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Bundesliga

01.12.2012 - 23:10 Uhr


"Es tut ein bisschen weh"

Thomas Müller war nach dem Remis gegen den BVB nicht ganz zufrieden

Müller (r., gegen Marcel Schmelzer) hatte 59 Ballkontakte und spulte 11,7 Kilometer ab

Toni Kroos (l.) erzielte die zwischenzeitliche Führung für die Bayern

München - Irgendwie musste er sich ein bisschen auf die Zunge beißen, dieser Thomas Müller. Zu gern hätten er und seine Bayern gewonnen gegen Borussia Dortmund in diesem Duell der Giganten am 15. Spieltag. Eine dicke Möglichkeit hatte Müller selbst in der Schlussphase, als der Rekordmeister den ersehnten Dreier nach zuletzt vier Bundesliga-Pleiten gegen den amtierenden Meister auf dem Fuß hatte - und Roman Weidenfeller im Weg stand. Letztlich trennten sich die beiden Rivalen 1:1-Unentschieden, mit dem der FCB-Offensivmann nicht richtig glücklich ist.
Im Interview spricht ein heiserer Müller - er hat also auch stimmlich alles gegeben - über seine Chance, die Enttäuschung über den verpassten Sieg und die Lage an der Tabellenspitze.

Frage: Thomas Müller, Sie hätten kurz vor Schluss fast noch den Siegtreffer erzielt mit einem lässigen Schlenzer...

Thomas Müller: (schmunzelt) Das war eine abgerutschte Flanke, wenn ich ehrlich bin. Gezählt hätte es natürlich trotzdem.

Frage: Sie haben in den letzten Minuten noch einmal richtig Gas gegeben und auf das Siegtor gedrängt. Das sah intensiver aus als zu Beginn der Partie.

Müller: Wir haben in der ersten Viertelstunde gut angefangen, dann ein wenig die Kontrolle verloren und viele lange Bälle gespielt. Das Spiel war ziemlich zerfahren und bestimmt kein Leckerbissen. In der zweiten Halbzeit wurden beide Teams ein bisschen offensiver und es gab Tormöglichkeiten. Da war Dortmund zunächst besser, ehe wir das Heft in die Hand genommen haben. Nach unserer Führung bekommen wir leider einen ekligen Ausgleich. Hinten raus ist es ärgerlich, weil wir nah dran waren am Sieg. Aber Roman Weidenfeller hat einen guten Job gemacht.

Frage: Wie ordnen Sie das Ergebnis ein? Können Sie zufrieden sein?

Müller: Das wissen wir noch nicht so genau. Der Sieg war greifbar, von daher ist es ärgerlich.

Frage: Die Bayern und die Dortmunder kennen sich größtenteils aus der Nationalmannschaft. Die Partie war sehr fair, vielleicht ein bisschen zu wenig aggressiv? Können Sie die Atmosphäre beschreiben?

Müller: Es gab schon ein paar hitzige Szenen, aber wir treten natürlich nicht in den Gegner rein. Es war dennoch ein sehr intensives Spiel.

Frage: Der FC Bayern ist Herbstmeister und hat nach wie vor elf Punkte Vorsprung auf den größten Rivalen. Das sieht ganz gut aus, oder?

Müller: Damit können wir gut leben, klar. Aber es tut ein bisschen weh, weil wir sie hätten packen können. Wir hätten lieber hier mit einer breiten Siegerbrust gestanden. Für die Außendarstellung wäre es schön gewesen.

Frage: Dieser Sieg gegen Dortmund fehlt irgendwie...

Müller: Ja und nein. Wenn wir Meister werden, ist es mir wurscht. Dann können wir das Rückspiel von mir aus wieder unentschieden spielen. Aber es würde mal gut tun.

Frage: Öffentlich ist immer nur von dem Kampf zwischen Bayern und Dortmund die Rede, erster Verfolger ist aber Bayer Leverkusen. Ist diese Sichtweise gefährlich?

Müller: Bis zur Winterpause wird sich zeigen, wie groß unser Vorsprung auf welchen Gegner ist. Wir wollen zwei Mal gewinnen, dann sind es mindestens acht Punkte. In den ersten Rückrundenspielen wird sich dann zeigen, wer sich in der Verfolgergruppe durchsetzt. Damit beschäftigen wir uns aber nicht. Vom Potenzial her ist Dortmund natürlich der stärkste Konkurrent ist, aber wir sollten Leverkusen nicht abschreiben.

Aus der Allianz Arena berichtet Tim Tonner
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