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Bundesliga

26.01.2012 - 09:24 Uhr


Spitzen-Quartett macht's spannend

Gladbach sorgte zum Rückrundenauftakt mit dem 3:1 gegen die Bayern gleich für einen Paukenschlag

Am Samstag zogen dann erst die Schalker nach Punkten mit den Münchnern gleich...

...und am Sonntag die Dortmunder Borussen, die mit 5:1 in Hamburg gewannen

München - "Wir können vier Würfel mit den jeweiligen Vereinslogos in den Würfelbecher stecken, schütteln - und wer als erster rausfällt, wird Deutscher Meister." So bewertete Udo Lattek jüngst im bundesliga.de-Interview die Situation an der Spitze.
Und in der Tat: Der Titelkampf ist nach dem Rückrundenauftakt absolut unvorhersehbar - und damit spannend wie selten zuvor. Das verdeutlicht ein Blick in die Datenbank der Bundesliga.

Novum im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel

Zum ersten Mal seit der Saison 91/92 stehen nach 18 Spieltagen mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund, Schalke 04 (alle 37 Punkte) und Borussia Mönchengladbach (36) vier Mannschaften mit nur einem Punkt Abstand an der Tabellenspitze. Damals mischte übrigens nur ein Mitglied des aktuellen Quartetts ganz oben mit, die Spitzengruppe bestand aus Frankfurt, Stuttgart, Kaiserslautern und Dortmund. Zuvor war das sonst nur noch in der Saison 74/75 nach 18 Spieltagen der Fall (damals waren sogar fünf Teams in der Verlosung).

Drei punktgleiche Mannschaften an der Spitze nach 18 Spieltagen wie jetzt mit den Münchnern, dem BVB und den "Knappen" gab es zuletzt in der Saison 90/91 (Bayern, Kaiserslautern, Bremen) - zuvor war das sonst nur noch in der Saison 74/75 nach 18 Spieltagen der Fall. Im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel ist die aktuelle Lage an der Tabellenspitze ein Novum.

Auch wenn Trainer-Legende Lattek das Rennen um die Meisterschaft als Glückssache bezeichnete, gibt es natürlich statistische Wahrscheinlichkeiten über die Titel-Chance der vier Top-Teams. Die Werte im Überblick:

  • Der Tabellenführer des 18. Spieltages wurde in 28 der 48 bisherigen Spielzeiten am Ende Meister (58 Prozent).

  • Der Tabellenzweite des 18. Spieltages wurde in 11 der 48 bisherigen Spielzeiten am Ende Meister (23 Prozent).

  • Der Tabellendritte des 18. Spieltages wurde in 5 der 48 bisherigen Spielzeiten am Ende Meister (10 Prozent).

  • Der Tabellenvierte des 18. Spieltages wurde in 3 der 48 bisherigen Spielzeiten am Ende Meister (6 Prozent; Stuttgart 06/07, Bayern 93/94 und der HSV 81/82).


"Anspruch, Erster zu bleiben"

Obwohl es an der Spitze also so eng zugeht, formulieren weiterhin nur die Bayern - immerhin der große Verlierer des vergangenen Wochenendes - ihre Ambitionen. "Wir sind Erster. Und unser Anspruch ist es, Erster zu bleiben", sagte Toni Kroos nach dem 1:3 in Gladbach selbstbewusst.

Sein Chef allerdings mahnt zu mehr Konzentration im "Brot-und-Butter-Geschäft" Meisterschaft. "Man konnte den Eindruck gewinnen, dass uns mit Leidenschaft, Biss, Aggressivität und Wille wichtige Attribute des Fußballs gefehlt haben. Unser Ziel, die Deutsche Meisterschaft, können wir nur erreichen, wenn wir genau diese Attribute in den kommenden Monaten seriös einsetzen", fordert Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters.

Drei Tiefstapler - lachender Fünfter?

Der amtierende Meister Dortmund lässt sich trotz der 5:1-Gala in Hamburg nicht aus der Reserve locken. "Vor uns liegen noch 16 Spieltage bis zum Saisonende, und es bleibt das erklärte Ziel von Borussia Dortmund, auch in der nächsten Saison wieder in einem internationalen Wettbewerb dabei zu sein", übt sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke in Understatement.

Die "Königsblauen" stapeln in Person ihres Trainers Huub Stevens ("Wir haben noch nicht die Stabilität. Ganz oben sehe ich uns noch nicht.") ebenso tief wie die "Fohlen". "Man sollte die Rolle eines Titelanwärters gar nicht erst annehmen", sagt Vizepräsident Rainer Bonhof: "Es gibt für uns überhaupt keinen Grund abzuheben und von unserer Marschroute - von Spiel zu Spiel zu denken - abzuweichen."

Wie lange das Spitzen-Quartett - unabhängig der jeweiligen Sprachregelung - noch so dicht beeinander liegen wird, bleibt abzuwarten (Hier geht's zum Tabellenrechner). Vielleicht heißt der lachende Fünfte am 5. Mai aber auch Hoffenheim. 1899 Hoffenheim? Genau! Denn einmal in der Bundesliga-Historie wurde der Achte nach 18 Spieltagen am Ende noch Meister - nämlich der VfL Wolfsburg in der Saison 2008/09.
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