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21. Spieltag

16.02.2014 | 17:30 Uhr

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  • Hertha BSC
  • 1 : 2
    1 : 0
  • VfL Wolfsburg

17.02.2014 - 14:51 Uhr


Herthas bitteres Deja-vu

Bauchlandung: Peter Pekarik und Hertha BSC haben schon wieder ein Heimspiel verpatzt

Hertha-Coach Jos Luhukay (l.) und Manager Michael Preetz haben am Sonntag eine gute Berliner Mannschaft gesehen. Trotzdem verlor die "Alte Dame" knapp

Allerdings waren am Ende die Wölfe, hier das Duell zwischen Ricardo Rodriguez (l.) und Marcel Ndjeng, oben auf

Sami Allagui (l., mit Patrick Ochs) vergab im Spiel gegen den VfL Wolfsburg eine dicke Chance und wurde in 74. Minute ausgewechselt

Berlin - Es war fast ein bisschen ein Deja-vu-Erlebnis, diese 1:2-Heimniederlage von Hertha BSC gegen den VfL Wolsburg. Vieles erinnerte an das 1:3 gegen Nürnberg zwei Wochen zuvor an gleicher Stelle.

Wieder ein Heimspiel, wieder mit 1:0 in Führung gegangen - und am Ende wieder ohne Punkte dagestanden. Und auch die Gründe ähnelten sich: Erneut war es vor allem der eigenen mangelnden Chancenverwertung zuzuschreiben, dass am Sonntag nach 90 Minuten für Hertha die dritte Niederlage im vierten Spiel anno 2014 zu beklagen war.

Wieder das Problem mit der Chancenverwertung

"Das ist bitter", befand Hertha-Manager Michael Preetz, "gegen ein Spitzenteam waren wir die bessere Mannschaft". In der Tat, anders als noch gegen den FCN wäre ein Sieg gegen Wolfsburg definitiv verdient gewesen. Zwei Unaufmerksamkeiten in der Abwehr, gepaart mit Wolfsburger Effizienz sowie der Großzügigkeit beim Auslassen eigener Möglichkeiten - fertig war die zweite Heimpleite in Folge.

"Die letzte Zielstrebigkeit und Entschlossenheit" habe bei den eigenen Chancen gefehlt, konstatierte Jos Luhukay. Besonders der 35. Minute trauerte der Hertha-Coach nach, als Adrian Ramos nach einem üblen Fehlpass von Slobodan Medojevic alleine vor VfL-Keeper Diego Benaglio knapp über das Tor lupfte. Mit dem 2:0 in dieser Szene "läuft so ein Spiel vielleicht ganz anders". Der Kolumbianer hatte mindestens noch zwei weitere gute Gelegenheiten, beide allerdings noch getoppt von dem Lattenkopfball des wiedergenesenen Änis Ben-Hatira wenige Minuten vor Schluss.

Abhängigkeit von Ramos?

Doch vor allem das Abschlusspech des Adrian Ramos war frappant. Mit Blick auf den 28-Jährigen, der mit 14 Toren gemeimsam mit Dortmunds Lewandowski das Torjäger-Ranking anführt, ist eine gewisse Abhängigkeit der Hertha von Ramos' Treffern nicht zu leugnen. "Adrian ist auch nur ein Mensch", zeigte Luhukay Nachsicht mit seinem Topstürmer. Auch sonst war der Niederländer milde gestimmt: "Es ist schade, aber ich kann meiner Mannschaft wirklich keinen Vorwurf machen."

Unter der Woche hatte das noch anders ausgesehen: Unzufrieden mit den Trainingsleistungen der Reservisten hatte Luhukay der Siegerelf vom HSV-Spiel indirekt schon Tage vor dem Wolfsburg-Match eine Einsatzgarantie gegeben. Dennoch drehte der Trainerfuchs an Stellschrauben. Statt Peter Pekarik verteidigte wieder Johannes van den Bergh hinten links, der Slowake rückte dafür nach rechts, Marcel Ndjeng von rechts hinten nach rechts vorne und Sami Allagui von dort auf die linke Seite.

Im Prinzip alles richtig gemacht, denn vor allem in der ersten Halbzeit spielte Hertha wie aus einem Guss, überließ den Gästen zwar weitgehend den Ballbesitz, aber spielte sich ein ums andere Mal nach Balleroberung Torchancen heraus. An der Stelle kam dann das Thema Chancenverwertung zum Tragen.

Luhukay: "In der Luft kommen wir zu kurz" 

Das zweite Negativthema, das sich aus dem Spiel ergab, waren die Standards. Durch Robin Knoches Kopfballtor nach Eckball kamen die Wölfe zurück ins Spiel. Für Hertha war es schon das zehnte Gegentor nach einem ruhenden Ball. "In der Luft kommen wir zu kurz", sagte Luhukay dazu doppeldeutig. Denn, das wurde schon in der Hinrunde thematisiert, seine Hintermannschaft ist nicht gerade die mit den längsten Spielern  - und verliert deshalb folgerichtig überdurchschnittlich viele Kopfballduelle. "Das müssen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen, irgendwie auszugleichen", so der Coach. Ausgerechnet bei Knoches Kopfball allerdings war der Pfosten, neben dem der Ball einschlug, nicht durch einen zusätzlichen Spieler abgesichert.

Jetzt in Stuttgart punkten

Letztlich ist das alles aber weiterhin Jammern auf hohem Niveau. So bedeuten zehn Standardgegentore im Umkehrschluss, dass Hertha nur 16 Treffer aus dem Spiel heraus kassierte. 26 Gegentore bedeuten immer noch Platz 5 in der Liga. Vor allem: Der Vorsprung auf Platz 16 beträgt noch immer beruhigende 13 Punkte - alles andere ist beim Aufsteiger aus der Hauptstadt nachrangig.

Wenn es bei der "Alten Dame" am nächsten Spieltag mit dem Deja-vu weitergeht, sieht es übrigens gut aus: Wie schon vergangene Woche mit dem HSV wartet mit dem VfB Stuttgart erneut ein Team aus dem Tabellenkeller. In Hamburg hieß es am Ende bekanntlich 3:0 für die Hertha - nachdem Adrian Ramos ein Tor aufgelegt und zwei selbst erzielt hatte.

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo

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