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Bundesliga

26.01.2013 - 14:05 Uhr


"Richten den Fokus auf Platz 2"

Ilkay Gündogan erzielte in der laufenden Saison einen Treffer und gab zwei Assists

Nürnbergs Japaner Hiroshi Kiyotake hatte Gündogan die meiste Zeit im Griff

Jakub Blaszczykowski (l.) erzielte beim 3:0-Sieg des BVB gegen Nürnberg zwei Treffer

Dortmund - Mit dem Saison-Rekord von 147 Ballkontakten hat Ilkay Gündogan den BVB zum souveränen 3:0-Sieg über Nürnberg geführt. Das Erfolgsgeheimnis des Dortmunder Spiels sieht der Mittelfeldstratege aber weniger in der Offensivpower, sondern in einer neu gewonnen Defensivstärke.
Er war der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des BVB, holte sich viele Bälle ab, bewies einmal mehr gute Übersicht und sicheres Passspiel: Ilkay Gündogan war neben dem Doppeltorschützen Jakub Blaszcykowski der Mann des Abends beim Erfolg über den 1. FC Nürnberg. Das beweist auch die Statistik: 126 Pässe standen am Ende für den Nationalspieler zu Buche, dazu 147 Ballkontakte - das gab's in dieser Saison noch nie.

Nach dem Spiel sprach Ilkay Gündogan mit bundesliga.de über persönliche Rekorde und ein einseitiges Spiel, gesteigerte Stabilität und das anstehenden Duell bei Bayer Leverkusen.

bundesliga.de: Ilkay Gündogan, Glückwunsch zum Sieg und zu Ihrem ganz persönlichen Saisonrekord: 147 Ballkontakte sind eine imposante Zahl.

Ilkay Gündogan: (lacht) Stimmt, das klingt schon ganz gut...! 147 ist schon mal keine schlechte Hausnummer. Aber ich musste einfach viele Ballkontakte haben, weil es so kalt war. Nein, ganz im Ernst: Die hohe Zahl war auch etwas der Tatsache geschuldet, dass Nürnberg sehr tief stand und uns in der eigenen Hälfte hat spielen lassen. Dann spielst du viele Pässe und das führt eben zu vielen Ballkontakten.Wären es weniger Kontakte und ich hätte dafür noch mehr gefährliche Pässe in die Spitze gespielt, wäre es aber auch okay gewesen.

bundesliga.de: Der Bann war früh gebrochen nach der Führung in der 18. Minute.

Gündogan: Das frühe Tor hat uns ohne Zweifel sehr gut getan. Nürnberg stand sehr tief und hatte sich mit allen Spielern in die eigene Hälfte zurückgezogen. Fällt dann kein Tor, neigt man dazu, die Geduld zu verlieren und vielleicht die Pässe auch unsauberer zu spielen. Daher hat uns der Elfmeter sicher in die Karten gespielt. Es war insgesamt keine Fußball-Gala, aber das muss es ja auch nicht immer sein. Es ist auch mal ganz schön, wenn man es mit einer Führung etwas ruhiger angehen kann und der Puls mal nicht so hoch ist.

bundesliga.de: Die Chancen der Nürnberger zu Spielbeginn dürften Ihren Puls allerdings doch kurzfristig mal in die Höhe getrieben haben.

Gündogan: Wir haben die meiste Zeit gezeigt, dass wir hinten wieder sehr sicher stehen. Nürnberg hatte zwar in der Anfangsphase die große Doppelchance, aber da hat Roman einmal mehr richtig klasse gehalten. Dafür haben wir eben einen sehr, sehr starken Torwart zwischen den Pfosten. Der holt zum Glück auch solche Dinger noch raus. Nach der Führung war es dann aber ein relativ einseitiges Spiel, das wir die meiste Zeit sicher beherrscht haben. Gefühlt waren es 95 Prozent Ballbesitz.

bundesliga.de: In der Hinrunde hat sich der BVB zuhause manches Mal schwerer getan als auswärts. War das vor diesem Spiel gegen Nürnberg noch im Hinterkopf?

Gündogan: Nein, eigentlich nicht. Es ist zwar einiges darüber geschrieben und berichtet worden, dass unsere Heimstärke nicht mehr in dem Maße vorhanden sei wie in den Jahren davor. Aber in unsere Gedanken hat das keine Rolle gespielt. Wir kennen unsere Stärken und können auch unsere Schwächen einschätzen. Aber wir haben uns nie einen Heimkomplex einreden lassen.

bundesliga.de: Ist die wichtigste Botschaft der beiden Spiele gegen Bremen und Nürnberg, dass der BVB in der Defensive wieder sicherer steht und wieder zu Null spielen kann?

Gündogan: Ich denke, dass kann man so sagen. Darauf haben wir in der Vorbereitung auch den Fokus gelegt. Wir wollten wieder stabiler stehen, als es in der Hinrunde teilweise der Fall war. Da waren wir defensiv nicht immer zu hundert Prozent wachsam und haben einige Punkte verschenkt. Jetzt mit 8:0 Toren aus den ersten beiden Partien in die Rückrunde zu starten, ist schon eine schöne Sache. Es beweist einmal mehr, dass wir eine herausragende Offensive haben und vor Spielfreude strotzen, aber von dieser Qualität waren wir auch immer überzeugt. Wichtig war, hinten wieder stabiler zu werden.

bundesliga.de: Was macht der BVB defensiv jetzt besser als in der Hinrunde?

Gündogan: Es ist oft eine Konzentrationsfrage. Mit welcher Einstellung geht man ins Spiel? Wie sehr will man diesen einen Zweikampf jetzt unbedingt gewinnen? So etwas lässt sich auch nicht immer zu hundert Prozent trainieren. Aber wir haben im Training gewisse Abläufe wieder mehr verinnerlicht und wieder mehr Dinge in unser Spiel gebracht, die uns kompakter stehen lassen. Wie stabil das Ganze dann wirklich im Spiel ausfällt, das entscheidet auch die entsprechende Einstellung und Konzentration.

bundesliga.de: Zwei Siege, 8:0 Tore - geht der BVB mit entsprechend breiter Brust in das Duell bei Bayer Leverkusen am nächsten Wochenende?

Gündogan: Ich denke, wir können dieses Spiel mit viel Selbstvertrauen angehen. Aber Bayer ist ein starker Gegner, gegen den wir unsere Leistung komplett abrufen müssen. Es wird ohne Zweifel ein wichtiges Spiel, weil beide Mannschaften zurzeit um den zweiten Platz streiten. Trotzdem glaube ich nicht, dass in dieser Partie schon eine Vorentscheidung fällt. Danach stehen noch 14 Spiele an, in denen noch sehr vieles passieren kann. Aber keine Frage: Wir wollen auch in Leverkusen bestehen und unsere Serie ausbauen.

bundesliga.de: Und dann könnte man auch andere Ziele noch einmal angreifen?

Gündogan: Wir sehen die Sache ganz realistisch. Es gibt keinen Grund, jetzt irgendwelche Angriffsparolen Richtung Meistertitel zu formulieren. Eine gesunde Portion Realität kann nicht schaden, daher richten wir den Fokus jetzt auf den zweiten Platz - erst einmal.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte
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