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26. Spieltag

21.03.2014 | 20:30 Uhr

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  • Sport-Club Freiburg
  • 3 : 1
    1 : 0
  • SV Werder Bremen

22.03.2014 - 14:03 Uhr


"Glück kann man sich erarbeiten"

Im Kampf um den Klassenerhalt schöpft der SC Freiburg nach dem 3:1 über Werder Bremen neue Hoffnung (© Imago)

Trainer Christian Streich (l.) will sich dennoch nicht zu früh freuen, denn schon am Mittwoch steht beim Hamburger SV der nächste Abstiegskrimi an

Auch die Hanseaten um Coach Robin Dutt müssen nach der ersten Niederlage nach fünf ungeschlagenen Spielen wieder zittern

Freiburg - Es war das zweite von sechs aufeinanderfolgenden Spielen gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Und wie bereits beim 4:1 bei Eintracht Frankfurt vor Wochenfrist landete der SC Freiburg auch gegen Werder Bremen einen deutlichen Sieg. 3:1 hieß es am Ende einer einseitigen Partie (Spielbericht).

In der Tabelle rückt der SC (25 Punkte) nun bis auf vier Zähler an die Hanseaten heran (29.) und darf sich wieder Hoffnung auf den Ligaerhalt machen. Kein Wunder also, dass die Zufriedenheit im Lager der Freiburger groß war. Doch Christian Streich wäre nicht er selbst, wenn der Coach nicht nach ein paar dürren Worten zum zweiten Sieg ("verdient") in Folge gleich eine eindringliche Warnung ausgesprochen hätte: "Das Wasser steht uns seit dem ersten Spieltag bis zum Hals. Wir haben nichts, aber auch gar nichts erreicht. Wenn wir das vergessen, kriegen wir am Mittwoch in Hamburg fünf Stück."

Dass Streich so gar keine Lust hatte, seine Freude allzu demonstrativ zu zeigen, verwundert nicht. Zu groß ist die Angst, den Klassenerhalt durch Konzentrationsmängel zu gefährden. Gegen die Bremer passierte das nur ein Mal - Matthias Ginter leistete sich einen schlimmen Ballverlust - und schon erzielte Nils Petersen den ersten und einzigen Treffer für Werder.

Sport-Club in Spiellaune

Der SC konnte von Glück sagen, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits 3:0 stand und der Lapsus somit nur zu einer Ergebniskorrektur führte. Dynamisch, lauffreudig und spielerisch klar verbessert präsentierten sich die Breisgauer ansonsten: 14 Torschüsse (Werder: sieben) gab es am Ende zu verzeichnen. Umso überraschender, als das größte Manko der Saison bislang die fehlende Torgefahr war. "Glück kann man sich erarbeiten", fand dann auch Kapitän Julian Schuster. "Ich denke, jeder hat gesehen, dass es bei uns nur über Kompaktheit und mannschaftliche Geschlossenheit geht."

Werder-Trainer Robin Dutt machte hingegen aus seiner Enttäuschung kein Hehl. "50 Prozent Ballbesitz?", fragte er nach einem Blick auf das Statistikblatt in die Runde der Berichterstatter. "Das ist vielleicht ein Messfehler."

"Das war hinten nix, in der Mitte nix, vorne nix"

Man habe sich vorgenommen, konsequent die Zweikämpfe zu suchen, doch genau das sei misslungen: "Die Abstände waren von der ersten bis zur letzten Reihe viel zu groß, so konnten wir Freiburg nicht zu Fehlern zwingen." So sah es auch Manager Thomas Eichin: "Das war hinten nix, das war in der Mitte nix, das war vorne nix."

Fast hatte man den Eindruck, als wäre es dem ehemaligen Freiburger Coach, der sich aus alter Gewohnheit bei der Pressekonferenz fast auf den Platz des Heimtrainers gesetzt hätte, gar nicht so unrecht, dass nach zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage in Freiburg wieder ein Negativerlebnis zu verzeichnen war. "Alle, die uns bereits in Sicherheit wiegen wollten, musste sich heute eines Besseren belehren lassen", sagte Dutt.

Bremen auf dem Boden der Tatsachen

Ein paar Minuten zuvor hatte sich der Schütze des einzigen Werder-Tores ganz ähnlich geäußert: "Mit 29 Punkten hat man nicht das Recht, sich in Sicherheit zu wiegen. Jedem muss klar sein, dass wir bis zuletzt um den Klassenerhalt kämpfen müssen."

Der Realismus, der aus den Aussagen der Bremer Verantwortlichen und des kickenden Personals sprach, war dann auch der Aspekt, der aus Werder-Sicht am meisten Mut für die nächsten Spiele macht. Wie sagte doch Streich am gleichen Abend: Derjenige, der das Saisonziel auch nur für einen Moment aus den Augen verliert und sich von kurzfristigen Erfolgen blenden lässt, steigt am Ende ab.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf

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