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Bundesliga

28.07.2012 - 11:28 Uhr


"Der Erfolgshunger ist groß"

Nils Petersen (l.) soll beim SV Werder Bremen den abgewanderten Claudio Pizarro ersetzen

Beim FC Bayern Müchen kam der 23-Jährige auf 15 Pflichtspiel-Einsätze, in denen er vier Tore erzielte

Für den FC Energie Cottbus und Carl Zeiss Jena traf Petersen in der 2. Liga in 78 Partien 39 Mal

Bremen - 25 Tore in einer Saison, Torschützenkönig der 2. Bundesliga - das waren die Attribute, auf die der FC Bayern München vor einem Jahr aufmerksam geworden war und wegen derer er Nils Petrsen verflichtet hatte. Der Stürmer wechselte im vergangenen Sommer vom FC Energie Cottbus zum deutschen Rekordmeister mit der Hoffnung, sich mit etwas Glück gegen Mario Gomez durchzusetzen und im Bayern-Sturm zu wirbeln.
Das hat nicht ganz geklappt. Petersen kam in der Bundesliga nur zu neun Einsätzen, davon nur zwei von Beginn an. Glück für ihn, dass die Verantwortlichen des SV Werder Bremen durch den Wechsel von Claudio Pizarro an die Isar einen Angeifer gesucht und sich redlich um den 23-Jährigen bemüht haben.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Petersen über seinen Wechsel nach Bremen und die Vorbereitung des SVW. Außerdem erklärt der Mann aus dem Harz, warum Eljero Elias Spielweise ihm besonders liegt und wieso es ihm und seiner Freundin in der Hansestadt so gut gefällt.

bundesliga.de: Herr Petersen, Sie sind mittlerweile schon drei Wochen mit Werder Bremen in der Vorbereitung. Wie gefällt es Ihnen bei Ihrem neuen Club?

Nils Petersen: Es gefällt mir sehr gut. Das Trainingsgelände ist super und meine neuen Mannschaftskollegen sind alle sehr nett. Meine Freundin und ich haben auch schnell eine Wohnung gefunden, uns gefällt die Stadt, ich kann mich mit dem Verein identifizieren - der Einstieg ist geglückt.

bundesliga.de: Inzwischen haben Sie auch schon fünf Testspiele mit Werder absolviert. Welchen Eindruck haben Sie von der Mannschaft?

Petersen: Wir sind eine junge und hungrige Truppe, in der der Konkurrenzkampf sehr groß ist, da wirklich alle Positionen doppelt besetzt sind. Trotzdem ist das Klima sehr gut. Die Qualität ist hoch und in den nächsten vier Wochen wird sich eine Stammelf herauskristallisieren, die sicher in der Bundesliga bestehen kann.

bundesliga.de: Ein weiterer Neuzugang von hoher Qualität ist Eljero Elia, der von Juventus Turin in die Bundesliga zurückgekehrt ist. Wie läuft das Zusammenspiel zwischen Ihnen und Elia?

Petersen: Ich kenne ihn und sein Spiel ja schon aus seiner Zeit beim Hamburger SV. Er ist auf der Außenbahn ein Spieler der Extraklasse, der mit seinem Können auch eine Partie entscheiden kann. Er ist für viele Assists gut, was mir und meiner Spielweise sehr entgegen kommt. Da wir noch nicht so lange zusammen spielen, gibt es natürlich noch die eine oder andere Sache, die noch nicht richtig harmoniert. Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit bis zum Saisonstart.

bundesliga.de: Im vergangenen Sommer sind Sie als Torschützenkönig der 2. Bundesliga zum FC Bayern München gewechselt, wo Sie jedoch meistens auf der Bank Platz nehmen mussten. Nun der Wechsel zum SV Werder. Aus welchen Gründen haben Sie sich dafür entschieden?

Petersen: Den Wechsel zum FC Bayern habe ich nie bereut. Es war ein super Jahr. Aber die Füße kitzeln. Als Fußballer willst du helfen, du willst wissen, dass du gebraucht wirst. Das hat Werder Bremen mir frühzeitig vermittelt. Da es eine Mannschaft ist, die offensiv spielt, würde ich dann natürlich gerne derjenige sein, der in vorderster Front die Tore macht.

bundesliga.de: Bremen befindet sich im Umbruch, für den Sie als Ersatz des abgewanderten Claudio Pizarro als Symbol stehen. Wie gehen Sie mit diesem Rollentausch vom Ergänzungsspieler zum Hoffnungsträger um?

Petersen: Die Hoffnung ruht auf mehreren Spielern. Ich glaube aber auch, dass es bei uns den einen oder anderen Spieler gibt, der mehr kann als er in der vergangenen Saison gezeigt hat. Aktuell ist es halt so, dass Bremen zuletzt nicht den Erfolg hatte, den man sich gewünscht hatte - obwohl Werder immer aus wenig viel macht und immer in der oberen Tabellenhälfte steht. Ich möchte der Mannschaft helfen, wieder erfolgreicher zu sein und freue mich, dass ich gebraucht werde.

bundesliga.de: Was wird mit Werder Bremen trotz des Umbruchs in der nächsten Saison möglich sein?

Petersen: Wir müssen uns so schnell wie möglich als Mannschaft finden und den Konkurrenzkampf aufrecht erhalten, damit sich kein Spieler ausruhen kann. Ich traue der Mannschaft einiges zu und habe ein richtig gutes Gefühl.

bundesliga.de: Also wäre das internationale Geschäft Ihrer Meinung nach machbar?

Petersen: Die letzten zwei Jahre hat sich der Club nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert und das müssen wir wieder schaffen, damit die Werder-Fans auch mittwochs oder donnerstags wieder Fernsehen gucken können (lacht).

bundesliga.de: Merken Sie, dass die Fans genau das auch einfordern?

Petersen: Der Hunger nach Erfolg und der Teilnahme am Europapokal ist groß, weil die Mannschaft in den vergangenen Jahren halt immer dabei war. Bremen hat in der Bundesliga ein gutes Standing und für einige Vereine ist es eine tolle Sache, gegen uns zu spielen, was es nicht immer einfach macht. Aber wir haben so viel Qualität, dass wir einige Mannschaften hinter uns lassen können.

bundesliga.de: Wenn man sich die Testspiele bisher anschaut (Stand: 25.07.12), gab es gegen drei unterklassige Gegner deutliche Siege, gegen Aberdeen ein 1:0, gegen Ihren alten Club - FC Energie Cottbus - aber nur ein 1:1-Unentschieden. Was muss Ihre Mannschaft noch verbessern, damit der Bundesligastart positiv verläuft?

Petersen: Bei den Vorbereitungsspielen darf man nicht so sehr auf das Ergebnis gucken. Cottbus hat lange mit der ersten Elf gespielt und war in der Vorbereitung schon viel weiter. Das hat keine allzu große Aussagekraft. Vor zwei Jahren hatte ich mit Cottbus eine katastrophale Vorbereitung und aus den ersten fünf Spielen haben wir 13 Punkte geholt. Es ist wichtig, dass wir die Grundlagen schaffen und dann auch taktisch arbeiten, um uns zu finden und die Systeme, die wir spielen wollen, zu verinnerlichen.

Das Gespräch führte Gregor Nentwig
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