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29.10.2012 - 14:16 Uhr


"Wir haben in der Kabine getanzt"

Andre Schürrle (r., gegen Arjen Robben) bereitete den Führungstreffer der Leverkusener zum 1:0 vor

Schürrle (r., gegen Toni Kroos) wechselte vor der vergangenen Saison von Mainz nach Leverkusen

Mit dem 2:1-Sieg in München verbessert sich die Bayer-Elf auf Platz 5

München - Bayer 04 Leverkusen hat dem FC Bayern den Nimbus der Unbesiegbarkeit genommen. Leverkusens 2:1-Sieg in der Allianz Arena kostete dem Rekordmeister die ersten Punkte dieser Spielzeit - gleichzeitig war es der erste Bayer-Erfolg seit 23 Jahren.
Einer, der zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf der Welt war, ist Andre Schürrle, der entscheidenden Anteil am Coup der Werkself hatte. Nach dem Schlusspfiff stand der Nationalspieler Rede und Antwort.

bundesliga.de: Herr Schürrle, wissen Sie, was Sie an dem Tag gemacht haben, als Leverkusen zum letzten Mal beim FC Bayern gewonnen haben?

Andre Schürrle: Nein, wann war der denn?

bundesliga.de: Am 21. Oktober 1989...

Schürrle: (lacht) Da war ich noch gar nicht auf der Welt. Das ist ja schon ewig her. Das hat man auch in den Gesichtern der Leute gesehen, die schon länger im Verein sind, dass das etwas ganz Besonderes ist.

bundesliga.de: Auch wenn Leverkusen zum ersten Mal seit 23 Jahren wieder in München gewinnt, so ist für Sie persönlich dieses Gefühl gar nicht so neu. Vor zwei jahren feierten Sie mit Mainz 05 einen ebenso überraschenden 2:1-Sieg in der Allianz Arena. Kann man die beiden Erfolge miteinander vergleichen?

Schürrle: In München zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes, weil es einfach unheimlich schwer ist. Zuhause sind die Bayern nochmal dominanter, das hat man auch heute wieder gesehen. Wir haben aber 90 Minuten dagegen gehalten und nehmen diesen Sieg natürlich gerne mit.

bundesliga.de: In der Tabelle liegen Sie jetzt auf Platz 5. Kann man sagen, dass Bayer nach dem durchwachsenen Saisonstart mittlerweile wieder auf Kurs ist?

Schürrle: Ja klar. Wir haben uns absolut stabilisiert und seit acht Pflichtspielen nicht mehr verloren. Dabei haben wir auch viele Siege eingefahren und meistens gut gespielt - gerade zuhause. Jetzt heißt es dranzubleiben, natürlich auch im DFB-Pokal gegen Bielefeld. Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns.Wir wollen unbedingt weiterkommen, da liegt der ganze Fokus drauf.

bundesliga.de: Auch bei Ihnen persönlich hat man das Gefühl, dass Sie nach einem Jahr Anlauf mittlerweile in Leverkusen angekommen sind und jetzt so richtig durchstarten...

Schürrle: Das stimmt, ich fühle mich zurzeit auch sehr gut. Endlich bin ich topfit, habe meine Aktionen und bereite Tore vor. Mit dem Toreschießen hapert es zwar noch ein bisschen, aber das wird alles kommen, wenn ich so weiterarbeite.

bundesliga.de: Das 1:0 haben Sie nach einem herrlichen Konter ja vorbereitet, statt es selbst zu versuchen...

Schürrle: Genau. Allerdings habe ich natürlich auch ein bisschen Glück, dass Philipp (Lahm, Anm. d. Red.) den Ball nicht richtig trifft und Stefan (Kießling, Anm. d. Red.) ihn versenkt. Aber wenn jemand so frei in der Mitte steht, spiele ich natürlich ab.

bundesliga.de: Es gibt Spiele, da gewinnt man - und man weiß gar nicht so recht, warum. War das heute der Fall?

Andre Schürrle: Ich glaube, dass es gegen diesen FC Bayern in der momentanen Form nicht anders geht. Sie hatten viele Chancen, gerade durch Flanken - da mussten wir in der Defensive gut stehen. Ich habe die Statistik gesehen, ich glaube es waren 57:10 Flanken (Die Tendenz stimmt, es waren 29:4 Flanken, Anm. d. Red.). Am Ende hätten es die Bayern auch verdient gehabt zu gewinnen - aber so ist es manchmal im Fußball...

bundesliga.de: Sie hatten in der zweiten Halbzeit die Chance, selbst ein Tor zu erzielen. Warum hat es nicht geklappt?

Schürrle: Ja, das stimmt, aber am Ende hat mir ein bisschen die Kraft gefehlt für den Abschluss, um ihn noch entscheidend zu platzieren Ich habe auch leider nicht gesehen, dass Gonzo (Gonzalo Castro, Anm. d. Red.) mitgelaufen war.

bundesliga.de: Was war nach dem Schlusspfiff in der Kabine los?

Schürrle: Wir haben direkt die Musik angemacht. Ein bisschen House, ein bisschen Hiphop und dazu haben wir getanzt.

Aus der Allianz Arena berichtet Johannes Fischer
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