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24.11.2012 - 13:33 Uhr


"Mein Tor sah nicht schlecht aus, nur ich sah etwas dick aus"

Premierentor: Stefan Reisinger (l.) erzielt beim Sieg gegen den HSV sein erstes Pflichtspieltor für die Fortuna in seiner ersten Aktion nach der Einwechslung

Robbie Kruse sorgt schon zuvor für die Führung der Düsseldorfer

Premierensieg: Somit jubeln die Fortunen über den ersten Heimsieg in der Bundesliga seit 1997

Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf hat den freien Fall in der Bundesliga gestoppt und nach sieben sieglosen Partien in Folge gegen den Hamburger SV mit 2:0 gewonnen. Matchwinner des Aufsteigers waren die beiden Torschützen Robbie Kruse und Stefan Reisinger.
Für den aus Freiburg gekommenen Reisinger endete damit eine lange Leidenszeit mit immer neuen Blessuren, Verletzungen und nur wenigen Kurzeinsätzen. Nach einem herrlichen Solo knallte er den Ball an Nationalkeeper Rene Adler vorbei zum 2:0 ins Netz. Im Interview spricht der 31-Jährige über seinen persönlichen Befreiungsschlag.

Frage: Glückwunsch, Herr Reisinger, zum 2:0-Sieg der Fortuna und Ihrem famosen Tor. Wie haben Sie es gesehen?

Stefan Reisinger: Es war wichtig, dass wir gewonnen haben. Ich habe mein Tor jetzt einmal im Fernsehen angeschaut. Sah gar nicht so schlecht aus, nur ich sah etwas dick aus. Da muss ich wohl noch etwas abnehmen. Wichtig war, dass der Ball drin war und wir 2:0 gewonnen haben. Es war geil, auch endlich wieder mit den Fans einen Heimsieg feiern zu können. Und es lief ja nicht alles optimal. Der Jens Langeneke ist noch verletzt ausgefallen, wir mussten improvisieren mit einer Mannschaft, die so noch nie zusammengespielt hat. Jeder hat gekämpft und sich reingeschmissen. Und das wollen ja auch die Fans sehen.

Frage: Wie oft machen Sie solche Solotore?

Reisinger: Ich hoffe noch oft. Leider hat man von mir in dieser Saison noch nicht so viel sehen können, weil ich die meiste Zeit zuschauen musste. Ich hoffe, das hat jetzt ein Ende.

Frage: Wann sind Sie auf die abstruse Idee gekommen, alleine auf das Tor zuzulaufen und den Ball so spektakulär reinzumachen?

Reisinger: Ich bin ja schon eine Zeit lang in dem Geschäft. Viel läuft intuitiv ab. Meine Stärken liegen im Eins-gegen-Eins, im Tempo und im Abschluss. Beim Tor konnte ich die drei Dinge gut vereinbaren. Ich habe den Platz gesehen und bin in das Loch gelaufen. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu, dass es so überragend geklappt hat. Ich hoffe, dass es jetzt auch für die Mannschaft in guten Bahnen läuft und wir den Negativtrend gestoppt haben. Der Sieg tut richtig gut.

Frage: Im Auftaktspiel im Pokal in Burghausen gelang Ihnen das Siegtor, gegen den HSV das 2:0 Dazwischen lag ziemlich viel Frust. Wie haben Sie die Zeit mit Ihren vielen Verletzungen erlebt?

Reisinger: Jetzt bin ich einfach nur froh. Das Knie hält gut. Ich kann es noch gar nicht so realisieren. Ich war in den letzten Wochen sehr frustriert und geknickt, weil ich noch nicht in der Verfassung war, in der ich der Mannschaft hätte helfen können. Ich war in der Reha und nicht bei der Mannschaft. Es war eine frustrierende Zeit. Jetzt habe ich gesehen, dass ich dem Team doch langfristig helfen kann. Das war für mich ein gutes Gefühl. Da ist eine Last von meinen Schultern gefallen, und es war eine Erleichterung nach der Seuche, die ich hatte.

Frage: Wie lange können Sie schon wieder der Mannschaft helfen?

Reisinger: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Es hat mich gefreut, dass mich der Trainer relativ früh eingewechselt und mir das Vertrauen geschenkt hat. Ich setzte mich jetzt nicht unter Druck. Der Trainer wird das schon richtig entscheiden.

Frage: Würden Sie sich die Startelf schon zutrauen?

Reisinger: Jetzt haben wir eh viele Spiele. Das Programm ist nicht so einfach. Wir brauchen alle Spieler. Das haben wir gegen den HSV wieder gesehen. Jeder hat sich für den anderen reingeschmissen und gekämpft. Sicher haben wir nach den letzten nicht so erfolgreichen Wochen nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Aber wir haben die richtige Antwort gegeben. Die Grundtugenden wie Einsatz und Kampf müssen einfach passen. Dann peitschen uns auch die Fans nach vorne. Das ist ja sensationell.

Frage: Wie sehr freuen Sie sich auf das kommende Spiel in Dortmund?

Reisinger: Ich freue mich auf jedes Spiel. Ich freue mich auf die geile Stimmung. Das wird bestimmt gut.

Frage: Was bedeutet der Sieg für den weiteren Saisonverlauf?

Reisinger: Es war ein wichtiger Sieg. In Dortmund können wir jetzt befreit aufspielen, da sind wir der krasse Außenseiter. Wir wollen sie ein bisschen ärgern.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski
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