolfgang Frank sieht Mats Hummels als einen Schlüsselspieler des Dortmunder Systems: "Er spielt herausragende lange Bälle. Selbst wenn die nicht ankommen, können seine Vorderleute nachrücken und sich den zweiten Ball sichern. Mittlerweile wird Hummels häufig fast in Manndeckung genommen, um ihn am Aufbau zu stören."

Bayer steht dagegen deutlich tiefer hinten drin. Nur Düsseldorf ist im Schnitt näher an der eigenen Torlinie als die 31,5 Meter der Leverkusener Viererkette. Im Hinspiel stellten Hyypiä und Lewandowski ihr ansonsten praktiziertes System um und verloren mit 0:3. Das ist am Sonntag nicht zu erwarten. Dennoch sieht Frank die Borussia im Vorteil: "Wenn Dortmund seine Leistung bringt, werden sie sich durchsetzen. Sollte die Tagesform nicht ganz so gut sein, könnte Bayer das für sich nutzen." Darauf werden sie in Leverkusen hoffen. Klar ist: Wer am Sonntag das Zentrum beherrscht, hat gute Karten.

Florian Reinecke


Verwandte Themen

Alles zur Bundesliga >     Tabelle >     Spielplan >    
Die besten Videos

Highlights & Hintergründe

Nachrichten auf Ballhöhe

Auswärtsfahrt geplant?