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28.03.2013 - 20:56 Uhr


"Die Mannschaft wird Konstanz zeigen"

Pierre Littbarski ist aktuell Chef-Scout beim VfL Wolfsburg

In der Saison 2011/12 war "Litti" fünf Spiele lang Interimstrainer der "Wölfe"

Wolfsburg liegt aktuell sieben Zähler hinter den Europa-League-Plätzen und sieben Zähler vor dem Relegationsplatz

Wolfsburg - Mit dem Ziel Europapokal war der VfL Wolfsburg in die Saison gestartet. Stattdessen ging im dritten Jahr in Folge beim Deutschen Meister von 2009 das Abstiegsgespenst um.
Auch unter dem neuen Coach Dieter Hecking ist bisher keine Konstanz eingetreten. Starke Auftritte wie gegen den FC Bayern (trotz 0:2-Niederlage) und beim 5:2 in Freiburg lösten sich ab mit Auftritten, für die die Mannschaft selbst von den treuesten Anhängern Pfiffe erntete (Wolfsburgs Ergebnisse). Denn besonders in der Heimat tun sich die "Wölfe" schwer. Nur zwei Dreier durften die Fans in der Volkswagen Arena bejubeln. In der Heimtabelle liegt nur Aufsteiger Fürth hinter den "Grün-Weißen" auf Rang 17.

"Die Mannschaft ist zuhause ein bisschen gehemmt, weil sie den Zuschauern besondere Leistungen zeigen will", weist Pierre Littbarski im Gespräch mit bundesliga.de auf die Verunsicherung der Mannschaft hin. Trotzdem gibt der Chef-Scout der "Wölfe" den Kampf ums international Geschäft noch nicht verloren.

bundesliga.de: Herr Littbarski, das Saisonziel war der Einzug in den Europapokal. Davon ist der VfL ein ganzes Stück entfernt. Woran liegt es?

Pierre Littbarski: Die Saison ist ja noch nicht vorbei. Wir haben ja noch ein paar Spiele. Zu Beginn war es schwer, die richtige Mischung mit den Spielern zu finden. Dann haben die Ergebnisse nicht gestimmt. Und das hat die Mannschaft dann natürlich verunsichert.

bundesliga.de: Es gab im Winter, nachdem Lorenz-Günther Köstner zuvor schon für Felix Magath eingesprungen war, mit Dieter Hecking einen neuen Trainer. Was hat die Maßnahme bisher bewirkt?

Littbarski: Man sieht, dass ein Entwicklungsprozess eingesetzt hat, aber natürlich muss sich vieles erst noch einspielen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist und schon in Kürze konstant gute Leistungen zeigen wird.

bundesliga.de: Die Mannschaft hat auch durchaus gute Spiele gezeigt - wie gegen Leverkusen oder in Freiburg - und selbst nach dem Spiel gegen Bayern, das zwar verloren wurde, sprach Dieter Hecking von der besten Leistung seit er da sei. Dann gab es wieder schwache Spiele. Kann man solche Leistungsschwankungen erklären?

Littbarski: Die Mannschaft hat teilweise in der Tat ansprechende Leistungen gezeigt. Aber sie ist einfach noch nicht so gefestigt, wie wir uns das vorstellen. Gerade zuhause tut sie sich noch schwer.

bundesliga.de: Das zeigt die Statistik. In der Heimtabelle belegt der VfL Rang 17. Nur Aufsteiger Fürth ist schlechter. Woran liegt das?

Littbarski: Es ist richtig: Wir haben die besseren Spiele auswärts gezeigt. Die Mannschaft ist in der Volkswagen Arena ein bisschen gehemmt, weil sie den Zuschauern besondere Leistung zeigen will. Da war die Verunsicherung, die ich bereits erwähnt habe, natürlich wenig hilfreich. Daher tun wir uns auswärts zurzeit etwas leichter.

bundesliga.de: Bis vor Kurzem musste der VfL sogar nach unten schauen, aber der Abstieg dürfte wohl kein Thema mehr sein. Herr Allofs fordert, dass die Spieler, auch die ausgeliehenen, unter Beweis stellen müssen, dass sie dem VfL in der kommenden Saison helfen können. Dient der Rest der Spielzeit schon der Vorbereitung auf die kommende Saison?

Littbarski: Nein, es ist keine Kür für die kommende Saison. Natürlich kann man die Zeit nutzen, um jungen Spielern wie Maximilian Arnold mal eine Chance zu geben. Ich habe mich für den Jungen sehr gefreut, dass er in Freiburg zeigen konnte, was in ihm steckt. Das hat er sehr gut gemacht. Aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der aktuellen Saison. Es sind ja noch einige Punkte zu holen. Wenn man auf die Tabelle schaut, ist alles so eng zusammen, dass es, wenn man mal zwei, drei Spiele in Folge gewinnt, schnell wieder ganz anders aussehen kann.

bundesliga.de: Nun war ja eine Hoffnung, über den Pokal nach Europa zu kommen. Dann kam die Auslosung, und der VfL muss zum FC Bayern. Sie haben die Auswärtsstärke angesprochen. Rechnen Sie sich was aus?

Littbarski: Unser Vorteil ist, dass die Bayern auf drei Hochzeiten tanzen. Gerade im Pokal kann es immer Überraschungen geben. Das macht den Fußball ja aus. Wir werden auf jeden Fall nicht mit den Gedanken ins Spiel gehen, dass da überhaupt nichts zu holen ist. Klar ist natürlich, dass man gegen Bayern einen super Tag erwischen muss, denn sie spielen bisher eine perfekte Saison. Aber das muss ja nicht in jedem Spiel so sein.

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs
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