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05.02.2013 - 10:30 Uhr


"Müssen den Kopf nicht hängen lassen"

Trotz des Doppelpacks von Stefan Reinartz (2. v. l.) hat Bayer Leverkusen im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund mit 2:3 den Kürzeren gezogen

Ein Doppelschlag von Marco Reus und Jakub Blasczykowski hatte die "Schwarz-Gelben" früh auf die Siegerstraße gebracht. Die "Werkself" hielt dagegen und kam dank Reinartz zum zwischenzeitlichen 2:2, kassierte jedoch...

...im direkten Gegenzug durch Robert Lewandowski (r.) das entscheidende dritte Gegentor

Leverkusen - Er hätte der Held des Spiels werden können, der Mann, der die Partie gedreht hat. Doch nach seinem Doppelpack zum 2:2 kassierte Bayer Leverkusen im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund direkt das 2:3, das die unglückliche Niederlage der "Werkself" besiegelte. So blieb Stefan Reinartz am Ende "nur" der Doppeltorschütze, der sich trotz der Enttäuschung offen und schlagfertig zum Interview stellte.
Frage: Herr Reinartz, Bayer 04 hat das Topspiel gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund mit 2:3 verloren. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Stefan Reinartz: Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die bessere Spielanlage. Aber wir haben in den entscheidenden Situation hinten nicht alles richtig gemacht. Wir waren nicht aggressiv genug und haben die wichtigen Zweikämpfe verloren. Vorne haben wir aus unseren vielen guten Torchancen nicht die nötigen Tore gemacht. Wir hätten locker auch drei, vier oder fünf Tore erzielen können. Es ist schade, dass wir gegen für ihre Verhältnisse relativ schwache Dortmunder nichts geholt haben.

Frage: Sie selbst haben zwei Tore erzielt. Wann ist Ihnen das zuletzt gelungen?

Reinartz: In der B-Jugend auch hier in der BayArena.

Frage: Wie bitter ist die Niederlage?

Reinartz: Bitterer als die Tatsache, dass wir nicht gewonnen haben, ist der Fakt, dass wir acht oder neun Großchancen hatten. Wir waren wie gesagt aus meiner Sicht die bessere Mannschaft und haben leider nichts geholt. Tabellarisch ist es bitter. Ich fand, dass die Dortmunder defensiv einen schwachen Tag erwischt hatten. Sie haben uns viele Räume gelassen und waren nicht so aggressiv, wie man es sonst von ihnen gewohnt ist. Ich finde in dem Spiel leider viele Sachen, die bitter für uns sind.

Frage: Philipp Wollscheid hat gesagt, dass die Mannschaft gewonnen hat, die weniger Fehler gemacht hat.

Reinartz: Da hat er recht, ausnahmsweise.

Frage: War die Euphorie nach dem 2:2 zu groß? Das sind ja bekanntlich die Momente, die auch gefährlich sind, weil der Gegner dann oft postwendend zurückschlägt.

Reinartz: Wir müssen jetzt mit dem Philipp reden, dass er sich den Zeitpunkt für den Rückpass besser aussucht. Im Ernst, ich glaube nicht, dass statistisch nachgewiesen ist, dass man dann eher Gegentore bekommt. Es kommt auch vor, dass man selbst das 3:2 nachlegt.

Frage: Das Hinspiel ging mit 0:3 verloren und war im Nachhinein dennoch die Wende zum Guten. Könnte dieses gute Spiel, das verloren wurde, die Wende zum Schlechten sein, weil man jetzt etwas resigniert?

Reinartz: Danke für die Frage. Ich hoffe das natürlich nicht, und ich glaube es auch nicht. Wir waren in allen drei Rückrundenspielen auf der Höhe. Das war in der Hinrunde überhaupt nicht der Fall. Wir müssen an Details, an Feinheiten arbeiten. Wir haben gegen Dortmund viel ruhiger als in Freiburg gespielt, das war besser. Dafür haben wir mehr Fehler gemacht und den einen oder anderen Zweikampf verloren. Trotzdem war es eine gute Mannschaftsleistung, nach der wir nicht den Kopf hängen lassen müssen.

Frage: War das eines der intensivsten Spiele der jüngeren Vergangenheit?

Reinartz: Nein, das Spiel in Freiburg vergangene Woche war deutlich intensiver. Es war auch das bessere und aggressivere Fußballspiel. Wir hatten viel weniger Räume. Die Dortmunder haben uns ja viel mehr spielen lassen. Das kennt man gar nicht vom BVB. Auch die Dortmunder hatten bei ihren Kontern relativ viel Raum. Von der Intensität war es nicht das Topspiel, vom Spielerischen, vom Hin und Her, von den Toren und den Chancen dagegen sicherlich. Das war super. Aber es waren auch viele Sachen dabei, die nicht so toll waren.

Frage: Täuscht der Eindruck, oder hat Ihnen der Trainer Sascha Lewandowski nach rund 40 Minuten deutliche Anweisungen zugerufen? Er hat da irgendetwas aufs Feld gebrüllt und Ihnen ein Handzeichen gegeben.

Reinartz: Zwei Tore wollte er sehen.

Frage: Tatsächlich?

Reinartz: An die Szene kann ich mich nicht erinnern. Ich habe mitbekommen, dass Dortmund nachher auf 4-3-3 umgestellt hat. Aber vorher nicht.

Frage: Sie haben sich mit Mario Götze rassige Duelle geliefert. Wie schwer war es, gegen ihn zu spielen?

Reinartz: Der ist halt schon gut. Er stellt den Körper gut rein. Das glaubt man gar nicht, er ist ja ein kleiner Zwerg. Aber das macht er sehr gut.

Frage: Was nehmen Sie aus dem Spiel jetzt für das Derby in Mönchengladbach mit?

Reinartz: Wir hatten uns viel für die Rückrunde vorgenommen. Wir wollten die Gegner mehr dominieren und mehr Ballbesitz haben. Wir wollten nicht unbedingt immer sofort in die Spitze spielen, sondern das Spiel auch einmal verlagern. Das sollten wir mitnehmen aus dem Dortmund-Spiel, weil wir das gegen den BVB richtig gut gemacht haben. Leider haben wir keine Punkte geholt.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski
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