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24.02.2013 - 21:25 Uhr


"Es gibt keinen Favoriten"

Thomas Helmer erwartet beim Gipfeltreffen zwischen Bayern und Dortmund eine enge Partie

"Einen Favoriten gibt es nicht", findet der 47-Jährige

Helmer (r.) kennt beide Vereine wie seine Westentasche: Sieben Jahre spielte der Defensivspieler für den FC Bayern...

sechs Jahre lang trug er den BVB-Dress

München - Zwei Vereine prägen die Vita von Thomas Helmer wie sonst keine anderen. Sechs Jahre lang schnürte der 47-Jährige seine Schuhe für Borussia Dortmund, sieben für den FC Bayern. Der einstige Defensivmann kennt beide Clubs in- und auswendig.
Vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund spricht Helmer im Interview mit bundesliga.de über die Spielphilosophie beider Mannschaften, einen ewigen Zweikampf und kleinere Nadelstiche.

bundesliga.de: Herr Helmer, am Mittwoch steigt eine weitere Auflage des Gipfeltreffens zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Gibt es einen Favoriten?

Thomas Helmer: Nein. Natürlich könnte man meinen, dass der FC Bayern aufgrund des Saisonverlaufs einen kleinen Vorteil hat. Die letzten Spiele gegeneinander gleichen das aber wieder aus.

bundesliga.de: Stecken die Niederlagen der letzten beiden Jahre gegen "Angstgegner" Dortmund noch in den Köpfen der Bayern?

Helmer: Die Bayern wissen, dass Dortmund momentan der schwerste Gegner in der Bundesliga ist. Nicht nur wegen der Ergebnisse der vergangenen Jahre, sondern auch wegen des 1:1 im Dezember.

bundesliga.de: Könnte ein Ausscheiden bei den Bayern einen Knacks für die Bundesliga oder die Champions League auslösen?

Helmer: Nein. Die Meisterschaft haben die Bayern ja mehr oder weniger in der Tasche. Die Champions League ist ein ganz anderer Wettbewerb, für den sie sich immer motivieren können.

bundesliga.de: Was würde ein BVB-Sieg für die nationalen Kräfteverhältnisse bedeuten?

Helmer: Nicht so viel. Die Borussia hat bereits in den letzten beiden Jahren gezeigt, dass sie mit den Bayern mithalten kann. Auch in der Champions League haben sie sich in dieser Saison wie eine europäische Spitzenmannschaft präsentiert. Ein Sieg würde am Status des BVB nichts ändern.

bundesliga.de: Unterscheidet sich die Spielphilosophie der Borussia von der der Münchner?

Helmer: Mittlerweile nicht mehr so sehr. In der vergangenen Saison haben die Bayern noch mehr in die Breite gespielt, mittlerweile suchen sie schneller den Weg in die Tiefe, wie es der BVB schon seit längerem praktiziert. In diesem Punkt sehe ich Dortmund aber noch ein kleines Stück voraus.

bundesliga.de: Dortmund hat sich in den letzten zwei Jahren zur Spitzenmannschaft gemausert, das haben auch die Auftritte in der Champions League gezeigt. Wird es in den nächsten Jahren auf einen Zweikampf zwischen Bayern und Dortmund hinauslaufen?

Helmer: Natürlich wird es immer wieder zu diesem Duell kommen. Aber es wird auch Überraschungsmannschaften geben, die vorne mitmischen. Der Punkteabstand zwischen Dortmund und Leverkusen in diesem Jahr ist ja beispielsweise auch sehr gering. Von spanischen Verhältnissen sind wir also noch entfernt.

bundesliga.de: In der Vergangenheit hat es immer mal wieder kleinere Nadelstiche von Seiten der Bayern-Verantwortlichen in Richtung BVB gegeben. Ist das ein Beleg dafür, dass der amtierende Meister dem Rekordmeister mittlerweile ein richtiger Dorn im Auge ist?

Helmer: Absolut. Die Bayern nehmen Dortmund als Konkurrenten richtig ernst. Die Nadelstiche waren meiner Meinung nach aber harmlos. Wenn der BVB verdient gewonnen hat, haben die Bayern das auch immer zugegeben.

bundesliga.de: Wer zieht ins Halbfinale ein?

Helmer: Das wird die berühmte Partie auf Augenhöhe. Es werden Kleinigkeiten entscheiden, außer es passiert etwas Unvorhergesehenes wie zum Beispiel ein Platzverweis. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass das Spiel in die Verlängerung geht.

Das Gespräch führte David Schmidt
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