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15.03.2013 - 11:20 Uhr


"Wir schielen nach oben"

Timm Klose (l., im Zweikampf mit Didier Ya Konan) ist seit Sommer Abwehrchef des 1. FC Nürnberg

Der 24-Jährige Innenverteidiger besticht durch eine Zweikampfquote von 67,3 Prozent und stellt selbst Ballkünstler wie Rafael van der Vaart (2.v.r.) vor Probleme

Mit seinen 193 Zentimetern Körpergröße ist Klose besonders kopfballstark

Unter Ottmar Hitzfeld debütierte Klose (hier neben Johan Djourou) 2011 im Schweizer Nationalteam und kommt auf bisher fünf Einsätze für die Eidgenossen

München - Durch den Sieg beim FC Augsburg am vergangenen Spieltag hat sich der 1. FC Nürnberg aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Vor dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 liegen nun zehn Punkte zwischen dem "Club" und dem Relegationsplatz 16. Grundstein des Erfolgs ist die solide Defensive der Franken.
Im Gespräch mit bundesliga.de erzählt Timm Klose nicht nur von seinem Weg zum Abwehrchef des "Clubs" und der Gewöhnung an die Bundesliga. Der Schweizer Nationalspieler spricht auch über die anstehende Partie gegen den FC Schalke und Europapokalträume.

bundesliga.de: Herr Klose, Sie und der 1. FC Nürnberg sind seit sechs Spielen ungeschlagen, zuhause hat der "Club" seit neun Partien nicht mehr verloren. Woher kommt diese Stärke?

Timm Klose: Wir sind als Mannschaft noch enger zusammengerückt. Gerade in den Heimspielen wird durch unsere Fans eine zusätzliche Energie freigesetzt. Natürlich will man den Zuschauern zuhause immer ein positives Resultat bieten und deshalb gibt man immer alles. Dass es uns über so lange Zeit gelungen ist, das ist ein Verdienst der Mannschaft und der Fans.

bundesliga.de: Am vergangenen Spieltag hat der "Club" in Augsburg gewonnen. Wie wichtig war dieser Erfolg?

Klose: Dass wir den Abstand auf Augsburg sogar noch vergrößern konnten, hat uns sehr geholfen. Das war zweifelsfrei ein wichtiges Spiel. In den letzten Jahren hat man aber immer wieder gesehen, dass der "Club" mit Druck gut umgehen kann.

bundesliga.de: Der Abstiegskampf sollte somit kein Thema mehr sein...

Klose: Natürlich kann man sich jetzt die Tabelle etwas entspannter anschauen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass wir noch Punkte holen müssen - und es geht ja nicht nur darum, dass wir so schnell wie möglich die 40 Punkte holen...

bundesliga.de: Sondern? Schielen Sie jetzt auch nach oben? Immerhin ist Rang 6 aktuell nur sieben Punkte entfernt...

Klose: Ja, genau. Wir riskieren auch einen Blick zu den Mannschaften, die vor uns platziert sind. Als Fußballer ist man immer gewillt, das Beste aus einer Saison herauszuholen. Und wenn uns diese Chance so offengelegt wird, dass wir mit zwei Siegen schon wieder an den europäischen Plätzen dran sind, dann sollten wir diese Chance ergreifen. Dass so eine Gelegenheit für den Verein und die Region noch einmal etwas Neues freisetzt, ist klar.

bundesliga.de: Mit nur 32 Gegentoren stellt der "Club" momentan die fünftbeste Defensive der Bundesliga. Wie haben Sie sich nach Philipp Wollscheids Abgang in die Rolle des Abwehrchefs eingefügt?

Klose: Ich hatte ein Jahr lang Zeit, mich auf die Bundesliga vorzubereiten. Ich konnte in der vergangene Saison schon Luft schnuppern, hatte dann einen kleinen Rückfall, den ich aber gut verkraftet habe. Ich hatte immer Leute an der Seite, die mir geholfen haben. Und von denen ich gelernt habe, mich zu einer gewissen Führungspersönlichkeit zu entwickeln. Dann möchte man diesen Personen natürlich auch etwas zurückgeben.

bundesliga.de: Hatten Sie in der vergangenen Spielzeit, als es für Sie persönlich nicht so gut lief, damit gerechnet, dass es irgendwann so gut klappen würde?

Klose: Natürlich hat man in der Situation einen gewissen Selbstzweifel, ob man es packt. Dennoch habe ich immer an meine Fähigkeiten geglaubt. Ich wurde auch immer wieder starkgeredet - und deshalb konnte ich mich aus diesem kleinen Tief herauskämpfen. Das hat mich fußballerisch, mental und als Person stärker gemacht. Dass ist mir in dieser Saison, in der ich mir einige Ziele gestzt habe, sehr gut gelungen.

bundesliga.de: Granit Xhaka, Ihrem Mannschaftskameraden aus der Schweizer Nationalelf, geht es in Gladbach momentan so ähnlich wie Ihnen im vergangenen Jahr. Wie bewerten Sie seine Situation?

Klose: Granit hat unbestrittene Qualitäten, das hat man am letzten Wochenende gesehen, als er Thorben Marx vertreten hat. Wenn er das macht, was der Trainer von ihm verlangt, dann ist es schwer, an ihm vorbeizukommen. Er ist jung, er ist hungrig - und er hat überragende Qualitäten. Natürlich ist es hart, wenn man über einen längeren Zeitraum nicht spielt, aber er hat jetzt ein gutes Zeichen gegeben und so muss es weitergehen.

bundesliga.de: Sie gelten als zweikampf- und kopfballstark. In welchen Bereichen wollen Sie sich noch verbessern?

Klose: Im Spielaufbau kann ich mich noch verbessern, um die eröffnenden Pässe präziser an den Mann zu bringen. Dass das gegen hoch pressende Gegner natürlich nicht immer einfach ist, versteht sich von selbst. Und dass ich vielleicht noch mehr Ruhe ausstrahle. Vorne würde ich gerne noch mehr Tore schießen, als die beiden Treffer in der laufenden Saison. Aber in erster Linie geht es für mich natürlich darum, Tore zu verhindern.

bundesliga.de: Nun geht's gegen den FC Schalke, der am Dienstag aus der Champions League ausgeschieden ist und auf Klaas-Jan Huntelaar verzichten muss. Inwiefern sind dies Vorteile für den "Club"?

Klose: In den letzten Partien gegen Mannschaften, die zuvor im Europapokal aktiv waren, wie Stuttgart oder Hannover, hat man gesehen, dass die Doppelbelastung keine große Rolle spielt. Wir müssen einfach dagegen halten. Dass Schalke auch ohne Huntelaar eine unfassbar starke Offensive hat, das hat man in den letzten Wochen gesehen. Es gilt daran anzuknüpfen, was uns in den vergangenen Spieltagen stark gemacht hat. Das ist, aus einer guten Defensive heraus Nadelstiche zu setzen. Wenn uns das am Samstag gelingt, dann ist ein positives Resultat für uns drin.

Das Gespräch führte Johannes Fischer
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