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Bundesliga

07.03.2013 - 15:29 Uhr


"Champions League? Wir wollen den Derbysieg!"

Beide sind gut drauf: Schalke feierte zwei Siege in Folge - Julian Draxler (Nr. 31) brillierte. Und der BVB mischt weiter die Champions League auf

Das Viertelfinale in Europas größtem Wettbewerb ist den BVB-Fans nicht genug: Schon kurz nach Abpfiff gegen Donetsk träumten sie schon wieder vom Derbysieg

Draxler hat noch nie gegen den BVB gewonnen. Im Hinspiel fehlte der 19-Jährige wegen eines Armbruches

Marco Höger erzielte im Hinspiel die wichtige 2:0-Führung für die Schalker. Am Ende gewannen die "Königsblauen" die Partie in Dortmund mit 2:1

München - Klaas-Jan Huntelaar saß daheim auf dem Sofa und war von der Dortmunder Champions-League-Gala beeindruckt. "Sie haben ein gutes Spiel gemacht und sind verdient in die nächste Runde eingezogen", so der Torjäger von Schalke 04. Dass beim BVB das 3:0 gegen Shakhtar Donetsk schnell abgehakt war, merkte auch der Niederländer vor dem Fernseher. "Wir wollen den Derbysieg", schallte es schon kurz nach dem Schlusspfiff durch die Dortmunder Arena.
Das 142. Revierderby am Samstag verdrängte schnell die erneute Glanzvorstellung der "Schwarz-Gelben" in der Königsklasse aus dem Fan-Bewusstsein. So schnell, dass sich BVB-Verteidiger Neven Subotic wunderte: "Das fand ich ein bisschen komisch. Wir kommen erstmals seit 15 Jahren ins Viertelfinale, und die denken ans Derby."

Draxler: "Wir sind auf Augenhöhe"



Warum der Blick des Dortmunder Anhangs sich sofort auf Schalke richtete, ist klar: Auch nach fast fünf Monaten schmerzt die 1:2-Pleite aus dem Hinspiel immer noch - trotz aller Champions-League-Erfolge. "Alle wissen, worum es geht", sagte Kevin Großkreutz, der wie kein zweiter BVB-Profi die Fanseele kennt.

Noch vor ein paar Wochen wäre die Mutter aller Derbys eine sehr einseitige Angelegenheit gewesen. Schalke steckte tief in der Krise, Dortmund spielte wieder in alter Meisterform. Doch nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage sieht Jungstar Julian Draxler S04 wieder "auf Augenhöhe" mit dem Erzrivalen.

Für den 19-Jährigen, der am Samstag als jüngster Spieler der Bundesliga-Historie sein 100. Pflichtspiel bestreitet, wäre es der erste Derbysieg. Im Hinspiel fehlte er wegen eines Armbruches. "Ich habe noch nie gegen Dortmund gewonnen", sagte Draxler, der zuletzt beim 4:1 in Wolfsburg als Mittelfeldregisseur geglänzt hatte und von den bundesliga.de-Usern zum "Spieler des 24. Spieltags" gewählt wurde.

Schalke will noch Platz 4



Dieser Sieg hat den Gelsenkirchenern nicht nur neuen Mut gegeben, sondern auch wieder die Aussicht auf eine erneute Qualifikation für die Champions League. "Wir liegen nur zwei Punkte hinter Frankfurt", betonte Huntelaar mit Blick auf Platz 4, "und haben alles selbst in der Hand." Deshalb will der Niederländer "im Derby nachlegen". Auf Schalke hat der bevorstehende Ruhrpott-Klassiker zu einem regelrechten Fanauflauf beim Training geführt. "Alle reden nur über dieses eine Spiel", hat Huntelaar festgestellt.

Das ist 30 Kilometer weiter östlich nicht anders. "Wir wissen, dass dieser Sieg für die Fans der wichtigste des Jahres ist", sagte Subotic: "Und es ist für uns die letzte Chance in dieser Saison, ihn zu schaffen." Dass es möglicherweise in der Champions League zum dritten Duell der Spielzeit kommen könnte, hat der BVB-Abwehrspieler nicht im Hinterkopf: "Das wollen wir doch nicht hoffen."

Keine Experimente beim BVB



Trotz der jüngsten Trendwende der Schalker ist der entthronte Doublegewinner aus Dortmund Favorit. In der Bundesliga trennen beide Clubs zehn Punkte, der BVB hat drei der letzten fünf Ligaduelle gewonnen. Und während die "Königsblauen" vor allem in der Defensive noch fragil wirken, sind die Borussen deutlich gefestigter als im Hinspiel. Damals ging das Experiment von Trainer Jürgen Klopp mit einer Dreierkette in der Abwehr schief. Vermutlich verstärkt auch der genesene Mats Hummels eine gegen Donetsk ohnehin schon überzeugende Hintermannschaft (voraussichtliche Aufstellungen).

Schalke-Trainer Jens Keller muss dagegen umstellen, weil sein "aggressiver Leader" Jermaine Jones gelbgesperrt fehlt. Zudem musste der deutlich verbesserte Innenverteidiger Joel Matip wegen Grippe eine Trainingspause einlegen. Möglicherweise kommt so Christoph Metzelder zu seinem 13. Revierderby, einem ganz besonderen.

"Es geht in die letzte Runde meiner Karriere", sagte der Ex-Dortmunder, "ich werde das Derby danach mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr spielen." Seine persönliche Bilanz ist übrigens negativ: Der 32-Jährige gewann nur zwei Derbys - beide im BVB-Trikot.

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