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Bundesliga

29.10.2012 - 08:58 Uhr


"Heute war es einfach"

Mit seinem ersten "Dreierpack" in der Bundesliga hat Adam Szalai (r.) den 1. FSV Mainz 05 im Alleingang zum 3:0 über 1899 Hoffenheim geschossen

Das 1:0 legte Junior Diaz (l.) dem Ungarn Mitte der ersten Hälfte auf, nach dem Seitenwechsel schlug der 24-Jährige (r.) dann noch zwei Mal zu

Von den Kraichgauern um Torjäger Joselu (M.) war wenig zu sehen

Mainz - Den Ball, mit der er zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere drei Mal ins gegnerische Tor getroffen hatte, klemmte Adam Szalai am Samstagabend in den Katakomben der Coface Arena unter seinen linken Arm und drückte ihn fest an seine Hüften.
Der Ungar war der Mann des Tages beim 3:0 (1:0) seines 1. FSV Mainz 05 gegen 1899 Hoffenheim. Die Rheinhessen sind so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Liga und der Stürmer der Mann dieser erfolgreichen Wochen: Zehn Punkte holte die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel aus den vergangenen vier Spielen und Szalai steht nach seinen drei Toren gegen die Kraichgauer nun mit sieben Treffern ganz vorne in der Torschützenliste. Wie seine Mannschaft brauchte auch der wuchtige Angreifer Anlauf in diese Saison.

Der 24-Jährige verpasste fast das ganze Kalenderjahr 2011 wegen einer Kreuzbandverletzung, nun scheint er nach Monaten mit Höhen und Tiefen wieder zu einer konstant guten Form zu finden. So leicht wie die Hoffenheimer, wird es ihm in dieser Saison jedoch wohl keine Mannschaft mehr machen. Das 1:0 köpfte er nach einer schönen Flanke von Junior Diaz ungestört (21.). Beim 2:0 kurz nach der Pause schlenzte er nach einem herrlichen Pass von Elkin Soto den Ball von der Strafraumlinie ins rechte Eck (46.) und das 3:0 köpfte er wiederum unbedrängt nach einem Eckball aus acht Metern (64.). "Wir kennen den Wert von Adam für uns, unabhängig davon, ob er drei Tore schießt. Aber heute freuen wir uns für ihn", sagte Tuchel über den 1,93 Meter großen Hünen.

Von der Boyband zum Solostar



In Budapest geboren, wurde Szalai beim VfB Stuttgart und bei Real Madrid zu einem für jede Abwehrreihe unangenehmen Gegenspieler ausgebildet. Erstmals nach seinem Wechsel nach Mainz machte er vor zwei Jahren auf sich aufmerksam. Zusammen mit Lewis Holtby und Andre Schürrle war er das dritte Bandmitglied der so genannten "Bruchweg Boys", jener Mannschaft die die ersten sieben Spiele gewann und am Ende in die Europa-League einzog.

Damals war Szalai beim Jubeln der Schlagzeuger, nun tritt er nach seinen Toren als Solokünstler auf - nach den Bewegungen des südkoreanischen Rappers Psy in dessen Video zu dem Lied "Gangnam Style". Nach dem Spiel erklärte er den Reportern seine Spielweise und warum die "05er" aktuell so erfolgreich sind.

Frage: Herr Szalai, wie fühlen Sie sich nach Ihrem ersten "Dreierpack" in der Bundesliga?

Adam Szalai: Es ist ein schönes Gefühl. Man darf ja nicht viele Tore schießen in der Bundesliga. Drei auf einmal sind was Besonderes.

Frage: Wollen Sie den Ball unter ihrem Arm verschenken?

Szalai: Nein, den gebe ich nicht mehr her.

Frage: Wie erklären sie sich die starke Leistung heute?

Szalai: Ich war noch sauer, weil wir in Leverkusen zwei Punkte verschenkt haben (2:2 hieß es am Ende, nachdem Mainz bis kurz vor Abpfiff geführt hatte; Anm. der Red.).

Frage: Sie haben nun sieben Treffer und sind Zweiter in der Torjägerliste. Das fühlt sich gut an, oder?

Szalai: Die Torschützenliste interessiert mich überhaupt nicht. Heute war es einfach, ich konnte immer mit meinem ersten Kontakt verwandeln. Mich interessiert nur, dass wir mit der Mannschaft drei Punkte geholt haben.

Frage: Sie waren lange verletzt, was haben sie in dieser Zeit gelernt?

Szalai: Es ist wichtig, dass man immer an sich glaubt, auch in schweren Zeiten. Ich sehe manche Dinge anders als vor der Verletzung. Und: Ich weiß, was ich kann und ich weiß, was ich nicht kann. Es ist schön, dass sich die Mühen der Vorbereitung nun auszahlen.

Frage: Das ist ein schöner Tag für Sie, oder?

Szalai: Ja, aber Torchancen kommen und gehen. Ich weiß nicht, wie viele Torchancen in meinem Leben noch kommen werden und wie viele ich schon hatte.

Frage: Sie haben jetzt zehn Punkte in vier Spielen geholt...

Szalai: ...Ich glaube nicht an die Form. Man muss sich jedes Wochenende beweisen. Ich weiß nicht, wo meine Grenze liegt. Heute profitierte ich von drei überragenden Pässen.

Frage: Nach welchem Vorbild feiern Sie eigentlich ihre Tore?

Szalai: Das ist Musik von dem Rapper Psy, die ist in meinem Kopf drin. Es geht um das Lied "Gangnam Style", das ist mein "Move".

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter
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