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06.01.2013 - 10:37 Uhr


"Der Erfolg der Mannschaft steht über allem"

An den ersten beiden Tagen machten die angeschlagenen Martin Stranzl (l.) und Mike Hanke noch Individualtraining

Stranzl ist bei der Borussia seit der Rückrunde der Saison 2010/11 unter Vertrag

In der laufenden Saison erzielte der Österreicher (r.) zwei Bundesligatore

Dubai - Martin Stranzl, der Ende Dezember seinen Vertrag bei Borussia Mönchengladbach um ein Jahr verlängert hat, äußerte sich im Trainingslager in Dubai über…
…seine Vertragsverlängerung: In meinem Leben gab es bislang immer nur schwarz oder weiß. Es war das erste Mal, dass ich mich bei einer wichtigen Entscheidung in einer Grauzone befunden habe und von meinem eigentlichen Standpunkt abgewichen bin. Das ist für mich eine neue Erfahrung. Aber es tut auch mal ganz gut, ein wenig von seinem eingeschlagenen Weg abzurücken. Wenn eine Tür zugeht, geht irgendwo eine andere auf. Geht man mit dieser positiven Einstellung durchs Leben, tut man sich in jeder Situation leichter. Deswegen werde ich meine Entscheidung auch nicht bereuen.

…seine starke Torausbeute und Zweikampquote in der Hinrunde: Seit ich bei Borussia bin, macht es mir unheimlich viel Spaß, auf dem Platz zu stehen. Trainer, Teamkollegen und Umfeld, es passt einfach alles. Und wenn man sich wohlfühlt, spiegelt sich das auch auf dem Platz wider. Dazu kommt die Erfahrung, die ich im Laufe meiner Karriere gesammelt habe, da entwickelt man einfach ein gewisses Gespür für Situationen. Vielleicht klappt es deswegen in dieser Saison so gut. Das alles sind schöne Werte, die mir aber nicht so viel bedeuten. Denn die individuellen Erfolge nutzen dir nichts, wenn die Punkteausbeute des Teams nicht stimmt. Der Erfolg der Mannschaft steht über allem.

…seine Führungsrolle nach dem Abgang von Dante: Verantwortung habe ich genauso auch vorher schon übernommen, so etwas ändert sich nicht durch Zu- oder Abgänge. Ich bin vor zwei Jahren zu Borussia gekommen, um hier eine Führungsrolle zu übernehmen. Natürlich gab es in der Zwischenzeit den einen oder anderen neuen Spieler, oder auch welche, die uns verlassen haben. Aber es entwickelt sich immer wieder ein neues Gefüge. Mit Kommunikation erreicht man viel, und wir haben viele gute Charaktere in der Mannschaft, die auch Dinge annehmen.

… seinen Führungsstil: Wenn es mal nicht gut läuft, haue ich auf dem Platz oder in der Kabine auch mal dazwischen. Aber nicht, indem ich herumbrülle oder wild gestikuliere. Das ist nicht meine Art und meiner Meinung nach auch nicht mehr zeitgemäß. Man nimmt sich eher mal einen oder ein paar Spieler zur Seite und führt in Ruhe ein konstruktives Gespräch. Das bringt wesentlich mehr, denn man kann viel mehr Inhalte rüberbringen als wenn man nur irgendwelche Parolen raushaut. Jeder Spieler ist unterschiedlich, und man muss jeden anders anpacken. Aber gerade das zeichnet eine Mannschaft ja auch aus, es wäre ja schade, wenn alle Spieler gleich wären. Die richtige Mischung macht's aus.

…das Zusammenspiel mit Alvaro Dominguez: Er kam aus einer anderen Liga und in ein neues Land, aber schon in der Vorbereitung auf diese Saison hat es gut mit uns beiden im Abwehrzentrum geklappt, und das Zusammenspiel wird immer besser. Alvaro bemüht sich sehr darum, schnell die die deutsche Sprache zu lernen. Er ist extrem ehrgeizig und versucht trotz seines jungen Alters, schon jetzt Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen. Er wächst immer mehr in diese Aufgabe herein und ich harmoniere mit ihm ebenso gut wie mit Roel Brouwers. Trotz der Konkurrenz verstehen wir drei uns untereinander sehr gut, und das ist auch sehr wichtig. Keiner von uns stellt seine eigenen Interessen in den Vordergrund, sondern jeder ordnet sich dem Erfolg der Mannschaft unter.

…sein Karriereende: Meine Familie und ich fühlen uns wohl, wo wir derzeit leben und können uns vorstellen, auch nach dem Ende meiner aktiven Karriere noch etwas hier zu bleiben. Wann das ist, kann ich heute nicht sagen. Bis Juni 2014 sind es noch anderthalb Jahre, in denen so viel passieren kann. Das ist alles so weit weg, darüber mache ich mir jetzt auch keine großen Gedanken. Ich werde dann 34 Jahre alt, und man muss auch sehen, wie es bis dahin um meinen Körper und meine Gesundheit steht. Um Bundesliga zu spielen, muss man immer auf hohem Level trainieren. Einen Gang herausnehmen kann man sich nicht erlauben.
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