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21.02.2013 - 15:22 Uhr


"Angst hat im Fußball nichts zu suchen"

1899 Hoffenheim will am Samstag beim Tabellennachbarn FC Augsburg den Relegationsplatz verteidigen - Trainer Marco Kurz nimmt seine Profis dafür in die Pflicht

Kapitän Andreas Beck (M.) erwartet am Samstag "Kampf und Krampf"

Manager Andreas Müller hatte schon nach dem 0:1 gegen den VfB Stuttgart versucht, seine Spieler durch markige Worte wachzurütteln

Sinsheim - Die 20 Neugierigen, die sich am Mittwoch beim Training von1899 Hoffenheim eingefunden haben, diskutieren lebhaft. Am kommenden Samstag muss ihr Team zum FC Augsburg - der Tabellensechzehnte spielt beim 17.
Verlieren die Kraichgauer, fallen sie auf einen direkten Abstiegsplatz. Es wäre der Tiefpunkt einer bislang an Tiefpunkten reichen Saison.
Angetreten mit dem vom ehemaligen Manager und Trainer Markus Babbel ausgerufenen Ziel "Europapokal-Teilnahme", wäre man zwölf Spieltage vor Saisonende froh, den Relegationsplatz 16 zu verteidigen.

Der VfL Wolfsburg auf dem ersten Nichtabstiegsrang 15 ist schon zehn Punkte enteilt. Was die Trainingsbesucher am Mittwoch sehen, gibt ihnen wenig Hoffnung. Pass- und Laufwege im Spielaufbau werden geübt. Als wieder einmal ein Pass misslingt, sagt ein Zuschauer: "Da ist kein Selbstvertrauen da, nichts."

"So wird das nichts"



Die TSG befindet sich im gefährlichen Sog nach unten. Manager Andreas Müller hatte schon Recht, als er direkt nach der bitteren 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Sonntag sagte: "So wird das nichts."

Aber kann diese verunsicherte Mannschaft unter dem neuen Trainer Marco Kurz die Wende doch noch schaffen? Regiert jetzt die Angst? Kapitän Andreas Beck weiß, was seine Mannschaft am Samstag erwartet. "Gegen Augsburg geht es um die Wurst, das wird Kampf und Krampf." Die Frage ist, kann 1899 Abstiegskampf?

Reaktion ist gefragt



"Jetzt", sagt Trainer Kurz, "ist Nervenstärke gefragt." Nur vier Punkte in fünf Spielen stehen in der Statistik, seit er das Traineramt übernommen hat. Dass der Club einen langen Atem brauche im Abstiegskampf, hat er schon vor dem ersten Spiel erklärt. Der Ex-Profi versucht, die Grundlagen des Spiels zu stärken, Lauf- und Passwege im Offensivspiel zu verinnerlichen oder den chronisch abschlussschwachen Stürmern Selbstvertrauen zu geben. Die sechs Neuzugänge der Winterpause brauchen Zeit zur Integration. Zeit, die der Club im Abstiegskampf nicht hat.

Kurz sagt vor dem richtungsweisenden Spiel am Samstag: "Es muss doch für jeden Spieler Motivation sein, zu zeigen, dass er ein besserer Spieler als der vom FC Augsburg ist." Aus seiner Sicht habe seine Mannschaft vier gute Spiele gemacht und ein "richtig schlechtes".

Kurz nimmt Spieler in die Pflicht



"Jetzt gilt es, aufzustehen", sagt der 43-Jährige. Kurz appelliert auch an die Ehre seiner Spieler: "Angst hat im Fußball nichts zu suchen, es ist immer noch ein Spiel. Ich sehe da eine hohe Verantwortlichkeit und keine Angst. Und ich sehe eine hohe Ansprache an den Stolz und die Ehre des Einzelnen."

Auf der Homepage des Vereins hat Offensivtalent Kevin Volland, einer der besten und konstantesten Profis in dieser verkorksten Runde, unter der Woche demonstrativ erklärt: "Spiele wie in Augsburg machen mir richtig Spaß." Doch die Mannschaft muss Taten folgen lassen, zu oft hat sie ihr geduldiges Publikum in den vergangenen Monaten enttäuscht. Und auch Manager Müller sagt: "Was soll man noch groß reden? Die Spieler sind am Zug."

Punkte müssen her



Das erste wichtige Spiel haben die Hoffenheimer gegen den VfB Stuttgart vergeigt. Nun müssen sie aus den kommenden drei Partien in Augsburg, gegen den FC Bayern München und beim Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth mindestens sechs Punkte holen, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu erhalten.

Mäzen Dietmar Hopp erklärte, er werde sein Engagement auch im Abstiegsfall weiterführen. Doch dieses negativste aller Szenarien wollen sie in Hoffenheim unbedingt vermeiden. Noch haben sie es in der eigenen Hand, den Klassenerhalt zu schaffen.

Tobias Schächter
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