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16.12.2012 - 14:03 Uhr


"17 Chancen drinzubleiben"

Einen Punkt geholt, doch der schmerzt trotzdem irgendwie, da die Fürther ingesamt die aktivere Mannschaft waren gegen Augsburg

Christopher Nöthe (v.) vergibt eine der vielen Chancen des Aufsteigers

So bleibt es beim 1:1 und am Ende gibt es nur enttäuschte Gesichter - die "Kleeblätter" gehen nun als Schlusslicht in die Winterpause

Fürth - Die Spielvereinigung Greuther Fürth verpasst gegen Augsburg den ersehnten Sieg und hofft nun auf eine bessere Rückrunde. Ob Mike Büskens am Sonntag "mit einem Lächeln aufgewacht" ist, ist nicht überliefert. Genau das hatte er für den Fall eines Sieges gegen Augsburg angekündigt.
Nach dem 1:1 in einem Spiel, in dem beide Mannschaften dringend einen Sieg gebraucht hätten, blickte der Fürther Trainer allerdings lieber nach vorne, als sich um seinen Schlaf zu sorgen. "Ich habe immer gesagt, dass ich dieses Spiel liebe. Für mich ist Fußball keine Arbeit, sondern eine Passion." Und das sorge dafür, dass er die Mannschaft trotz der niederschmetternden Punkteausbeute "in der Rückrunde neu motivieren" werde.

Basics fehlen in der Abwehr



Mit seiner Defensive wird Büskens bis dahin allerdings ein paar strenge Worte reden müssen. Mal wieder war das Kleeblatt nach wenigen Minuten in Rückstand geraten. Sascha Mölders hatte völlig unbedrängt die Augsburger Führung herausgeköpft (9.) - weit und breit war kein Gegenspieler zu sehen gewesen. Zur Halbzeit rechnete kaum mehr ein Zuschauer mit einem Remis, doch dann köpfte Lasse Sobiech (69.) den Ausgleich, und wer noch nach einem Argument suchte, warum Fürth es vielleicht doch noch schaffen könnte, beschwor die 14 Minuten vor und die 21 Minuten nach diesem Tor. Denn im zweiten Durchgang dominierte Fürth klar. Doch zu mehr als einem Treffer reichte es nicht mehr.

Kein Wunder, dass sich sowohl Spieler als auch Offizielle nach dem Spiel vor allem über die Szene aus der neunten Spielminute aufregten. In der Tat sieht man es in der ersten Liga ja nicht oft, dass ein Stürmer nach einem Freistoß absolut unbedrängt im Fünfmeterraum zum Kopfball kommt.

Djurdjic soll für Tore sorgen



Beide Innenverteidiger, Mergim Mavraj und Lasse Sobiech, seien nicht zugeteilt gewesen, verriet Trainer Büskens. Wer der Unterlassungssünder war, wollte er aber nicht öffentlich machen: "Derjenige hat sich aber schon deutliche Worte anhören müssen." Auch Stefan Fürstner, der einer der besten Spieler im Fürther Aufgebot war, legte den Finger in die Wunde: "Obwohl wir das schon so oft angesprochen haben, pennen wir da mal wieder." Da nütze auch die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang nicht mehr viel. "Auch wenn wir da klar dominiert haben und uns viele Chancen erarbeiten konnten." Sowohl Ilir Azemi (64.) als auch Christopher Nöthe (70.) ließen gute Torgelegenheiten aus. Was nicht nur Fürstner wie "ein altes Lied" vorkam. Eines, das im Fürther Lager schon so oft in dieser bislang so unglücklich verlaufenen Bundesliga-Saison gesungen wurde. Einen einzigen Treffer haben die Fürther Angreifer bisher beigesteuert - durch Edu.

Ob wenigstens die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang ein Hoffnungsschimmer sei, wurde Mike Büskens noch gefragt. Oder wenigstens der Punktgewinn? Die Antwort fiel unbestimmt aus: "Wir müssen mit dem Punkt leben. Ob wir damit leben können, wird die Zukunft zeigen." Aufgeben werde man jedenfalls nicht, ergänzte Stefan Fürstner. 17 ausstehende Begegnungen, in denen es um 51 Punkte gehe, seien auch "17 Chancen drinzubleiben."

Aus Fürth berichtet Christoph Ruf
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