Relegation

22.05.2016 - 18:05 Uhr


FCN-Trainer Weiler: "Auf 0:0 kannst Du nicht spielen"

René Weiler und der 1. FC Nürnberg gehen mit einem 1:1 in das Rückspiel der Bundesliga-Relegation

Nürnberg - Das Kalkül ist verführerisch, zu verführerisch für René Weiler. "Auf ein 0:0 kannst du nicht spielen", sagte der Trainer des 1. FC Nürnberg am Sonntag Mittag. Zwar würde seiner Elf nach dem 1:1 im Hinspiel am Donnerstag schon ein torloses Remis zum Aufstieg reichen, doch dieses Kalkül ist Weiler zu riskant.

"Das 1:1 lässt alles offen. Die Eintracht wird sicher auch offensiver spielen als sie das sonst in den Auswärtsspielen in dieser Saison gemacht hat." Ein einziger Frankfurter Treffer würde dann schon genügen – und es wäre wieder der Zweitligist, der unter Zugzwang stünde. Eine Mauertaktik verbietet sich da schon von selbst.

Defensiv stark, offensiv schlampig

Immerhin: Schon beim Hinspiel ließen die Franken, die zuletzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert haben, trotz dessen optischer Überlegenheit des Bundesligisten so gut wie keine Frankfurter Tormöglichkeiten zu. Die Defensive um die beiden Innenverteidiger Dave Bulthuis und Georg Margreitter stand sicher, die wenigen Frankfurter Angriffe, die mit einem Ball in den Strafraum endeten, versandeten dort auch. Auch im Rückspiel dürfte der Club allerdings eher auf Konter lauern, anstatt selbst die Initiative zu ergreifen. Schließlich könnten sich Räume ergeben, sobald die Eintracht versucht, auf einen Führungstreffer zu drängen.

Dann allerdings sollten sich die Nürnberger, deren Stärke in der abgelaufenen Saison das Umschaltspiel war, besser präsentieren als in Frankfurt. Im Hessischen spielte der Zweitligist schließlich seine Kontermöglichkeiten, die sich vor allem zu Beginn des zweiten Durchgangs aufgetan hatten, schlampig zu Ende, selbst eine Überzahlsituation wurde vertändelt. "Am Donnerstag haben wir unsere Konter schlecht ausgespielt", weiß dann auch Angreifer Guido Burgstaller, "das müssen wir im Rückspiel besser machen."

Entspannte Personallage

Weitgehend sorgenfrei ist Trainer Weiler hingegen, was die derzeitige Personalsituation im Kader angeht. Außer Mittelfeldmann Patrick Erras ist kein Leistungsträger verletzt, auch Torwart Raphael Schäfer und Sebastian Kerk haben ihre Verletzungspause gut überstanden und den Belastungstest aus dem Hinspiel beschwerdefrei absolviert. Einem Einsatz des Standardspezialisten Kerk steht also grundsätzlich ebenso wenig im Wege wie dem von Schäfer, der nicht zuletzt wegen seiner Leaderqualitäten wichtig fürs Mannschaftsgefüge ist.

"Ein oder maximal zwei Veränderungen in der Startelf", könne es möglicherweise dennoch geben, kündigte Weiler an, der allerdings auch nicht ausschließen wollte, dass er der Elf das Vertrauen schenkt, die sich in Frankfurt eine solch gute Ausgangslage erarbeitet hat.

Auch einen Tag nach dem DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund mit seinem Fotofinish im Elfmeterschießen hat beim "Club" derweil kein Sinneswandel stattgefunden. Eine "reine Nervensache", sei der Schuss vom Punkt, so Weiler, der genau aus diesem Grund auch nicht viel davon hält, die Situation schon vorher im Training zu simulieren. Am liebsten wäre es ihnen in Nürnberg sowieso, wenn es gar nicht so weit kommen würde, weil der Club bereits nach 90 Minuten als künftiger Bundesligist feststeht.

Vom 1. FC Nürnberg berichtet Christoph Ruf

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