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10.10.2012 20:52:42
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Formcheck: Luft nach oben

Bremer Lichtblick: Kevin De Bruyne wusste mit drei Toren und einer Vorlage durchaus zu überzeugen
München - Bei Werder Bremen weiß man nach dem ernüchternden Auftritt und der damit verbundenen 1:3-Niederlage in Augsburg nicht recht, wo es hingehen soll in dieser Saison. Die Mannschaft, die durchaus in Dortmund oder auch gegen Bayern phasenweise zu überzeugen wusste, hat nach dem Umbruch im Sommer noch Luft nach oben.


Gleiches gilt auf der anderen Seite für den FC Augsburg, der allerdings mit dem 3:1 gegen Werder Selbstvertrauen getankt hat. Im dritten Teil des Formchecks präsentiert bundesliga.de die Teams mit Steigerungspotential.


Werder Bremen



Nie hatte Werder Bremen nur sieben Punkte nach ebenso vielen Spieltagen, seitdem Thomas Schaaf 1999 das Trainer-Amt übernommen hat. Das 1:3 beim FC Augsburg am vergangenen Wochenende sorgte für schlechte Stimmung an der Weser. "Das war ein rabenschwarzer Tag", sagte Sebastian Mielitz nach der zweiten Niederlage in Folge (zuvor 0:2 gegen Bayern), der in seiner ersten Saison als Stammtorwart bisher 13 Mal hat hinter sich greifen müssen. 105 Schüsse hat die Defensive bereits zugelassen und kein Team hat mehr Tore kassiert nach Weitschüssen und Flanken. Nach den vielen personellen Veränderungen im Sommer ist Werder noch in der Findungsphase.


TSG 1899 Hoffenheim



0:4 im Pokal beim Berliner AK, Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und den SC Freiburg - nach drei Spieltagen lief bei 1899 Hoffenheim alles gegen den Plan. Die Freude über sieben Punkte in den drei Folgespielen ist getrübt worden durch Boris Vukcevic' lebensbedrohlichen Unfall. Mit 14 Gegentoren hat Hoffenheim die meisten aller Bundesligisten - nach Standards sind es schon fünf Gegentreffer. Zu oft spielt Markus Babbels Mannschaft durch die Mitte, kein anderes Team hat so wenige Flanken geschlagen wie die Hoffenheimer (40), die auf Rang 13 zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone und vier Rückstand zu den Europa-League-Plätzen haben.


VfB Stuttgart



Sechs Spieltage benötigte der VfB Stuttgart für seinen ersten Saisonsieg, doch sechs Punkte entsprechen nicht dem Anspruch des Europa-League-Teilnehmers. "Jetzt heißt es, nach vorne schauen, alles andere bringt uns nicht weiter", sagte Youngster Raphael Holzhauser nach dem 2:2 zuletzt gegen Bayer Leverkusen, in dessen Anschluss Trainer Bruno Labaddia wütend Teile der Medien und der Fans kritisierte. Zweikampfschwach sind die Schwaben bisher, haben nur 48 Prozent der direkten Duelle gewonnen. 14 Gegentore, sechs nach individuellen Fehlern und sechs Treffer nach Kontern sind die schlechtesten Werte der Bundesliga. Besonders interessant: über die rechte Seite hat der VfB keines seiner sieben Tore erzielt.


FC Augsburg



Trainer Markus Weinzierl war sichtlich gelöst, nachdem der FC Augsburg beim 3:1 über Werder Bremen als letztes Bundesliga-Team seinen ersten Saisonsieg feierte. Den Sieg nach sieben Spieltagen könnte er als gutes Omen werten, schließlich gewann Augsburg im vergangenen Jahr als Aufsteiger erst in der neunten Begegnung. Vor allem offensiv hat es bisher gehapert, die drei Treffer gegen Werder sind einer mehr, als Augsburg in den Partien zuvor erzielt hatte. In der Defensive standen die Schwaben schon vorher gut, haben nur drei Großchancen zugelassen, weniger als jedes andere Team.


VfL Wolfsburg



Minus elf lautet die Tordifferenz des VfL Wolfsburg, der nur zwei Treffer erzielt hat durch seine Neuzugänge Bas Dost (beim einzigen Saisonsieg am ersten Spieltag in Stuttgart) und Ivica Olic - erst vier Clubs hatten in der Bundesliga-Historie nach sieben Spieltagen so wenige Tore auf dem Konto. Kurioserweise trafen beide per Kopf - defensiv nämlich hapert es in den Luftduellen, dort kassierte der VfL die meisten Treffer (sieben). "Wir müssen sehen, dass wir als Mannschaft gemeinsam aus dieser Situation heraus kommen und uns unsere Erfolgserlebnisse erarbeiten", fordert Kapitän Diego Benaglio, der insbesondere kritisiert, dass die Elf zu oft im Spielaufbau den Ball verliert.


SpVgg Greuther Fürth



Der 1:0-Sieg in Mainz am 2. Spieltag war verheißungsvoll, die folgenden fünf Partien erbrachten allerdings lediglich einen weiteren Punkt, beim Vorletzten Wolfsburg. Die Umstellung auf die Bundesliga ist noch nicht gelungen nach dem Aufstieg, insbesondere offensiv stottert es erheblich: Fürth hat erst zwei Treffer erzielt und ist das erste Team der Bundesliga-Geschichte, das nach vier Spieltagen torlos im heimischen Stadion ist. "Wir haben uns etwas anderes erhofft, wir wollten weiter oben mitspielen", stellt Sercan Sararer klar. Im Zweikampf ziehen die "Kleeblätter" häufig den Kürzeren (53 Prozent) und die sechs Gegentore nach Ballverlusten sind der schlechteste Wert aller Clubs.

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