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05.07.2010 - 12:14 Uhr


Supercup 1991: Feldkamps geglücktes Experiment

Stefan Kuntz vom 1. FCK (l.) und Juri Schlünz (F.C. Hansa Rostock) beim Wimpeltausch

Stefan Kuntz vom 1. FCK (l.) und Juri Schlünz (F.C. Hansa Rostock) beim Wimpeltausch

Erstmals wurde der Supercup im Rahmen eines Turniers mit vier Teams ausgetragen. Die deutsche Wiedervereinigung vom Herbst 1990 hatte es möglich gemacht. Der DFV der DDR war am 20. November 1990 als NOFV dem DFB beigetreten.
Nach Beendigung der Saison 1990/91 wurden die beiden besten Mannschaften der ehemaligen DDR, Meister Hansa Rostock und Dynamo Dresden, in der Bundesliga aufgenommen.

Zuvor aber nahmen "Double"-Gewinner Hansa Rostock und der ostdeutsche Pokalfinalist Stahl Eisenhüttenstadt am Supercup teil, gemeinsam mit dem deutschen Überraschungsmeister 1. FC Kaiserslautern und Pokalsieger Werder Bremen. Im Halbfinale trafen die beiden Meister Kaiserslautern und Rostrock sowie Eisenhüttenstadt und Bremen aufeinander.

Witeczek trifft, Lautern siegt

Hansa Rostock empfing im heimischen Ostseestadion vor 12.000 Zuschauern den 1. FC Kaiserslautern, dessen Coach Karl-Heinz Feldkamp taktisch experimentierte und Torjäger Stefan Kuntz als klassischen Libero aufbot. Im Angriff durfte stattdessen der aus Uerdingen gekommene wuselige Stürmer Marcel Witeczek ran. Der Plan ging auf. Kuntz hielt die Abwehr zusammen, Witeczek traf, Lautern siegte 2:1.

Das zweite Halbfinale wurde in Osnabrück auf neutralem Platz ausgetragen. Vor nur 4.000 Besuchern setzte sich der Favorit äußerst mühsam durch. Bremen gewann dank eines Tores von Wynton Rufer kurz vor Schluss mit 1:0 gegen den Oberligisten Stahl Eisenhüttenstadt, der den Sprung in den deutschen Profifußball nicht geschafft hatte.

Rostock steigt ab

Das Finale um den Supercup war eine Neuauflage des Pokalfinales von 1990. Und wieder setzte sich der FCK durch. Feldkamp vertraute im Niedersachsenstadion von Hannover erneut auf seinen Abwehrchef Kuntz und rotierte im Angriff, in dem er Jürgen Degen und Bernhard Winkler aufbot.

Wieder hatte der Trainerfuchs das richtige Näschen. Der aus Hamburg gekommene Degen netzte zweimal ein, Winkler besorgte die Entscheidung. Die "roten Teufel" hatten 3:1 gesiegt und Feldkamp in seinem dritten Anlauf erstmals den Supercup gewonnen.

Während Kaiserslautern in der Bundesliga als Titelverteidiger mit Rang 5 eine ordentliche Saison spielte, enttäuschte Bremen auf Platz 9. Dafür gewannen die Hansestädter den Europapokal der Pokalsieger. Hansa Rostock startete fulminant in die Saison, deklassierte Borussia Dortmund, gewann beim FC Bayern und stieg am Ende doch noch ab.

Tobias Gonscherowski


1. FC Kaiserslautern - SV Werder Bremen 3:1 (1:0)
Kaiserslautern: Serr - Kuntz - Roos, Schäfer - Lelle, Dooley (68. W. Funkel), Haber, Hoffmann, Goldbaek (75. Lutz) - Winkler, Degen. Trainer: Feldkamp

Bremen: Reck - Votava - Schaaf, Borowka - Eilts, Bode, K. Allofs, Hermann, Legat - Kohn, (46. Rufer), Wenschlag (46. Harttgen). Trainer: Rehhagel

Tore: 1:0 Degen (27.), 2:0 Degen (65.), 2:1 Rufer (88.), 3:1 Winkler (90
Zuschauer: 8.000 in Hannover. Schiedsrichter: Wiesel (Ottbergen)
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