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14.03.2013 - 18:45 Uhr


"Die Bundesliga steht sehr gut da"

Bislang musste noch kein Bundesligist innerhalb einer laufenden Saison aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb einstellen

Bislang musste noch kein Bundesligist innerhalb einer laufenden Saison aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb einstellen

Frankfurt - Werner Möglich, DFL-Direktor Lizenzierung, erklärt im Gespräch mit bundesliga.de die Hintergründe des Lizenzierungsverfahrens und warum es den Bundesligaclubs langfristig Vorteile bringt.
bundesliga.de: Das Lizenzierungsverfahren der Bundesligen gilt weltweit als vorbildlich. Seit wann werden in Deutschland Lizenzen erteilt?

Werner Möglich: Nachdem am 28. Juli 1962 im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhallen die Gründung der Bundesliga beschlossen wurde, mussten bis zum Start der ersten Bundesliga-Saison im August 1963 die Auswahlkriterien der 74 Bewerber aus den fünf Oberligen bestimmt werden. Zu der Zeit spielten vor allem sportliche Kriterien und regionale Gesichtspunkte eine Rolle.

bundesliga.de: Wie hat sich das Lizenzierungsverfahren im Laufe der Zeit entwickelt?

Möglich: Die Anforderungen bei der Lizenzierung haben sich im Verlauf der Bundesliga-Geschichte kontinuierlich weiterentwickelt. Durch die heutigen Kriterien zum Beispiel an die Infrastruktur haben wir in der Bundesliga moderne Stadien, die höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechen. Im Lizenzierungsverfahren werden die Clubs nach sportlichen, rechtlichen, administrativen und personellen, infrastrukturellen und sicherheitstechnischen sowie medientechnischen und finanziellen Kriterien überprüft. Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, erhält ein Club die Lizenz für die Bundesliga oder die 2. Bundesliga.

bundesliga.de: Welche Bedeutung hatte das Lizenzierungsverfahren für die Entwicklung der Bundesliga?

Möglich: Ziele des Lizenzierungsverfahrens sind, langfristig den Spielbetrieb zu gewährleisten, die Integrität des Wettbewerbs und die Verlässlichkeit sowie die Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Den Clubs hilft das selbst auferlegte Verfahren außerdem in den nationalen und internationalen Wettbewerben konkurrenzfähig zu bleiben. Ein Verdienst des Lizenzierungsverfahrens ist beispielsweise, dass noch kein Bundesligist innerhalb einer laufenden Saison aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb einstellen musste. Ein weiterer ist die Aufnahme von Nachwuchsleistungszentren in das Lizenzierungsverfahren, wovon Clubs und Nationalmannschaft gleichermaßen profitieren. Die Bundesliga hat sportlich deutlich aufgeholt und steht wirtschaftlich im Vergleich zu anderen Ligen sehr gut da. Dies ist ein Erfolg des Lizenzierungsverfahrens aber auch ein Ergebnis des maßvollen Wirtschaftens in den Clubs.

bundesliga.de: Die Bundesliga wird international für ihr Lizenzverfahren gelobt. Michel Platini betonte sogar, dass die Bundesliga Vorbildfunktion für die Einführung des "Financial Fairplay" der UEFA hatte. Macht Sie das stolz?

Möglich: Das ist natürlich eine Bestätigung für die Arbeit, die die Bundesliga seit 50 Jahren leistet. Es zeigt, dass wir immer mit der Zeit gegangen sind und dass es richtig ist, die eigenen Vorgehensweisen immer wieder zu hinterfragen und zu optimieren. Trotz des Lobes und des bewährten Ablaufes des Lizenzierungsverfahrens werden wir das auch in Zukunft so machen.

bundesliga.de: Stichwort Financial Fairplay: Worum geht es genau bei dieser Regelung der UEFA?

Möglich: Das Financial Fairplay zielt darauf ab, dass bestimmte Aufwendungen in Relation zu bestimmten Erlösen stehen müssen. Zudem wird überprüft, dass es keine überfälligen Verbindlichkeiten für Gehaltszahlungen, Lohnsteuer, Sozialabgaben oder aus Transfers gibt. Sollte ein Club gegen diese Regeln verstoßen, wird er von der UEFA sanktioniert.

bundesliga.de: Kann es für die Bundesliga im internationalen Vergleich von Vorteil sein, dass ihr Lizenzierungsverfahren schon jetzt zu den am weitesten entwickelten der Welt zählt?

Möglich: Ja, weil es in seinen Anforderungen und Kriterien für alle Bereiche hohe Mindeststandards festlegt, die es in dieser Form in anderen Ländern nicht gibt.



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