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23.03.2013 - 20:08 Uhr


"Armin Vehs Spielstil gefällt mir sehr"

Andrea Petkovic findet sich nach einer Serie von Verletzungen derzeit auf Rang 177 der Weltrangsliste wieder

Die in Bosnien geborene 25-Jährige wurde 2007 und 2009 Deutsche Tennismeisterin

Oka Nikolov hat es Petkovic angetan: Sie bezeichnet ihn als "Symbol für Eintracht Frankfurt"

München - Neun Wochen lang musste Andrea Petkovic auf der WTA Tour pausieren. Jetzt ist sie wieder fit und feierte beim Tennisturnier in Indian Wells ihr Comeback. Der sportliche Erfolg blieb zwar noch aus, doch die frühere Top-Ten-Spielerin sieht sich nach den vielen verletzungsbedingten Rückschlägen der vergangenen Monate auf einem guten Weg.
Im Interview mit bundesliga.de spricht die in Darmstadt lebende 25-jährige deutsche Fed-Cup-Spielerin über ihr Comeback, ihr Faible für die Bundesliga und ihre besondere Begeisterung für die Frankfurter Eintracht.

bundesliga.de: Frau Petkovic, Sie haben nach neun Wochen Verletzungspause beim Turnier von Indian Wells Ihr Comeback gefeiert und Ihre ersten Matches in Einzel und Doppel gespielt. Wie fühlen Sie sich körperlich und mental?

Andrea Petkovic: Ich fühle mich super und gesundheitlich gut. Das ist das Wichtigste für mich. Auch die Matches waren im Vergleich zu meinen anderen Comebacks okay. Ich bin ja inzwischen Expertin in Sachen Comebacks. Ich fühle mich gut auf dem Platz, aber ich merke noch absolut die fehlende Matchpraxis. Aber das wusste ich auch vorher schon. Ich habe super trainiert, aber ein Match kann man mit keinem Training simulieren. Das merke ich besonders in engen Situationen, in denen ich die falschen Entscheidungen treffe oder meine Beine nicht richtig bewege. Oder ich bin in einigen Entscheidungen zu zögernd. Aber das kommt schon wieder. Deswegen bin ich geduldig und warte ab. Alles in allem fühle ich mich gut.

bundesliga.de: Wie schwer ist es Ihnen gefallen, sich in den Verletzungspausen zu motivieren und sich wieder heranzukämpfen?

Petkovic: Ich hatte verschiedene Phasen. Nach meiner Fußgelenksverletzung habe ich meine, ich nenne es einmal "Depressionphase" durchgemacht. Das war die schlimmste Zeit, weil ich auch noch zwei Wochen einen Gips tragen musste und mich gar nicht bewegen konnte. Dann bin ich schon ein bisschen in ein Loch gefallen und hatte wirklich auch Schwierigkeiten, mich für die Rehaphase zu motivieren. Die Reha war schlimm, diese Energie, die in der Reha herrscht. Es hat mich runtergezogen, so viele Menschen zu sehen, die verletzt sind oder krank. Jetzt bei der jüngsten Knieverletzung ging es superschnell. Dr. Müller-Wohlfahrt hat mir ohne Ende Energie gegeben, weil er immer so positiv denkt. Er hat sofort gesagt: 'Das kriegen wir wieder hin. In vier Wochen stehst Du wieder auf dem Platz.' Dann hatte ich gar keine Zeit dafür, in eine Krise zu geraten.

bundesliga.de: Dafür hatten Sie mehr Zeit, die Bundesliga zu verfolgen. Haben Sie einen Lieblingsverein in der Bundesliga?

Petkovic: Ja, sicher. Das ist Eintracht Frankfurt.

bundesliga.de: Wie kommt's?

Petkovic: Durch die Nähe zu Frankfurt bin ich dann auch Fan der Eintracht geworden. Eigentlich ist ja Darmstadt 98 mein Lieblingsverein. Ich habe früher viele Spiele der "Lilien" im Stadion gesehen. Aber die spielen ja nun in der 3. Liga gegen den Abstieg. Der serbisch-stämmige Trainer Kosta Runjaic ist ja leider nach Duisburg gegangen, der war richtig gut.

bundesliga.de: Wer ist Ihr Lieblingsspieler bei der Eintracht?

Petkovic: Ich mag den Oka Nikolov, weil er so ein Symbol für Eintracht Frankfurt ist. Ich mag einfach das Team und den Spielstil unter Armin Veh. Der gefällt mir sehr. Ich finde es cool, dass sie so aggressiv und auch bei einem 0:3-Rückstand immer noch nach vorne spielen. Die rennen immer nach vorne und geben alles.

bundesliga.de: Wie informieren Sie sich auf Reisen über die Ergebnisse der Bundesliga?

Petkovic: Das ist manchmal schwer. Bei der Eintracht versuche ich immer, up-to-date zu sein. Ich verfolge sie auf Twitter, Sport1 und lese die Sachen, die mich interessieren. Als es vor zwei Jahren gegen den Abstieg ging, habe ich einige wichtige Spiele im Livestream angeschaut, aber das war sehr nervenaufreibend. Da habe ich mir in Amerika nachts einige Spiele reingezogen. Das war so schrecklich. Aber das ist ja das Schöne am Fußball. Man leidet und freut sich immer mit seinem Verein.

bundesliga.de: Ist die Bundesliga auch ein Thema unter den Spielerinnen?

Petkovic: Unter den deutschen Spielerinnen auf alle Fälle. Die ausländischen Mädels interessieren sich da nicht so für, höchstens die Jungs. Bei uns im Team gibt es immer ein bisschen Triezerei, weil Angelique Kerber und Julia Görges riesengroße Bayernfans sind. Und die Teamchefin Barbara Rittner ist ein Mega-BVB- und Jürgen-Klopp-Fan. Wenn die beiden Teams aufeinander treffen, gibt's immer Terror. Ich bin dann die Schweiz.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski


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