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Bundesliga

21.02.2016 - 14:09 Uhr


Borussia Mönchengladbach: Endlich steht die Null

Köln - 20 Gegentore hatte Borussia Mönchengladbach allein in den letzten neun Bundesliga-Spielen vor dem rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln kassiert und dabei nicht mehr zu null gespielt. Diese Serie konnten die Fohlen nun beim verdienten 1:0-Erfolg gegen die Domstädter beenden.

Nur zwei Mannschaften kassierten in dieser Saison mehr Gegentore als Borussia Mönchengladbach. Der VfB Stuttgart (41) und Werder Bremen (44) stellen noch wackeligere Abwehrreihen als die Elf vom Niederrhein, die bereits 38 Gegentore fing. Erst zweimal konnte Yann Sommer in dieser Spielzeit seinen Kasten überhaupt sauber halten.

  • Borussia Mönchengladbach spielte gegen Ingolstadt erstmals im Jahr 2016 zu Null. Das zuvor letzte Bundesliga-Spiel ohne Gegentor hatte es am zwölften Spieltag beim 0:0 gegen Ingolstadt gegeben.
  • Nur sechs Torschüsse im Strafraum ließen die Borussen zu – Bestwert seit dem neunten Spieltag.
  • Yann Sommer wehrte fünf Torschüsse ab – der drittbeste Wert für ihn in dieser Saison.

Die Borussia hat in dieser Saison nach 22 Spieltagen bereits fast 50 Pozent mehr Tore geschluckt als in der kompletten Vorsaison, als es nur 26 waren. So war dann Yann Sommer nach dem Derbysieg auch endlich wieder einmal rundum zufrieden.

"Dieser Derbysieg tut uns sehr gut und freut uns alle sehr. Insgesamt haben wir ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen", meinte der Schweizer Nationaltorhüter (Stimmen zum Spiel). "Es freut mich zudem, dass wir endlich mal wieder zu Null gespielt haben. Es hat ja lange genug gedauert und dass es uns nun im Derby wieder gelungen ist, ist natürlich besonders schön."

Vor allem im ersten Durchgang ließen die Borussen fast nichts zu, in der zweiten Spielhälfte änderte sich das. Immerhin gelangen den Kölnern zwölf Schüsse aufs Gladbacher Tor, etliche Male musste Sommer sein ganzes Können zeigen. "Es tut meiner Mannschaft sicherlich gut, dass wir zu Null gespielt und den knappen Vorsprung über die Zeit gebracht haben", freute sich Borussia-Trainer Andre Schubert.

Verletzungspech in der Defensive

Dass die Fohlen in dieser Spielzeit so viele Gegentore gefangen haben, liegt auch am brutalen Verletzungspech gerade in der Defensive. Gegen Köln standen Schubert mit Tony Jantschke, Martin Stranzl und Alvaro Dominguez erneut drei gestandene Abwehrspieler nicht zur Verfügung. Das zieht sich schon durch die gesamte Saison. Gegen den FC setzte Schubert auf eine skandinavisch-schweizerische Viererkette (Nico Elvedi, Andreas Christensen, Harvard Nordveidt und Oscar Wendt), die so noch nicht zusammengespielt hatte.

So sprang am Ende ein 1:0-Sieg heraus und das erste Spiel ohne Gegentor seit der Nullnummer gegen den FC Ingolstadt am 12. Spieltag. Dass die Null bei Borussia zuletzt gegen zwei sehr gut organisierte Teams stand, ist nicht nur Zufall: Mannschaften mit guter Ordnung organisieren oftmals das Spiel der Gegner mit. Borussia, unter Andre Schubert mit leichter Tendenz zu einer eher chaotischen Organisation, profitierte von den taktisch gut geschulten Gegnern.

Hohe Intensität bei Zweikämpfen

Nur sechs Torschüsse im Strafraum ließen die Borussen zu – Bestwert seit dem neunten Spieltag. Basis hierfür war die hohe Intensität in den Zweikämpfen, 59 Prozent entschieden die Borussen für sich – Saisonbestwert für die Fohlen-Elf. Nico Elvedi gewann bis zu seiner Auswechslung 88 Prozent seiner Zweikämpfe, das war Bestwert aller Spieler. Aber auch Oscar Wendt war stark am Mann (71 Prozent gewonnen). Köln trägt seine Angriffe gerne über die Flügel vor – doch die wurden diesmal von den Borussen-Außenverteidigern relativ gut dichtgemacht.

So gelang den Borussen der Sprung zurück auf die internationalen Plätze. Nun müssen sie am kommenden Sonntag in Augsburg den Beweis antreten, dass der Aufschwung nachhaltig ist. In fremden Stadien gab es zuletzt drei Niederlagen in Folge. Es wird aus Borussensicht Zeit, das zu ändern.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski

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